- 2. CHR. 19:1-11 -
JOSAPHAT gilt als einer der besten Könige in der Geschichte Judas. Er war der Sohn Asas, von dem wir in unserer letzten Lektion gehört haben. Zum Zeitpunkt der Ereignisse, die in dieser Lektion erzählt werden, regierte er bereits seit zwanzig Jahren. Er war ein noch energischerer Reformer als sein Vater Asa, denn er zerstörte alle Ascherim, in denen Götzendienst betrieben wurde, was bedeutet, dass sein Vater einige davon hatte bestehen lassen. Darüber hinaus etablierte er die wahre Religion in seinem gesamten Königreich und war offensichtlich in jeder Hinsicht eifrig um Gerechtigkeit bemüht. Die Aufzeichnungen zeigen seine Herrschaft zweifellos in einem äußerst positiven Licht.
Er geriet durch seinen Ehrgeiz in einen Fehler. Er schloss für seinen Sohn eine Ehe mit der Tochter von Ahab und Izebel aus dem Zehn-Stämme-Reich Israel. Zweifellos war es sein Ehrgeiz, dass durch diese Verbindung die beiden Nationen unter seinem Sohn wieder zu einer Einheit vereint werden könnten. Ach, wie viele gute Männer und Frauen sind durch Ehrgeiz und Opportunismus zu Schaden gekommen. Wie viele Eltern denken mehr an die irdischen Aussichten ihrer Kinder als an ihr wahres Glück und ihr geistliches Wohlergehen. Wie gut, edel und wohlmeinend solche Eltern auch sein mögen, ihr Weg in solchen Angelegenheiten zeugt von mangelndem Vertrauen in Gott oder mangelnder Unterwerfung unter Seinen Willen, ohne zu erkennen, dass Seine treu ausgeführten Anordnungen einen größeren Segen bedeuten als alles andere.
ALLIANZEN MIT DEM BÖSEN SIND GEFÄHRLICH.
Der Ehrgeiz, der zur Heirat mit der königlichen Familie Israels führte, führte auch zu Gemeinschaft und Geselligkeit zwischen den beiden königlichen Familien, und die Auswirkungen waren, wie zu erwarten war, böse. „Böser Verkehr verdirbt gute Sitten“ [1. Kor. 15:33], sagt der Apostel. Ein Sohn fragte einmal seine Mutter, warum sie ihm nicht erlaubte, mit bestimmten Jungen aus der Nachbarschaft zu spielen. Sie antwortete, dass sie Furcht hatte, dass ihr Einfluss auf ihn zum Bösen führen könnte. Er fragte, warum sie nicht davon ausgehen sollte, dass sein gutes Beispiel diese Nachbarjungen beeinflussen würde, anstatt dass ihr Beispiel ihn ungünstig beeinflussen würde. Um ihre Gedanken zu veranschaulichen, bat sie ihren Sohn, ihr einen Becher mit klarem Wasser, eine Flasche Tinte und einen Stift zu bringen. Als er diese gebracht hatte, bat sie ihn, einen Tropfen Tinte in das Glas Wasser zu geben. Er tat dies, und sie bat ihn, die Trübung zu beachten, die schon ein Tropfen Tinte hervorrief; dann schlug sie ihm vor, einen Tropfen Wasser in die Tintenflasche zu geben und zu beobachten, wie wenig sich dadurch veränderte. Die Lektion ist gut: Das Böse hat eine verderbliche Kraft, eine abwärts gerichtete Tendenz, der nichts in der Gerechtigkeit entspricht, und umgekehrt.
Die Lehre für uns ist, dass wir uns „von der Welt unbefleckt erhalten“ [Jak. 1:27] müssen und mehr noch, dass wir dabei göttliche Hilfe suchen müssen – dass wir uns die Anweisungen und Ermutigungen, die Zurechtweisungen und Ermahnungen des Wortes Gottes zu eigen machen müssen. Ein wenig Sauerteig der Sünde kann eine ganze Gemeinschaft beeinflussen; er hat in der gefallenen menschlichen Natur eine Kraft der Selbstentwicklung, die die Gerechtigkeit nicht besitzt. Je mehr wir uns dessen bewusstwerden, desto mehr werden wir dazu geführt, auf den Herrn zu schauen, um die große Linderung zu erlangen, die die Welt braucht, und desto mehr neigen wir dazu, zu beten und uns dafür einzusetzen, dass das Reich des Herrn komme und dass dadurch Gerechtigkeit in der Welt hergestellt werde und dass schließlich der göttliche Wille auf Erden geschehe, wie er im Himmel geschieht.
Die Freundschaft zwischen dem König von Juda und dem König von Israel veranlasste den ersteren, den letzteren zu besuchen, und bei dieser Gelegenheit schlug der Gastgeber vor, dass er versuchen würde, eine bestimmte Stadt, die einst zu Israel gehört hatte, vom König von Syrien zurückzuerobern. Er bat seinen Gast, den König von Juda, ihn in die Schlacht zu begleiten, von der man offensichtlich einen Sieg erwartete. Aus Höflichkeit und aus dem Wunsch heraus, die Freundschaft mit Ahab zu pflegen, willigte Josaphat ein und begleitete ihn, was zu einer katastrophalen Schlacht führte, aus der der König von Juda nur knapp entkommen konnte. Der Herr sandte ihm durch den Propheten Jehu auf seiner Rückkehr von der Schlacht eine Botschaft mit den Worten: „Hilfst du dem Gottlosen, und liebst du, die den Herrn hassen? Und deswegen ist Zorn über dir vonseiten des Herrn“ – was durch seine schmähliche Rückkehr ohne jeglichen Beweis göttlicher Gunst deutlich wurde, die den Königen von Juda versprochen worden war, solange sie mit Gott in Übereinstimmung standen.
SONDERT EUCH AB, SPRICHT DER HERR
Diese ganze Angelegenheit lehrt das Volk des Herrn eine wichtige Lektion: Es ist unsere Aufgabe, in jeder Sache zuerst den Willen des Herrn zu suchen und ihm die Leitung unserer Angelegenheiten und Interessen zu überlassen. Wir sollten besonders auf der Hut sein vor Verbindungen mit Gottlosen – vor Freundschaften, Eheverbindungen usw. zwischen ihnen und uns und unseren Familien. Wir sollten uns nicht so sehr darüber wundern, dass einer der besten Könige Judas einen solchen Fehler begangen hat, sondern wir wundern uns darüber, dass Glieder der königlichen Priesterschaft, die aus dem Heiligen Geist gezeugt sind, jemals ihre Beziehung zum Herrn und ihre Verantwortung Ihm und ihren Kindern gegenüber so vernachlässigen konnten, dass sie in irgendeiner Weise dem Weg Josaphats folgten; und doch wissen wir sehr wohl, dass es eine beträchtliche Anzahl von Menschen gibt, die versuchen, ihre eigenen Angelegenheiten und die ihrer Kinder selbst in die Hand zu nehmen und dabei den Herrn in dieser Angelegenheit zu ignorieren. Wenn wir in Gnade und Erkenntnis wachsen und manchmal aus unseren Fehlern lernen, sollten wir immer mehr von ihnen frei werden und daher dem Herrn immer mehr gefallen.
Die Anweisung des Herrn an die Neue Schöpfung lautet, dass wir nicht nur die Gerechtigkeit lieben, sondern auch die Ungerechtigkeit hassen sollen; wir sollen nicht nur alle lieben und Gemeinschaft mit allen haben, die zum Volk des Herrn gehören, sondern wir sollen auch strikt die Gemeinschaft mit denen meiden, die nicht zu Seinem Volk gehören, die Feinde der Gerechtigkeit sind. Das bedeutet nicht, dass wir die Bösen hassen sollen, sondern dass wir, weil wir die Bosheit hassen, jede Gemeinschaft mit denen vermeiden, die mit ihr sympathisieren, weil wir erkennen, dass sie entweder für die Gerechtigkeit blind sind oder vom Widersacher verführt und beeinflusst werden. Was hat das Licht mit der Finsternis zu tun, die Wahrheit mit dem Irrtum, die Gerechtigkeit mit der Sünde? Alle, die die Gerechtigkeit lieben, sollen sich von der Ungerechtigkeit abwenden: „Reinigt euch, die ihr die Gefäße des Herrn tragt“ [Jes. 52:11].
Während er Josaphat zurechtwies, erwähnte der Herr gnädig Seine Zustimmung zu dessen Weg, die götzendienerischen Anordnungen zu zerstören, und die Neigung des Herzens des Königs, den Herrn zu suchen. Offensichtlich war diese Erfahrung für Josaphat sehr lehrreich und führte dazu, dass er sich noch stärker für die Gerechtigkeit einsetzte, denn er ging unter das Volk, entweder persönlich oder durch Herolde und Repräsentanten, und bewirkte eine religiöse Erweckung, die das Volk zu einer höheren Wertschätzung des Herrn und zur Einhaltung Seiner Gebote zurückführte. Offensichtlich hatte der König einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Ehre, wie seine Ernennungen von Richtern in allen Städten seines Königreichs zeigen. Seine Botschaft an die Richter lautete: „Seht zu, was ihr tut, denn nicht für die Menschen richtet ihr, sondern für den HERRN, und er ist mit euch im Rechtsspruch. So sei denn der Schrecken des HERRN auf euch; habt acht, wie ihr handelt! Denn bei dem HERRN, unserem Gott, ist kein Unrecht, noch Ansehen der Person oder Annehmen von Geschenk“. Das sind großartige Gedanken, die eines Heiligen dieses Evangelium-Zeitalters würdig sind! Sicherlich wäre ein solcher König ein Segen für jedes Volk, weil er dem göttlichen Ideal der Gerechtigkeit so nahekommt. Was kann die Welt hoffen, wenn der große König Immanuel – dem das Königreich zusteht und der es in Kürze im Namen Jehovas übernehmen wird – die Macht des Königreichs ausüben und mit übermenschlichem Wissen und Weisheit die Angelegenheiten der Welt im höchsten Interesse jeder Schöpfung und in Übereinstimmung mit den Prinzipien der Gerechtigkeit ordnen wird?
GERECHTIGKEIT IST DAS FUNDAMENT VON GOTTES THRON.
Es ist ganz offensichtlich, dass die Mehrheit der Menschen – sogar Christen, „Heilige“ – keine ausreichend hohen Ideale in Bezug auf Gerechtigkeit haben. Je mehr wir erkennen, wie verabscheuungswürdig Ungerechtigkeit in den Augen des Herrn ist, desto mehr müssen wir uns bemühen, uns kontinuierlich in dieser Richtung zu üben. Gerechtigkeit ist in mancher Hinsicht kein so hohes Attribut wie Liebe, aber sie ist von vorrangiger Bedeutung, denn das Sprichwort, dass wir gerecht sein sollten, bevor wir großzügig sind, ist wahr. Das Volk des Herrn sollte darauf achten, dass es niemandem in irgendeiner Hinsicht weniger gibt, als ihm zusteht, sei es in geschäftlichen Transaktionen, in sozialen Angelegenheiten, in privaten Gesprächen oder in jeder anderen Weise. Der Heilige soll darüber hinausgehen und nicht nur gerecht, sondern auch großzügig sein – niemandem weniger als Gerechtigkeit zukommen lassen und bereit sein, von anderen weniger anzunehmen, als er zu Recht verlangen könnte, wenn diese die Grundsätze der Gerechtigkeit nicht so hoch zu schätzen scheinen.
Wir müssen uns daran erinnern, dass es einen großen Unterschied zwischen dem Volk Gottes und der Welt gibt, und dürfen uns in dieser Hinsicht nicht mit anderen vergleichen. Die Mehrheit der Welt hat nicht dieselbe Schule besucht wie wir – die Schule Christi – denn über das Volk des Herrn steht geschrieben: „Sie alle werden von Gott gelehrt sein“ [Joh. 6:45]. Da wir seit Jahren in der höchsten Schule von den besten Lehrern unterrichtet werden, wäre es in der Tat seltsam, wenn wir nicht einen höheren Maßstab an Gerechtigkeit und Liebe hätten als den, der unter den Menschen allgemein vorherrscht. Lasst uns lernen, Gerechtigkeit zu pflegen, lasst uns fleißige Schüler in der Schule Christi sein, damit wir für die Abschlussprüfungen geeignet sind und somit würdig erachtet werden, mit unserem Herrn als Lehrer in der großen Schule des Millennium-Zeitalters zusammenzuarbeiten, in der die ganze Menschheit nach diesen Richtlinien unterrichtet werden wird.
Die Beamten des Gerichts wurden größtenteils aus den Leviten ausgewählt – dem Stamm, der speziell für den Dienst des Herrn geweiht war. Offensichtlich hätte der König in all diesen Angelegenheiten nicht klüger handeln können; dennoch dürfen wir nicht erwarten, dass die Könige der Christenheit seiner Tat folgen und nur geweihte Männer als Richter, Gerichtsbeamte, Polizisten usw. auswählen. Die Königreiche dieser Welt werden nach und nach zum Reich unseres Herrn und Seines Gesalbten werden, und dann werden zweifellos während dieser tausendjährigen Epoche nur den Geweihten Positionen der Macht, Autorität oder Verantwortung in Verbindung mit der Regierung der Welt übertragen werden. Derzeit hat jedoch der „Gott dieser Welt”, der „Fürst dieser Welt”, Satan, großen Einfluss auf die gesamte Politik der Welt und sorgt dafür, dass die Mehrheit der Menschen in einflussreichen und mächtigen Positionen ihm treu ergeben ist.
Es stimmt, dass heute äußerlich ein guter moralischer Ton herrscht und in der Öffentlichkeit allgemein der Wunsch besteht, nicht von den Machthabern missbraucht oder betrogen zu werden, und dass ein gewisses Maß an Anstand und Ordnung gewahrt und ein hoher Standard gefordert werden muss. Dennoch sind wir alle Zeugen der Tatsache, dass es verschiedene Maßstäbe für Ehrlichkeit gibt und dass die Mehrheit der Menschen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ämtern zu niedrige Maßstäbe hat. Es steht uns nicht zu, uns speziell in die gegenwärtigen Bedingungen einzumischen, die uns alles in allem so gut erscheinen, wie wir es erwarten konnten, besser als wir hätten hoffen können. Wir freuen uns dennoch, dass die Zeit kommt, in der absolute Vollkommenheit in der Führung der Weltangelegenheiten gewährleistet sein wird. Gott wählt jetzt Seine königlichen Priester aus, die Seine Könige und Minister in der Verwaltung der Angelegenheiten des Königreichs Seines geliebten Sohnes sein sollen. Lasst uns treu sein und die Lektionen der Gegenwart gut lernen, damit wir für würdig befunden werden, an dieser Ehre teilzuhaben.
“RICHTET EIN GERECHTES GERICHT” [Joh. 7:24]
Auch Josaphats Anweisung an die Leviten, die zu Jerusalem dieses oberste Gericht bildeten, ist großartig. „So sollt ihr tun in der Furcht des Herrn, mit Treue und mit ungeteiltem Herzen. Und was irgend für ein Rechtsstreit vor euch kommt vonseiten eurer Brüder, die in ihren Städten wohnen, zwischen Blut und Blut, zwischen Gesetz und Gebot, Satzungen und Rechten, so sollt ihr sie verwarnen, dass sie sich nicht an dem HERRN verschulden, und dass nicht ein Zorn über euch und über eure Brüder komme“. Das Richten zwischen Blut und Blut würde die Entscheidung über den Grad der Schuld im Falle eines Mordes bedeuten – um zu bestimmen, wie wir es heute tun, ob es sich um Totschlag, versehentliche Tötung oder Mord zweiten Grades handelte – Mord ohne Vorsatz oder durch Zorn oder Furcht provoziert – oder, drittens, ob es sich um Mord ersten Grades handelte, also vorsätzlicher Mord. Ebenso sollten sie unterscheiden, welche Vergehen gegen das Gewohnheitsrecht, welche gegen das göttliche Gesetz und welche gegen die Gepflogenheiten der Gesellschaft verstießen, und dafür sorgen, dass allen Gerechtigkeit widerfuhr. Wenn wir über diese Bedingungen in früheren Zeiten nachdenken, fragen wir uns, wie solche Angelegenheiten – solche Beweise dafür, dass die Menschen vor Tausenden von Jahren gerecht, edel, rücksichtsvoll und ehrfürchtig waren – von unseren evolutionistisch denkenden Freunden betrachtet werden. Sie scheinen geneigt zu sein zu glauben, dass die Menschheit zu dieser Zeit in ihrer Intelligenz fast noch auf dem Niveau von Affen gewesen sein muss, aber die Fakten sprechen dagegen. Hier gab es einen König, in dessen Reich Gerechtigkeit zweifellos genauso gut ausgeübt wurde wie heute in unserem begünstigten Land in dieser begünstigten Zeit.
Die Schlussworte der Lektion bilden unseren Goldenen Text: „Seid stark und handelt, und der Herr wird mit dem Guten sein“. Wir empfehlen diese Worte dem treuen Volk des Herrn. Wer eine Pflicht zu erfüllen hat fürchte sich nicht. Während wir uns bemühen, unangenehme Aufgaben auf eine freundliche Art und Weise und zugleich gerecht und liebevoll auszuführen, wollen wir nicht die Menschen, sondern lieber den Herrn fürchten und darauf bedacht sein, Ihm zu gefallen. Lasst die Reden unseres Mundes und das Sinnen unseres Herzens wohlgefällig vor dir sein, HERR, unser Fels und unser Erlöser! [Ps. 19:15].
Soll doch die Welt ihren Kampf austragen! Der Herr wird die Aufsicht über alles führen, und die Resultate werden schließlich herrlich sein. Wir, die wir der neuen Nation, dem neuen Königreich, das nicht von dieser Welt ist, angehören, die keine fleischlichen Waffen, sondern das Schwert des Geistes gebrauchen, wollen den guten Kampf des Glaubens kämpfen, an den herrlichen Dingen, die vor uns liegen, festhalten und nicht nur selbst stehen, sondern auch allen denen, die den gleichen Geist haben und zum gleichen geistigen Armeekorps gehören, helfen zu stehen, vollendet in Ihm, der das Haupt und der Anführer unserer Errettung ist [Manna vom 25. Oktober].