MANNA VOM 1 . DEZEMBER
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – Mt. 22:39.
KOMMENTARE
Du würdest nicht wünschen, daß dein Nächster seinen Verstand und seine Zunge zu bösem Argwohn und zu Verleumdungen gegen dich benutzt, und du solltest dies ihm gegenüber nicht tun. Das Gesetz des Herrn verlangt, daß alle, die sich unter Seinem Bund befinden, darauf achtgeben, gegen den Nächsten keine einzige Verdächtigung zu äußern, und daß, wenn sich aufgrund vorhandener Umstände uns Argwohn über das Wissen hinaus aufdrängt, die neue Gesinnung mit ihrem angeborenen Wohlwollen sofort ein Gegengewicht zu den Verdächtigungen bilden wird und die Möglichkeit der falschen Auskunft oder Fehlinterpretation in Betracht zieht und dem scheinbar Schuldigen immer die Wohltat des Zweifels erweist.
Jeder freie moralisch Handelnde ist unser Nächster ohne Rücksicht auf Rasse, Nationalität, Geschlecht, Stellung, Alter, Herkunft, die Beziehung oder Daseinsstufe. Im Besonderen haben wir zwei Klassen von Nächsten: diejenigen in Adam und diejenigen in Christus. Einige unserer Nächsten stehen uns näher als andere und ihr unterschiedliches Maß an Nähe zu uns bestimmt unser unterschiedliches Maß an Verpflichtungen ihnen gegenüber. Daher haben wir gegenüber unseren Familien mehr Verpflichtungen als gegenüber Fremden, gegenüber den Geweihten mehr als gegenüber den probeweise Gerechtfertigten und gegenüber den probeweise Gerechtfertigten mehr als gegenüber den Nichtgerechtfertigten. Das Folgende scheint die praktische Anwendung dieser Schriftstelle zu sein: unserem Nächsten denselben guten Willen und Dienst zu erweisen, den wir, geleitet durch unsere Erkenntnis des Willens des Herrn betreffs der Umstände, von ihm erhalten möchten, wenn wir an seiner Stelle wären und er an unserer. Das ist die Regel der Pflichtliebe, d.h. der Gerechtigkeit gegenüber unseren Mitmenschen. Ein Opfer unter Verletzung dieser Regel ist für Gott nicht annehmbar.
3. Mo. 19:18; Mi. 6:8; Mt. 7:12; 9:13; Mk. 12:31; Röm. 13:9; Gal. 5:14; Jak. 2:8; 1. Tim. 1:5; 1. Petr. 1:22; 2. Petr. 1:7; 1. Joh. 3:18.