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DAS KÖNIGLICHE DIADEM
„Du wirst mit einem neuen Namen genannt werden, … Und du wirst eine prachtvolle Krone sein in der Hand des HERRN und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes“ – Jes. 62:2, 3.

AN EINER STELLE erklärt der Prophet Jeremia: „Und dies wird sein Name, mit dem man ihn nennen wird: Herr, unsere Gerechtigkeit“. An einer anderen Stelle sagt er: „Und dies wird der Name sein, mit dem man es benennen wird: HERR, unsere Gerechtigkeit [oder die Gerechtigkeit Jehovas].“ Und so verkündet der Apostel: „Damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm“ (Jer. 23:6; 33:16; 2. Kor. 5:21).

Diese Aussagen beziehen sich auf Zion. Das vorbildliche Zion ist die jüdische Nation; und das gegenbildliche Zion ist der verherrlichte Christus. Wir können also zu Recht verstehen, dass die Segnungen, die der Kirche auf der geistigen Ebene gehören, auf der irdischen Ebene natürlich den Altwürdigen gehören werden, die für immer in der Gunst Gottes stehen werden.

Die beiden Ausdrücke, „eine prachtvolle Krone“ und „ein königliches Diadem“, drücken praktisch denselben Gedanken aus, wobei die Wiederholung den Eindruck doppelt so eindrucksvoll macht. Ein Diadem ist eine Krone. Kronen werden im Allgemeinen verwendet, um den Personen, die sie tragen, Würde und Ehre zu verleihen; aber der biblische Ausdruck „eine prachtvolle Krone, ... ein königliches Diadem in der Hand des HERRN“ beinhaltet nicht den Gedanken an ein Diadem, das getragen wird, um Gott Ehre zu erweisen, sondern vielmehr als ein schönes Schmuckstück in der göttlichen Hand, wie man etwas in die Hand nimmt, um die Schönheit und die Verarbeitung zu betrachten.

Die Juwelen, die dieses Diadem schmücken werden, wenn sie vom großen Meister ihrer Prüfung unterzogen werden, sind die Kirche. Der Herr wird kommen, um Seine Juwelen zusammenzustellen und zu sichern. „Gott hat die Glieder an dem Leib gesetzt“ [1. Kor. 12:18]. Der Text bezieht sich auf die endgültige Fassung in der Zukunft, unter den Bedingungen des Königreichs. So wie sich die Sterne in ihrer Herrlichkeit unterscheiden, so werden sich diese Juwelen in Fassung und Position unterscheiden. Dies gilt auch für die Gegenwart. Die gegenwärtige Anordnung kann sich ändern, je nachdem, ob die einzelne Person dem Willen des Herrn voll und ganz untergeordnet ist oder nicht. Es wurde eine Klasse von Juwelen ausgewählt; und die Erfahrungen dieser Klasse während des Evangelium-Zeitalters waren der Prozess des Polierens; und am Ende dieses Zeitalters, wenn die Kirche vollendet ist, wird es eine Fassung geben. Dies begann mit der ersten Auferstehung.

Das erste Element, das in diesem königlichen Diadem eingesetzt wurde, war zweifellos unser Herr Jesus selbst. Er ist der Erste in diesem großen Diadem, das Jehova in Seiner Hand hält. Als Nächstes kommen die Glieder des Leibes, die in der Ersten Auferstehung vervollkommnet werden – die Apostel und die schlafenden Heiligen, jeder, sobald ihm seine Verwandlung gewährt wird, „in einem Nu, in einem Augenblick“ [1. Kor. 15:52]. Jedes Juwel wird in die Fassung eingesetzt, für die Jehova es vorbereitet hat.

Als die Mutter von Jakobus und Johannes mit ihnen zu Jesus ging und darum bat, dass ihre Söhne sich zu Seiner Rechten bzw. Seiner Linken setzen dürften, sagte Er, dass diese Plätze denen gegeben werden, für die sie vom Vater bestimmt sind. Diese Positionen werden nicht aus Gefälligkeit vergeben, sondern nach dem Prinzip der Gerechtigkeit. Jeder Platz wird in dieser Schar herrlich sein. Nur der Herr ist befugt zu sagen, wer zur Rechten und zur Linken sitzen soll. Wir werden uns freuen, wenn Sein Wille geschieht; und jenseits des Vorhangs werden wir ein so großes Gerechtigkeitsempfinden haben, dass wir froh sein werden, wenn die Angelegenheit so geregelt wird, wie der Vater es angeordnet hat.

Der Herr steht an erster Stelle; wir denken, dass der heilige Paulus wahrscheinlich an zweiter Stelle steht. Und wir denken, dass Petrus und Johannes einen prominenten Platz einnehmen werden. Wir werden alle vollkommen zufrieden und erfreut sein, egal wie der Vater entscheidet. Wir werden uns über jeden Platz freuen. Und jeder, der nicht diesen Geist, diese Gesinnung hat, wird dadurch zeigen, dass er nicht zu der Klasse gehört, die der Herr dort haben möchte. Jeder, der zu dieser Klasse gehört, wird sich freuen, den Beschluss des Vaters anzunehmen und ihn allem vorzuziehen, was er sich hätte ausdenken können.

Die Kirche in der Hand Gottes ist also die Kirche in der Hand der göttlichen Macht. Diese Macht wird die Kirche nutzen und sie wird eine Krone der Herrlichkeit und ein Werk der Schönheit sein, das in alle Ewigkeit die Kunstfertigkeit unseres Gottes wunderbar widerspiegelt. Wie glorreich wird das sein! Wie wunderbar! Der Herr, Jehova, wird diese kostbaren Juwelen so anordnen, dass eines das andere in dieser Krone der Herrlichkeit und diesem Diadem der Schönheit widerspiegelt, mit dem Herrn Jesus an erster Stelle, denn der Vater wird der Kirche keine Herrlichkeit geben, die Er nicht auch dem Herrn selbst geben würde. Die Kirche soll vor den Menschen als „ein Werk der Schönheit und der Freude für immer“ – Gottes Werk – dargestellt werden.

Er wählt die Juwelen jetzt aus und kümmert sich vorsehungsgemäß um sie. Wenn der Prozess des Polierens abgeschlossen ist, wird Er sie tausend Jahre lang auf ganz besondere Weise nutzen. Wie ein Stern in seiner ganzen Pracht erstrahlt, so wird der Herr jeden Einzelnen der Kirche gebrauchen. Aber der Gebrauch, den der Herr zu dieser Zeit von der Kirche machen wird, wird nur ein Teil des Werkes sein, das Er zu vollbringen beabsichtigt. Der Apostel sagt: „Damit er in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christus Jesus“ – Eph. 2:7.

Allen, die in Christus sind, allen, die zum „auserwählten“ Leib Christi gehören – ihnen allen wird Gott Seine überaus große Gnade erweisen. Seine Gnade und Gunst werden auf die Kirche herabregnen. Und die Welt wird schließlich in der Kirche die Krönung des gesamten schöpferischen Werkes Gottes sehen. Die Herrlichkeit der Kirche wird sich vor den Augen der Engel und der Menschen manifestieren. Und so weist der Herr auf die Segnungen hin, die uns gehören werden, wenn wir treu sind und unsere „Berufung und Erwählung fest machen“ [2. Petr. 1.10].

Wir wollen niemals vergessen, dass wir ein „eigentümliches Volk“ sind, abgesondert sowohl von der großen Gesamtheit der nominellen Christen als auch von der Welt. Wir sind mit höheren Hoffnungen, Zielen und Bestrebungen erfüllt und mit einem klareren Einblick in die tiefen Dinge Gottes begünstigt worden. Wir sind aus der früheren Finsternis in Sein wunderbares Licht herausgerufen worden. Wenn wir auf diese Art und Weise von der Welt und von überwiegend weltlich gesinnten Christen abgesondert sind, ist es kein Wunder, wenn wir finden, dass die Harmonie zwischen uns und diesen allen fehlt und sie uns entweder ignorieren oder gegen uns sind [Manna vom 16. Mai].