Unsere Informationen zu diesem Thema der Neuen Schöpfung stammen aus dem Wort Gottes. Es ist der Geist der Wahrheit, der Zeugnis ablegt. „Wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden“. Wenn also offenbar das Alte von uns vergangen ist und wir in Christus eine Neue Schöpfung sind, dann empfangen wir jetzt die Segnungen. Es wird nichts davon gesagt, dass wir in zugerechneter Weise Neue Schöpfungen sind. Die Veränderung ist tatsächlich, echt. Wenn Gott den menschlichen Willen annimmt, macht er die Neue Schöpfung nicht für irgendwelche Taten verantwortlich, die vor der Weihung begangen wurden. Die ganze Abrechnung ist eine neue.
Wir sind Neue Schöpfung in dem Sinne, dass Gott uns vom Heiligen Geist gezeugt hat. Gott hat uns himmlische Verheißungen gegeben anstelle von irdischen Verheißungen. Wir streben nicht mehr danach, eine höhere Stellung in der Welt zu erlangen. Wir haben neue Ziele. Unser Ziel ist es, Gott wohlgefällig zu leben. Und diese Veränderung der Gesinnung weist in jeder Hinsicht auf eine Veränderung des Sinnes hin.
Verwandlung bedeutet, etwas neu zu formen, zu verändern, in eine andere, unterschiedliche oder gegensätzliche Form zu bringen. Wir sind also aufgrund dieser Veränderung unseres Willens verwandelt worden. Gott hat uns versprochen, dass Er uns, wenn wir diese Veränderung oder Umwandlung vollziehen, die Sünden nicht mehr anrechnet, dass wir fortan nicht mehr als Sünder, sondern als Heilige gelten. Die Welt weiß nicht, dass wir Kinder Gottes sind. Sie erkennt nicht, wie sehr wir die irdischen Hoffnungen aufgegeben haben und nach einem anderen Preis streben als die Welt.
Die Tatsache, dass diese Veränderung nur im Sinn und nicht im Leib stattfindet, ändert an dieser Angelegenheit überhaupt nichts. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen findet alle sieben Jahre eine vollständige Veränderung in unserem Leib statt, wobei die neue Materie entsteht, während die alte abgestoßen wird. Aber man ist kein neuer Mensch, weil sich der Leib verändert hat. Wenn das so wäre, hätten wir inzwischen mehrere Veränderungen durchgemacht. Was den Sinn betrifft, so ändert sich die Persönlichkeit nicht. Wenn wir eine Hand verloren hätten, wären wir immer noch dieselbe Persönlichkeit; oder wenn wir eine Hand und einen Fuß verlieren würden, würde dieser Verlust unsere Persönlichkeit nicht verändern.
Unsere Persönlichkeit würde sich dabei nicht ändern, denn die Persönlichkeit ist der Sinn, das Ich. Wenn also das Ich, der Sinn, verändert wird, ist diese Neue Schöpfung deutlich von der anderen getrennt. Die Tatsache, dass sie noch keinen Geistkörper hat, ist dabei nicht von Bedeutung. Die Neue Schöpfung ist die Neue Schöpfung, nur ist sie jetzt die Neue Schöpfung unter widrigen Bedingungen; während sie nach und nach die Neue Schöpfung sein wird, die in jene Bedingung eingetreten ist, die Gott versprochen hat – die göttliche Natur und ewige Freude – und in der sie für immer bleiben wird.
UNSERE STELLUNG AUS GOTTES SICHT
Wir sind jetzt Geistwesen in menschlichen Leibern. Der Apostel sagt: „Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht was droben ist“ [Kol. 3:1]. Nicht der Leib ist auferstanden, sondern die Neue Schöpfung. Nicht die Neue Schöpfung ist gestorben, sondern die alte Schöpfung. Nicht das Leben der alten Schöpfung ist „verborgen mit Christus in Gott“ (Kol. 3:3), sondern das Leben der Neuen Schöpfung. Der Apostel erklärt: „Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn nämlich Gottes Geist in euch wohnt“ [Röm. 8:9]. Er sagt auch, dass wir uns nicht nur für tot betrachten sollen, sondern uns so betrachten sollen, als wären wir von den Toten auferstanden. „Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus“ – Röm. 6:11.
Der Leib ist nicht die Neue Schöpfung, aber er gehört zur Neuen Schöpfung. Er ist der Diener der Neuen Schöpfung. Die Neue Schöpfung ist das Einzige, was Gott überhaupt anerkennt; denn Er kennt uns nicht nach dem Fleisch. Und wir sollten im Geist leben und uns selbst und alle unsere Angelegenheiten von diesem Standpunkt aus betrachten. Wir sollten „nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist“ (Röm. 8:4). Unsere Sichtweise sollte folgende sein: Als Neue Schöpfung bewohnen wir diese Leiber nur für eine gewisse Zeit.
Diese Leiber sind unsere Sklaven, und wir sollen sie als unsere Sklaven benutzen. Die Umgebung ist für die Neue Schöpfung zur gegenwärtigen Zeit ungünstig. Aber es ist die Neue Schöpfung, auf die Gott schaut. „Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden“. Wenn er jetzt seine Weihung nicht erfüllt, wenn er kein Überwinder ist, wird er keine Auferstehung haben, denn alle seine irdischen Rechte sind aufgehoben worden.
„Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist“. Als Neue Schöpfung haben wir zwar einen fleischlichen Leib. Aber das Fleisch ist nicht wir, das heißt, es ist nicht unsere Wesensart, nicht unsere Natur. Nur als Neue Schöpfung können wir die Verheißung erben. Jesus wurde im Leib getötet, das heißt, Er opferte den Leib – Er gab bei Seiner Weihung Seinen Anspruch auf den Leib auf. Und auf der Grundlage Seiner Aufgabe Seiner Rechte zeugte der Vater Ihn zur neuen Natur. Deshalb sagte Er: Mein Wille ist es, den Willen Meines Vaters zu tun. Den Kelch, den Mein Vater Mir gegeben hat, werde Ich trinken! – Joh. 18:11.
Jesus wollte nicht für Seine irdischen Rechte eintreten. Sein Tod fand nicht nur auf Golgatha statt. Er begann dreieinhalb Jahre zuvor am Jordan. Im Vorbild schlachtete der Hohepriester den Stier, der den Menschen Jesus repräsentierte. Unser Herr gab Sein Leben vollständig auf – Sein menschliches Leben. Der Hohepriester war eine andere Person. Er ging hinein und diente im Heiligen, während Seine menschliche Natur auf dem Altar geopfert wurde und Sein Leib außerhalb des Lagers verbrannt wurde, aber in Sichtweite des Lagers.
DER UNTERSCHIED ZWISCHEN EINER SEELE UND EINER NEUEN SCHÖPFUNG
Jede Neue Schöpfung ist eine Seele. Das Wort Seele wird in der Heiligen Schrift in einem sehr weit gefassten Sinn verwendet und bezeichnet jedes empfindungsfähige Wesen, jedes Wesen, das über Empfindungsfähigkeit und Intelligenz verfügt. Ein Fisch hat Intelligenz; deshalb beschreibt die Bibel einen Fisch als eine Seele (siehe Gen. 1:20, Randbemerkung). Ein Hund, eine Kuh, ein Pferd sind jeweils eine Seele. Ein Engel ist eine Seele oder ein Wesen. Gott ist eine Seele oder ein Wesen – so steht es in der Bibel. Die Heilige Schrift sagt: „Wenn jemand sich zurückzieht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben“ (Hebr. 10:38) – damit ist Gottes Seele gemeint.
Diese weit gefasste Verwendung des Wortes in Verbindung mit jeder Art von fühlendem Wesen versichert uns daher, dass wir alle als Neue Schöpfung Seelen sind – intelligente Wesen. Man könnte uns als doppelte Seelen verstehen, in dem Sinne, dass wir ursprünglich menschliche Seelen waren, dass Gott aber durch Christus eine besondere Anordnung für uns getroffen hat, durch die wir erneut gezeugt wurden, um Neue Schöpfungen zu sein. Diese Zeugung geschieht nach dem Sinn, und nur auf diese Weise sind wir jetzt Neue Schöpfungen.
Diese Neue Schöpfung ist noch nicht vollendet. Diese neue Seele hat noch nicht die Bedingung erreicht, die Gott für sie vorgesehen hat. Der Apostel sagt uns, dass wir diesen Schatz des neuen Sinnes im alten Leib haben – dem irdenen Gefäß. Der neue Sinn muss den Willen des Vaters tun, unabhängig vom Willen des Leibes oder der Freunde des Leibes und unabhängig davon, was diese von ihm verlangen. Der neue Sinn soll unter allen Umständen Gottes Willen tun.
Ein geistgezeugtes Kind Gottes kann von sich selbst sagen, dass es bereits ewiges Leben besitzt, das es durch den Glauben auch tatsächlich besitzt. Aber die Neue Schöpfung, die neue Seele, ist noch nicht vollendet. Gottes Verheißung lautet, dass wir, wenn diese neue Seele vollendet ist, einen Leib wie Christus haben werden. Wir werden Ihm ähnlich sein. Wir werden Ihn sehen, wie Er ist, und an Seiner Herrlichkeit teilhaben. Wir werden Seelen auf der göttlichen Ebene sein, während wir früher Seelen auf der menschlichen Ebene waren; jetzt befinden wir uns in einer Art Übergangsphase.
DOPPELTE SEELEN – NICHT DOPPELTER SINN
Wenn wir von doppelten Seelen sprechen, meinen wir damit nicht, dass wir einen doppelten Sinn haben, denn das wäre eine verwerfliche Bedingung. Wir sind von einem Sinn. Unsere Dualität besteht darin, dass wir den Sinn einer Natur und den Leib einer anderen haben. Eine vollkommene Seele entsteht aus der Vereinigung des Lebensprinzips mit einem Organismus. So ist es bei einem Fisch, einem Hund, einem Pferd. Es gibt einen Organismus und es gibt Lebenskraft, einen Funken Leben, bevor es eine Seele geben kann. Das Volk des Herrn bestand aus menschlichen Seelen oder hatte zunächst die allen Menschen gemeinsamen Kräfte. Dann wurden sie erneut gezeugt. Und der neue Wille, der neue Geist, hat derzeit einen Organismus, der nicht an seine Bedürfnisse angepasst ist.
In der Auferstehung wird die Neue Schöpfung einen Organismus haben, der vollständig an ihre Bedürfnisse angepasst ist. Aber jetzt ist es eine Seele, die weder im Fleisch noch auf der geistigen Ebene vollkommen ist. Und da die Natur mit dem Sinn und dem Willen zusammenhängt, wird das Fleisch als Teil der Neuen Schöpfung betrachtet, und die Neue Schöpfung wird für dieses Fleisch verantwortlich gemacht.
Der Apostel legt uns nahe, dass nicht nur unser alter Sinn oder Wille tot ist und wir auch unseren Leib als tot betrachten sollen, sondern dass wir noch weiter gehen und unseren Leib als belebt oder zum Leben erweckt betrachten sollen, aus seinem toten und der Sünde unterworfenen Zustand heraus, damit er uns als Neue Schöpfung voll und ganz dienen kann, damit er unseren Zwecken dient – „lebendig gemacht wegen seines in uns wohnenden Geistes“ [Röm. 8:11]. Das heißt, solange die innewohnende Kraft des Heiligen Geistes in unseren Herzen und Sinnen herrscht, kontrolliert und belebt sie den physischen Leib.
DAS GEHEIMNIS DER SELBSTBEHERRSCHUNG
Gott behandelt uns als Neue Schöpfung von dem Zeitpunkt an, an dem wir vom Heiligen Geist gezeugt werden. Er hat nichts mit dem Fleisch zu tun. Das Fleisch steht unter Verurteilung. Gott ging mit dem Fleisch von Vater Adam ins Gericht und verurteilte es zur Vernichtung. Dann schuf Er in Christus einen Weg, durch den die Menschheit vor der Vernichtung gerettet werden kann. Die Beziehung der Kirche zu Gott ist rein die einer Neuen Schöpfung. Von dem Zeitpunkt an, da wir Neue Schöpfungen werden, von Gott angenommen, nimmt Er unsere sterblichen Leiber, die Seinem Dienst geweiht sind, als Teil der Neuen Schöpfung. Wenn wir also leiden, ist es die Neue Schöpfung, die leidet. Und in diesem Sinne nimmt Gott unser Fleisch vom Zeitpunkt unserer Weihung an zur Kenntnis. „Kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod seiner Frommen“ [Ps. 116:15].
Weil unsere menschlichen Leiber Werkzeuge für Seinen Dienst sind, achtet Gott auf sie. In dem Maße, wie wir im Geist des Herrn stark werden, haben wir die Kraft, den sterblichen Leib dazu zu bringen, das zu tun, was der neue Sinn will. Aber wir sind in uns selbst schwach. Wir können unseren sterblichen Leib nicht richtig kontrollieren. Deshalb gibt Gott uns von Seiner Wahrheit. Und je mehr wir von der Wahrheit, vom Geist empfangen, desto vollständiger sollten wir geheiligt sein, desto vollständiger in Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters, und desto größer sollte unsere Kontrolle über unseren sterblichen Leib sein.