MANNA VOM 27 . AUGUST
Daher kennen wir von nun an niemand nach dem Fleische – 2. Kor. 5:16.
KOMMENTARE
Der Apostel wollte damit nicht sagen, daß wir weder bei uns noch bei anderen Jüngern Christi auf die Unzulänglichkeiten des Fleisches achten sollten. Man sollte gegen alle fleischlichen Schwachheiten kämpfen, und oft ist im Interesse des neuen Herzens, der neuen Gesinnung und des neuen Willens eine strenge Behandlung dieser erforderlich. Aber trotzdem sollen wir deutlich zwischen dem neuen Herz usw. und dem schwachen sterblichen Leib unterscheiden und den Bruder oder die Schwester lieben und Mitgefühl für sie haben, während es für uns in seinem bzw. ihrem Interesse und auch im Interesse der Kirche erforderlich sein könnte, ihre schlechte Vorgehensweise zu tadeln, zu maßregeln oder irgendwie anders zurechtzuweisen. Nach der Definition des Apostels können wir die zwei Klassen folgendermaßen unterscheiden: diejenigen, die die Erneuerung nicht erfahren haben, achten auf die Dinge des Fleisches, während diejenigen, die sie erfahren haben, auf die Dinge des Geistes achten.
Andere nach dem Fleisch zu kennen bedeutet, über sie vom Standpunkt der menschlichen Natur aus zu denken und sie so einzuschätzen. Ein Mensch kennt einen anderen nach dem Fleisch, wenn er ihn nach irgendwelchen menschlichen Gesichtspunkten wie Schönheit, Geschlecht, Wohlstand, Macht, Stellung, Ansehen, Zugehörigkeit usw. einschätzt und behandelt. Wenn wir feststellen, daß wir aufgrund dieser oder ähnlicher Vorzüge manchen Geschwistern gegenüber wohlwollender gesinnt sind als wir es wären, wenn sie ihnen fehlen würden, so kennen wir sie nach dem Fleisch. Unsere Wertschätzung anderer sollte auf ihrer Beziehung zu dem Herrn und Seiner Wahrheit basieren. Je mehr Christusähnlichkeit wir in ihnen sehen, desto mehr sollten wir sie schätzen; je weniger Christusähnlichkeit wir in ihnen sehen, desto weniger sollten wir sie schätzen. Auf diese Weise kennen wir sie nach dem Geist.
REPRINTS
5. Mo. 33:9; 1. Sam. 2:29; 1. Tim. 5:21; 2. Kor. 11:22; Gal. 2:11-14; Mt. 10:37; 12:48-50; Joh. 2:4; 6:63; 15:14; Gal. 2:5, 6; 5:6.