Unser Herr wandte sich an einige der Schriftgelehrten und Pharisäer, die versuchten, „ihn in der Rede zu fangen“ [Mk. 12:13] – um aus sprachlichen Feinheiten einen Vorteil zu ziehen. In ihrem Bestreben, sich ihm zu widersetzen, taten diese Schriftgelehrten und Pharisäer alles, was sie konnten, um Ihn in Seiner Argumentation zu widerlegen oder zu besiegen, und gingen sogar so weit, Argumente zu verwenden, an die sie selbst nicht wirklich glaubten. Dies ist ein sehr bedenkliches Vorgehen. Ganz gleich, wie gerecht wir unsere Sache insgesamt auch finden, wir dürfen nicht auf einen Missbrauch der Sprache zurückgreifen, um das zu verteidigen, was wir für die Wahrheit halten.
Möglicherweise haben diese Pharisäer untereinander gesagt: „Wir müssen starke Argumente vorbringen, um diesem Nazarener einen Schritt voraus zu sein. Er selbst verwendet eine starke Sprache. Wir müssen uns in dieser Kontroverse behaupten und dürfen nicht klein beigeben“. Aber diese Einstellung rechtfertigte ihr Verhalten nicht. Da Gerechtigkeit die Grundlage des Thrones Gottes ist, wird jeder Versuch, sich auf irgendeine Weise einen Vorteil gegenüber einem anderen zu verschaffen, mit Sicherheit seine eigene Strafe nach sich ziehen.
Aus den Bemerkungen unseres Herrn zu verschiedenen Zeiten über die Zunge geht hervor, dass zu Seiner Zeit unter denen, mit denen Er in Kontakt kam, ein ernsthaft gestörter Zustand geherrscht haben muss. Die Schriftgelehrten und Pharisäer schrieben Ihm böse Mächte zu und erklärten, dass Er das Werkzeug Satans sei – dass Satan durch Ihn spreche usw. Zuerst sagte unser Herr ihnen allgemein, dass sie sich selbst betrügen. Später tadelte Er sie streng und zeigte den Irrtum ihrer Argumente auf. In Verbindung mit unserem Text erklärte Er, dass sie durch ihre Worte verurteilt würden – dass sie zurechtgewiesen, in Gerechtigkeit korrigiert und zu wahrer Reformation gebracht werden müssten, oder aber im Zweiten Tod enden würden.
DIE MACHT DER ZUNGE
Menschen sind die einzigen irdischen Geschöpfe, die sprechen können – ob mündlich, schriftlich oder auf andere Weise. Immer mehr Menschen erkennen die Weisheit der Aussage des Apostels Jakobus, dass die Zunge zwar ein kleines Glied ist, aber das gefährlichste von allen, weil sie den größten Einfluss hat. „Wenn jemand nicht mit im Wort versagt, der ist ein vollkommener Mann“ (Jak. 3:2). Wir können die möglichen Folgen unserer Worte nicht abschätzen. Dieser Einfluss kann sogar bis an die Enden der Erde reichen. Deshalb sollten wir sorgfältig überlegen, was wir sagen, um festzustellen, ob unsere Worte Gott verherrlichen oder ob sie Ihn entehren – ob sie gute Gedanken und Impulse in den Köpfen anderer wecken oder ob sie das Böse anregen.
In Seiner Weisheit hat Gott es für richtig gehalten, uns so zu erschaffen, dass unser Verhalten von heute viel mit unserem Charakter von morgen zu tun hat. So formen oder beschädigen wir unseren Charakter ständig. Es ist gut, dass alle diese Tatsache kennen. Nicht nur weltliche Menschen, sondern auch Christen sollten dieses Prinzip verstehen; denn Christen stehen jetzt auf dem Prüfstand für Ruhm, Ehre und Unsterblichkeit. Wenn sie es also versäumen, ihre Worte sorgfältig abzuwägen, könnten sie den großen Preis verlieren, um den sie kämpfen.
DER TAG DES GERICHTS
Um dies zu betonen, erklärte unser Herr, dass jedes unnütze Wort – jede unnütze Äußerung – an dem Tag des Gerichts zur Rechenschaft gezogen werden wird. In der Kirche verstehen wir die Heilige Schrift so, dass [für uns] dieser Tag des Gerichts das gegenwärtige Evangelium-Zeitalter ist. Täglich sollen wir zu unserem himmlischen Vater gehen und sagen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Wir müssen nicht nur täglich Rechenschaft ablegen, sondern am Ende unseres Laufes wird es eine allgemeine Beurteilung geben. Damit meinen wir nicht, dass wir am Ende unseres Laufes in einer Reihe stehen und über jedes Wort unserer Erfahrung befragt werden, sondern dass jeder, der mit der Wahrheit in Berührung kommt, entweder seinen Charakter aufbaut oder ihn schwächt, und dass sein Charakter am Ende seiner Bewährungszeit über seine Belohnung entscheidet. Wie ein Schüler täglich seine Lektionen lernt und sich auf die Abschlussprüfungen am Ende des Jahres vorbereitet, wenn sein Wissen allgemein getestet wird, so ist es auch mit den Schülern in der Schule Christi. Tag für Tag beschäftigt Sich unser Meister mit uns; aber am Ende unseres Laufes wird es eine Zusammenfassung geben.
Zweifellos gibt es in jedem von uns einige Dinge, die der Herr missbilligt; denn wir alle haben den Schatz des Neuen Sinnes in irdenen Gefäßen und können daher nicht tun, was wir wollen. Aber wir haben uns verpflichtet, dem Herrn zu dienen und treu Seinen Willen zu erfüllen. Deshalb handelt Er jetzt mit uns. Dabei warnt Er uns, dass die Zunge ein sehr wichtiges Körperteil ist und dass wir vorsichtig sein müssen, wie wir sie benutzen; denn sie wird einen Einfluss auf die endgültige Entscheidung am Ende dieses Evangelium-Zeitalters haben, wenn die Ergebnisse vorliegen. Dann wird entschieden, ob wir der höchsten Ehre würdig sind – der Miterben unseres Erlösers – oder ob wir Diener dieser Klasse sein werden oder ob wir des Lebens auf irgendeiner Ebene der Existenz unwürdig sein werden.
DIE EINSTUFUNG DER VERLEUMDUNG DURCH UNSEREN HERRN
Aber auch wir müssen jetzt Rechenschaft ablegen. Unser Herr erklärt, dass die Zunge ein so wichtiges Glied ist, dass sie unser Herz genauer repräsentiert als alles andere. Die Hand mag eine gute Tat vollbringen, doch das Herz mag ganz anders sein als die Hand. Tatsächlich mag die Hand das wahre Gefühl des Herzens überhaupt nicht ausdrücken. Aber die Zunge wird mit Sicherheit das zum Ausdruck bringen, was wirklich im Herzen ist. Deshalb bauen wir durch unsere Worte täglich entweder den Charakter auf oder wir beschädigen ihn.
Es gibt einen Geist, der bittere Worte ausspricht. Aus der Sicht des Herrn ist dies Mord. So kritisierten und verleumdeten die Schriftgelehrten und Pharisäer unseren Herrn am Ende des jüdischen Zeitalters. Obwohl sie aufgrund ihrer Kenntnis des Gesetzes wussten, dass sie für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden würden, waren sie sich nicht der Tatsache bewusst, dass sie nach ihren Worten beurteilt werden würden.
So wird es auch am Tag des Gerichts sein – im Millennium. Die Menschheit wird für die Werke ihrer Zunge zur Verantwortung gezogen werden. Aber dann werden sie eine günstigere Gelegenheit haben, als wenn sie jetzt gerichtet würden; dann werden Kräfte am Werk sein, die ihnen ein schnelleres Urteil ermöglichen; und deshalb werden sie ihre Lektionen schnell lernen. Sie werden für ihre Worte verantwortlich sein. Diejenigen, die „nicht wussten, werden mit wenigen Schlägen geschlagen werden“; aber diejenigen, die „wussten und nicht“ entsprechend ihrem Wissen handelten, „werden mit vielen Schlägen geschlagen werden“ [Lk. 12:47, 48].
SPEZIELLE ZÄUME FÜR DIE ZUNGE
Unter dem Druck plötzlicher Versuchung könnte das Volk des Herrn, das sich jetzt im Gericht befindet, impulsiv etwas sagen, was dem Meister nicht gefällt. Aber wir müssen lernen, nicht gedankenlos zu sprechen; wir müssen lernen, unsere Äußerungen abzuwägen. Da wir Diener Gottes sind, sollten wir stets auf unsere Wege achten, um den bestmöglichen Dienst zu leisten. Wir sollen nicht nur guten Willens sein, das Richtige zu tun; wir sollen auch darauf bedacht sein, unsere Zunge zu zügeln. Alle Gelübde, Vorsätze oder Beschränkungen, die wir unserer Zunge auferlegen wollen, können als ein Zaum angesehen werden, mit dem wir uns entschlossen haben, uns dem Willen Gottes vollständig zu unterwerfen.
Solange Satan und seine Dämonen in Freiheit sind, täten die Menschen des Herrn gut daran, auf ihre Wege zu achten, damit sie nicht mit ihrer Zunge sündigen. Satan und seine Engel versuchen, diejenigen zu untergraben, die sich dem Herrn hingegeben haben, und sie in ihren Worten zu fangen. Solange wir uns in ihrer Gegenwart befinden, müssen wir besonders wachsam sein, damit sie uns nicht in die Falle locken. Wie der Psalmist sagt: „Ich will meinen Mund mit einem Maulkorb verwahren, solange der Gottlose vor mir ist“ [Ps. 39:2].
EINE WICHTIGE LEKTION FÜR ALLE
Obwohl unser Herr erklärte, dass Menschen für jedes böswillige Wort Rechenschaft ablegen sollten, bezog er sich auf die Gedanken hinter den Worten. Es war die Einstellung des Herzens, die ihn bekümmert hat. Er wusste, dass die Einstellung des Herzens, die von den Schriftgelehrten und Pharisäern an den Tag gelegt wurde, ihnen Schaden zufügen würde.
Für das Volk des Herrn gibt es nichts Wichtigeres, als zu lernen, überaus gerecht zu sein. Es ist zwar richtig, liebevoll, freundlich und großzügig zu sein, doch Gerechtigkeit ist die eigentliche Grundlage des Charakters. Alle Liebe und Güte, die nicht auf Gerechtigkeit beruht, ist weder zufriedenstellend noch gefällt sie dem Herrn. Im Umgang mit anderen wird ein Kind Gottes nicht denken: Was werden meine Mitmenschen mir zugestehen? sondern: Was sind die Rechte anderer und was möchte mein himmlischer Vater, dass ich tue?
Es ist für einen Menschen sehr natürlich, in jeder Angelegenheit seine eigenen Rechte anzuerkennen, aber die gefallene Natur nimmt die Rechte anderer nicht so schnell wahr. Daher ist eine der wichtigsten Lektionen, die das Volk des Herrn lernen muss, anderen so zu begegnen, wie sie selbst behandelt werden möchten – einfache Gerechtigkeit.
Wir befürchten, dass viele der geliebten Kinder des Herrn nicht vollständig verstanden haben, dass Gehorsam gegenüber den Grundsätzen, die die Neue Natur regeln, für sie unbedingt bedeutet, dass sie allen anderen gegenüber die „Goldene Regel“ befolgen. Sie dürfen anderen nicht antun, was sie selbst nicht wollen, dass andere ihnen antun. Es ist die Pflicht der Neuen Schöpfung, den Körper so zu unterwerfen, dass Gerechtigkeit in jeder Handlung und jedem Wort und so weit wie möglich in jedem Gedanken herrscht. Man muss in seinen Gedanken gerecht sein, bevor man in seinem Handeln gerecht sein kann. Wer ungerecht denkt, wird trotz gegenteiliger Bemühungen ungerecht handeln.
DER SCHATZ IN UNSEREN HERZEN
Wenn wir bedenken, dass die Kirche vor dem göttlichen Gericht steht, unter der persönlichen Prüfung unseres Herrn, und dass nach Seiner Bewertung unsere Worte ein Kriterium für das Urteil sind, können wir die zugrunde liegenden Prinzipien, auf denen Seine Entscheidung beruht, nicht sorgfältig genug abwägen. Die Worte unseres Herrn, wie sie in Mt. 12:34-36 aufgezeichnet sind, weisen darauf hin, dass sowohl das Herz als auch der Mund einer besonderen Prüfung unterzogen werden. Wie notwendig ist daher ein rechter Herzenszustand, damit die Worte unseres Mundes für unseren Herrn und Erlöser annehmbar sind!
In der Erklärung unseres Herrn ist das Herz repräsentativ für den Charakter und der Mund ist der Indikator dieses Charakters. Das Wort Herz wird in der Heiligen Schrift manchmal mit der Bedeutung des Wortes Sinn verwendet. Aus der Fülle des Sinnes spricht der Mund. Ein guter Mensch bringt Gutes aus dem Schatz seines Sinnes hervor. Aber alle Menschen sind von Natur aus Sünder; daher sind alle von Natur aus bis zu einem gewissen Grad böse. Gott billigt niemanden, der zum Tode verurteilt ist. Dennoch gibt es solche unter dem verurteilten Geschlecht Adams, die verhältnismäßig gut sind – solche, die trotz der Unvollkommenheiten, mit denen sie geboren wurden, trotz der Makel ihrer gefallenen Natur, den Wunsch haben, mit dem Einen, der vollkommen gut ist, in Harmonie zu sein.
Wir finden in der Heiligen Schrift nichts, was die Lehre von der völligen Verderbtheit stützt – was darauf hindeuten würde, dass es in der Menschheit überhaupt nichts Gutes gibt. Auch wenn niemand vollkommen ist, gibt es doch einige, die zumindest guten Willen und gute Absichten haben. Solche herausragenden Charaktere vergangener Zeitalter wurden in den Altwürdigen dargestellt – Abel, Henoch, Noah, Abraham, Isaak, Jakob, Moses, die Propheten Israels usw., die ihren Gehorsam gegenüber Gott und ihre Treue zu den Grundsätzen der Gerechtigkeit voll und ganz unter Beweis stellten.
DIE KLASSE, DIE VOR GOTT ANERKENNUNG FINDET
Auch in diesem Evangelium-Zeitalter gibt es Menschen, die gut sind. Unter den Heiden wie auch in christlichen Ländern gibt es Menschen, die guten Willens sind, die nicht böswillig sind, die nicht danach streben, Unrecht zu tun, sondern danach streben, Gutes zu tun. Um in diesem Zeitalter göttliche Anerkennung zu finden, muss man jedoch zu denen gehören, die durch Jesus zum Vater kommen, denn alle anderen werden von Gott nicht angenommen. Der Vater wird niemanden empfangen, dessen Herz nicht aufrichtig ist, der keine guten Absichten hat, der Ihm und den Grundsätzen der Gerechtigkeit nicht treu ergeben ist.
Daher sind alle, von denen wir Grund zu der Annahme haben, dass sie von Gott angenommen und vom Heiligen Geist gezeugt wurden, nicht mehr als „Kinder des Zorns, wie auch die anderen“, sondern als Angehörige des Hauses des Glaubens zu betrachten. Trotz der Schwächen ihres Fleisches sind sie im Herzen gut; sonst würde Gott sie nicht annehmen. Bei ihnen besteht ein ständiger Konflikt zwischen dem Neuen Willen und den Begierden des Fleisches.
Wenn wir diejenigen betrachten, die im Herzen gut sind, stellen wir fest, dass sie alle unvollkommene Körper haben – einige mehr als andere. Sollen wir den Kampf um den Preis aufgeben, weil wir nicht perfekt sein können? Nein! Der Herr versichert uns, dass er auf das Herz schaut, nicht auf das Fleisch; dass er durch unseren Herrn Jesus eine sehr gnädige Regelung getroffen hat, durch die die Unvollkommenheiten gereinigt werden. „Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“. Deshalb können alle seine Kinder mutig vor den Thron der himmlischen Gnade treten, um dort in jeder Notlage Barmherzigkeit und Hilfe zu erlangen.
SPÄNE ODER ÄPFEL – WAS NUN?
Die guten Dinge, die aus dem Schatz des Herzens eines guten Menschen hervorgehen, werden die Dinge sein, die er nach und nach angesammelt hat. Wie der Psalmist über den gottesfürchtigen Menschen sagt: „Er hat seine Lust am Gesetz des Herrn, und über sein Gesetz sinnt er Tag und Nacht“. Und von sich selbst erklärt er: „Meine Augen sind den Nachtwachen zuvorgekommen, um zu sinnen über dein Wort“, über Gesetz, Gebote – den Geist, den Sinn dieses Gesetzes, nicht nur die äußere Form. So sollten auch wir über den Geist des Gesetzes Gottes meditieren. Das Gefühl unseres Herzens sollte der Wunsch sein, den göttlichen Geist so gut wie möglich in jedem Thema zu erfassen. Alle, die danach streben, mit Gott in Einklang zu sein und seinem Wesen zu gleichen, werden an Dinge denken, die gut, rein und heilig sind – Ps. 1:2; 119:148; Phil. 4:8.
Wenn man über Dinge nachdenkt, die gut sind, wird der Sinn mit Gutem gefüllt. Wo immer ein Mund bereit ist, über böse Dinge zu sprechen, gibt es eine böse Gesinnung – einen Sinn, in dem das Böse verwahrt wurde. Was immer man im Sinn gespeichert hat, wird an erster Stelle stehen und mit Sicherheit ausgesprochen werden. Ein böser Schatz wird sich zeigen, trotz aller Bemühungen, ihn zu verbergen; und ebenso wird sich ein guter Schatz manifestieren; denn der Sinn kann nur eine bestimmte Menge aufnehmen – Lk. 6:45.
Ein Vater sah, wie sein Sohn einen Roman las. Er wusste, dass sein Sohn die Angewohnheit hatte, in dieser Richtung zu lesen. Er rief den Jungen zu sich und sagte: „John, ich möchte, dass du die Äpfel aus diesem Korb entleerst und den Korb dann zum Holzschuppen bringst und ihn mit Spänen füllst“. Der Sohn tat, was ihm aufgetragen wurde. Als er zurückkam, sagte der Vater: „Jetzt leg die Äpfel hinein“. Der Sohn antwortete, dass er das nicht tun könne, weil im Korb nicht genug Platz für Späne und Äpfel sei. Da sagte der Vater: „Genau das wirst du mit deinem Verstand tun. Du hast deinen Verstand mit Spänen gefüllt; und wenn du versuchst, Äpfel hineinzutun, wird kein Platz mehr sein“. So ist es mit uns allen. Wenn wir unseren Geist mit Witzen, dummen Sprüchen usw. füllen, werden wir nicht in der Lage sein, ihn mit den Dingen des Heiligen Geistes zu füllen – Eph. 5:1-7.
Viele Menschen im Volk des Herrn stellen fest, dass ihr Herz zwar gut ist, ihr Fleisch aber zu bestimmten Dingen neigt, die nicht gut sind. So gibt es einen ständigen Kampf zwischen dem Fleisch und dem Geist, ob der angehäufte Schatz sozusagen aus Spänen oder Äpfeln bestehen soll. Es ist Sache jeder Neuen Schöpfung zu entscheiden, womit sie ihren Geist füllen will – für welche Art von Gesellschaft sie sich entscheidet, wohin sie geht, was sie liest, welchen Einflüssen sie ausgesetzt ist, welchen sie widersteht usw. Wenn sie in der Vergangenheit in irgendeiner Weise böse Dinge angehäuft hat, sollte sie nun versuchen, sich davon zu befreien. Wenn der Sinn mit Witzen und Leichtsinn angefüllt ist, Dinge, die für ein Kind Gottes nicht angemessen sind, sollte er versuchen, diese zu beseitigen.
WIE EIN CHARAKTER AUFGEBAUT WIRD
Schließlich gibt es eine Verbindung zwischen dem Anhäufen eines guten Schatzes in unseren Sinnen und dem, wovon unser Herr sprach, als Er sagte: „Sammelt euch Schätze im Himmel“. Indem wir Schätze in unserem Sinn und in unserem Herzen ansammeln, bauen wir unseren Charakter auf. Wer das Haus eines Menschen betritt und sieht, was er an Schätzen angesammelt hat, kann leicht erkennen, in welche Richtung der Sinn dieses Menschen geneigt ist. Seine Vorlieben zeigen seinen Charakter. So ist es auch bei uns allen; die Dinge, die wir pflegen, sind ein Hinweis auf unseren Charakter.
Wenn wir als Neue Schöpfungen Rechenschaft abzulegen haben, wird unser Charakter darüber entscheiden, ob wir als würdig erachtet werden, zu der Kleinen Herde des Herrn zu gehören. Nur diejenigen, die den Schatz eines Charakters wie den des Herrn Jesus Christus, unseres Vorbilds, angehäuft haben, werden für ein Erbe im Himmelreich geeignet sein. Unser ewiges Schicksal wird daher durch die Art und Weise bestimmt, wie wir jetzt unseren Sinn und die Gedanken, die wir jetzt ansammeln, nutzen. Wer gute Gedanken hegt, wird gesegnet werden, nicht nur im gegenwärtigen Leben, sondern auch in der Zukunft.
Unser erstes Anliegen muss also das Herz sein – dass seine Neigungen und Veranlagungen vollständig unter der Kontrolle der göttlichen Gnade stehen; dass jedes Prinzip der Wahrheit und Gerechtigkeit dort seinen Platz hat; dass Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Wohlwollen, Sanftmut, Selbstbeherrschung, Glaube, brüderliche Güte, Liebe, höchste Ehrfurcht vor Gott und Christus und eine innige Liebe für alle Schönheiten der Heiligkeit als die bestimmenden Prinzipien des Lebens fest verankert werden. Wenn diese Prinzipien im Herzen verankert sind, werden wir keine Schwierigkeiten haben, unsere Zunge zu beherrschen; denn aus dem guten Schatz unseres Herzens wird der Mund Worte der Wahrheit, Besonnenheit, Weisheit und Gnade sprechen.