MANNA VOM 6 . OKTOBER
Wisset ihr nicht, welches Geistes ihr seid? Denn des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erretten – Lk. 9:55, 56 – SL.
KOMMENTARE
So verhält es sich mit allen Jüngern des Herrn: ihr beständiges Bemühen sollte darauf ausgerichtet sein, die übertrieben kritische Gesinnung zu vermeiden, die andere Leute verurteilt und zerstört, während sie sich selbst Barmherzigkeit wünscht. Die Regel, die der Herr aufstellt, ist, daß wir von Ihm nur in dem Maße Barmherzigkeit erwarten dürfen wie wir diese Gnade anderen gegenüber ausüben. Die krittelnde Gesinnung, die bereit ist, jeden anzuklagen und zu verurteilen, deutet auf eine falsche Herzensstellung, eine Einstellung, vor der sich alle vom Volk Gottes in Acht nehmen sollten. Barmherzigkeit, Güte und Liebe sind Bestandteile des Charakters, die Er in den geistlichen Israeliten sehen möchte und ohne die wir nicht lange Seine Kinder bleiben können.
Wie Johannes und Jakobus hätten viele vom Volk des Herrn am liebsten Vernichtung für die Übeltäter von Gott herbeigerufen, sobald der Herr und Seine Sache unwürdig behandelt würden. Ihnen war nicht bewußt, daß dieses Verhalten nicht mit ihrem Dienst für das Evangelium übereinstimmt. Die Diener der Wahrheit sollen sich daran erinnern, daß sie als Christen durch Selbstaufopferung für die Welt danach trachten müssen, die Welt aus dem Todeszustand und vom Prozeß des Sterbens zu erretten. Daher können sie den Zweck ihrer Weihung nicht zunichte machen, indem sie wünschen, in irgendeinem Sinn des Wortes Rache an ihren Feinden zu üben.
REPRINTS
5. Mo. 32:35; Mt. 1:21; 5:44; 18:11; 20:28; Mk. 10:45; Röm. 12:17; 1. Thes. 5:15; 1. Petr. 2:23; 3:9; Lk. 19:10; Joh. 3:15-17; 10:10; 12:47; Röm. 3:21-27; 4:24, 25; 5:6-11; 12:19-21; 2. Kor. 5:18-21; Hebr. 10:30.