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ÜBRIGENS, BRÜDER, DIESES ERWÄGET!
„Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dieses erwägt“ - Phil. 4:8.

DIE MACHT DES SINNES, DES WILLENS – WIE EIN MENSCH DENKT, SO IST ER – DIE MACHT DER BÖSEN GEDANKEN – DIE MACHT DER GUTEN GEDANKEN – DENKE AN REINE DINGE – NICHT AN IRDISCHE DINGE – AN DINGE VON GUTEM RUF – AN NÜTZLICHE DINGE – AN LOBENSWERTE DINGE – JEDER IST FÜR DIE PFLEGE SEINES EIGENEN SINNES VERANTWORTLICH.

Vergleichsweise wenige Menschen, selbst unter den Gebildeten und Wissenschaftlern, scheinen die große Kraft des Sinnes und seinen starken Einfluss auf alle Angelegenheiten unseres Lebens zu schätzen. Nur wenige Mütter sind sich dessen bewusst, dass ihre Gedanken Einfluss darauf haben, wie sich ihre ungeborenen Kinder entwickeln – sie können ihnen entweder eine hilfreiche oder eine schädliche Gesinnung mit auf den Weg geben. Nur wenige Väter sind sich dessen bewusst oder versuchen, mit ihren Frauen bei der Erziehung zu edlen Kindern zusammenzuarbeiten, indem sie den Sinn ihrer Frauen während der Schwangerschaft mit edlen Gedanken, hohen Ambitionen, hohen Idealen, mit Dingen der Schönheit, Anmut, Kunst, Reinheit, Ehrfurcht und Geistlichkeit anregen. Wenn die Menschen die Macht des mütterlichen Sinnes für das Gute oder das Böse gegenüber den Kindern erkennen, wird dies zweifellos in vielen Haushalten eine radikale Veränderung bewirken; denn wir sind davon überzeugt, dass die Mehrheit der Menschen lieber das Richtige als das Falsche tun würde und dass eine ihrer Hauptschwierigkeiten und Stolpersteine die Unwissenheit ist.

Aber obwohl wir uns für die Menschheit im Allgemeinen interessieren, dürfen wir nie vergessen, dass die Bibel an die Kinder Gottes gerichtet ist, die durch den Herrn Jesus Christus einen besonderen Bund mit Ihm eingegangen sind und durch die Zeugungskraft des Heiligen Geistes zu Neuen Schöpfungen geworden sind. Die Welt wird während des Millenniums gelehrt und entwickelt werden. Aber jetzt, im gegenwärtigen Leben, besteht die einzige Gelegenheit zur Entwicklung für diejenigen, die die Zeugung durch den Heiligen Geist empfangen haben und deren große und einzige Hoffnung eine Vervollkommnung auf der geistigen Ebene in der Auferstehung der Gerechten ist. So sehr wir uns also für die Welt interessieren, ist es die Pflicht des Christen, dem Beispiel des Herrn zu folgen und sich besonders für seine Gefährten, seine Brüder in Christus, zu interessieren.

DIE MACHT DER GEDANKEN

Die Ermahnung des Apostels kann von jedem Christen als persönliche Ermahnung verstanden werden, aber auch als allgemeine Ermahnung an die ganze Kirche – dass sie danach streben, einander im heiligsten Glauben und gemäß Richtlinien unseres Goldenen Textes aufzubauen.

Jeder Einzelne ist für die Pflege seines eigenen Sinnes verantwortlich. Als wir Christen wurden, gaben wir unseren Willen dem Herrn und stimmten zu, dass wir fortan nicht mehr den Geboten unseres Willens folgen würden, sondern dass wir, indem wir diese ignorieren, der Führung des Willens des Herrn folgen würden. Unter dieser Bedingung nahm der Herr uns in Seine Familie auf; und jedes Versäumnis, diese Bedingungen zu erfüllen, steht im Widerspruch zu unserem Bund. Der Herr gibt uns durch Sein Wort die notwendigen Anweisungen, was Sein Wille ist; und diese Botschaften, die in gute und ehrliche Herzen aufgenommen werden, bringen die Frucht des Gehorsams hervor, und dies führt zur Entwicklung der Früchte des Geistes.

„Denn wie er es abmisst in seiner Seele, so ist er“ [Spr. 23:7]. Viele Christen haben gelernt, ihre Handlungen zu kontrollieren und sich von weltlichen Streitigkeiten fernzuhalten. Viele haben gelernt, ihre Zunge bis zu einem gewissen Grad zu beherrschen, und denken daran, dass dieselbe Zunge, mit der wir Gott preisen, dazu verwendet werden könnte, unseren Mitmenschen Schaden zuzufügen, wie der Apostel betont (Jak. 3:1-10). Aber es ist schwierig, sich in seinem Verhalten und in seinen Worten zurückzuhalten, wenn der Sinn und der Wille nicht mit dem Willen Gottes in Einklang gebracht werden. Deshalb zeigt uns Gott den Grund für das, was Er verlangt, und stellt uns überaus große und kostbare Verheißungen vor Augen. Diese sollen in uns wirken – in unserem Sinn wirken und in unseren Worten und Handlungen das Wohlgefallen des Herrn, den Willen des Herrn, zum Ausdruck bringen.

FRAGEN ZUR SELBSTPRÜFUNG

Der Apostel weist uns in unserem Goldenen Text den richtigen Weg, um uns selbst, unsere Gedanken, unsere Worte und unser Verhalten beherrschen zu lernen. Jeder Gedanke sollte hinterfragt werden; denn wenn ein böser Gedanke oder ein selbstsüchtiger Gedanke oder ein boshafter Gedanke, ein verdorbener Gedanke zugelassen wird, wird er keimen und eine große Verunreinigung hervorbringen, die sich auf unsere Worte und unser Verhalten auswirkt und sich auf andere ausdehnt. Wir können lernen, die Herausforderung bereitwillig anzunehmen, sogar nach den umfangreichen Richtlinien, die der Apostel in dieser Lektion niederlegt. Was anfangs viel Zeit für die Entscheidung in Anspruch nehmen kann, wird nach und nach fast augenblicklich entschieden werden:

(1) Ist der Gedanke, der in unserem Sinn nach Betrachtung sucht, ein würdiger [ehrenwerter] Gedanke? Wenn ja, kann er eintreten und aufgegriffen werden. Wenn nicht, sollte er sofort abgelehnt und als böser Einfluss aus dem Sinn vertrieben werden.

(2) Ist der Gedanke, der angeregt wird, ein reiner Gedanke – nicht sinnlich, nicht selbstsüchtig? Wenn ja, kann er, wenn er diese Prüfungen besteht, zur weiteren Betrachtung weitergegeben werden. Wenn er dabei seine Reinheit nicht unter Beweis stellt, sollte er sofort als ein Gedanke abgelehnt werden, der wahrscheinlich großes Leid verursachen wird – so wie der Eintritt von Dingen, die mit einer Seuche infiziert sind, in unser Haus.

(3) Ist der Gedanke lieblich [liebenswert]? Gehört er zu den Dingen, die liebenswert sind? Löst er liebenswerte Einflüsse aus oder wird er mehr oder weniger mit Hass, Groll, Zorn oder Bosheit in Verbindung gebracht? Wenn er liebenswert ist, kann er durchgelassen werden. Wenn nicht, muss er sofort vertrieben werden und darf nicht weiter vordringen, um uns selbst und anderen Leid zuzufügen.

(4) Ist er von gutem Ruf [der „wohllautet“]? Das kann nicht bedeuten: Ist die Sache in der Welt gut angesehen? Denn der Apostel selbst unser Herr Jesus wurden von der Welt geschmäht, die alle möglichen bösen Dinge gegen sie sagte, ohne Grund. Das Wort „von gutem Ruf“ muss hier so verstanden werden, dass es von allen ehrbaren Menschen gutgeheißen würde, wenn sie alles, was mit dem Gedanken verbunden ist, kennen und verstehen würden.

(5) Hat der Gedanke irgendeinen Wert [„irgendeine Tugend“] oder ist er in irgendeiner Weise lobenswert? Wenn ja, kann er zugelassen werden. Wenn nicht, sollte er abgewiesen werden; denn selbst wenn er ansonsten tadellos ist, ist die Tatsache, dass er keinen besonderen Wert hat, ein Grund für seine Ablehnung. Wir haben weder Zeit noch Raum für Dinge, die lediglich nicht schlecht sind. Wir möchten in unseren Herzen und Sinnen Dinge haben, die auf positive Weise gut, hilfreich und in irgendeiner Weise segensreich sind. Andernfalls sollte der Gedanke als bloßer Ballast für den Boden unserer Herzen und Sinne abgetan werden, der für nützliche Dinge benötigt wird. Viele Romane haben diesen Charakter – nicht böse, aber auch nicht nützlich oder aufbauend.

Was auch immer wir von Natur aus sein mögen, das Volk Gottes, das den Anweisungen des göttlichen Wortes folgt, wird mit Sicherheit zu edlen Menschen, zu hilfreichen Menschen, die vom Geist einer gesunden Gesinnung beseelt sind; und diese Dinge werden nur ein Teil ihrer Vorbereitung auf das Königreich und auf das große Werk sein, das ihnen dann als Diener Gottes unter ihrem Erlöser und Haupt anvertraut werden wird.