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WEIHNACHTSRÜCKBLICK
Leselektion, Psalm 103.

Die Lektionen des letzten Quartals über Saul, David und Salomo sind uns noch gut in Erinnerung. Sauls große, aber vergeudete Gelegenheiten haben uns den Gedanken vermittelt, dass auch wir große Gelegenheiten haben und auf der Hut sein müssen, damit diese nicht vergeudet werden. Sauls Gelegenheiten waren weltlicher Natur und standen im Zusammenhang mit einem irdischen Königreich; unsere beziehen sich auf das ewige, herrliche Königreich. Sein Fehler bestand darin, dass er sein Herz nicht ganz dem Herrn gab. Stattdessen versuchte er, dem Herrn zu dienen, aber gleichzeitig seinen eigenen Willen durchzusetzen. Wenn wir sehen, wie groß sein Fehler war, wird uns bewusst, wie wichtig es ist, unsere Weihung vollständig und vollkommen zu machen und dann mit der Hilfe des Herrn dafür zu sorgen, dass wir die Bestimmungen dieser Weihung treu erfüllen.

In David, dem Nachfolger Sauls, haben wir einen Mann nach Gottes Herzen – nicht in Bezug auf alle Angelegenheiten seines Lebens, sondern in Bezug auf sein Herz, seine Absichten, die Heiligkeit seines Willens und seiner Ziele. Wenn wir sehen, was Gott an David schätzte, können wir besser verstehen, was er an all denen schätzt, die Ihm gefallen möchten. Nicht, dass wir hoffen könnten, Gott aus eigener Kraft zu gefallen – aber nachdem wir Seine Gnade in unseren Herzen angenommen haben, unter dem Kleid der zugerechneten Gerechtigkeit des Erlösers gekommen sind und erkannt haben, dass wir in dem Geliebten annehmbar sind, muss es das Verlangen unseres Herzens sein, in Gedanken, Worten und Taten so nah wie möglich an den göttlichen Maßstab heranzukommen. Dadurch machen wir unsere Berufung und Erwählung fest, denn der Herr sucht nur diejenigen als Seine Diener, die Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Er nimmt uns unter dem Verdienst Christi an, weil wir erklärt haben, dass wir wie Christus sein und den Willen des Vaters erfüllen wollen. Unsere Annahme erfolgt mit dem Ziel, uns die Gelegenheit zu geben, die Wahrhaftigkeit unserer Behauptungen unter Beweis zu stellen – den Opferbund in Gehorsam gegenüber den Prinzipien der Gerechtigkeit zu erfüllen. Fehler werden sicherlich von Zeit zu Zeit unsere besten Bemühungen kennzeichnen, aber so sicher, wie wir zur Klasse Davids gehören, dem Geliebten des Herrn, so sicher werden uns unsere Fehler Reue und Schmerz bereiten und uns zum Herrn führen, um Seine Vergebung im Namen und Verdienst dessen zu erbitten, der uns geliebt und mit Seinem kostbaren Blut erkauft hat. Davids Kampf gegen die Feinde des Herrn und gegen die Feinde des Königreichs und des Gesetzes, das der Herr in Israel errichtet hatte, setzte sich während Davids gesamter Laufbahn fort und steht sinnbildlich für den Kampf, den alle Geliebten des Herrn treu bestehen müssen, wenn sie in Seiner Gunst bleiben wollen. Die Loyalität zu den Grundsätzen der göttlichen Regierung ist von größter Bedeutung; das königliche Banner muss hoch erhoben werden; wir müssen unser Leben einsetzen und opfern, um den göttlichen Charakter und die göttlichen Lehren zu verteidigen, wenn wir des Reiches der Herrlichkeit würdig sein wollen, wenn wir zum Haus Davids gehören wollen, dem Geliebten, von dem der Herr versprochen hat, dass es für immer bestehen bleiben wird – dem Haus Christi, dem Haus der Söhne.

Wir betrachten Salomos friedliche Herrschaft und stellen fest, dass ihre ersten Jahre vorbildlich für die Segnungen der Blütezeit des Millenniumkönigreichs waren. Die Herrlichkeit, Weisheit und der Reichtum Salomos waren jedoch nur geringfügig im Vergleich zu der Weisheit, Ehre und dem Reichtum, die Gott denen versprochen hat, die Ihn lieben. Mit Blick auf die treuen Überwinder erinnern wir uns daran, dass verkündet wurde, dass sie so erkennen werden, wie sie von Gott erkannt werden, dass sie an der Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit ihres glorreichen Hauptes und Meisters teilhaben werden.

Wir erinnern uns auch an den vorbildlichen Tempel und seinen Bau aus Materialien, die zuvor während der levitischen Herrschaft vorbereitet worden waren, und daran, wie dies unsere Vorbereitung als lebendige Steine für den herrlichen Tempel der Zukunft vorwegnahm, in dem Gott Seine Gegenwart allen Familien der Erde zu ihrem Segen und ihrer Erbauung und zur Freude all derer offenbaren wird, die auf die gesegneten Einflüsse des Millenniumkönigreiches zugehen werden. Der Gedanke an die Vorbereitung dieser Steine spendet uns viel Trost und Freude angesichts der Prüfungen und Schwierigkeiten der gegenwärtigen Zeit, da wir erkennen, dass sie für uns und in uns die Vorbereitung auf das weitaus überragendere und ewige Gewicht der Herrlichkeit bewirken, das uns zuteilwerden wird, wenn wir treu sind, wenn wir in Herrlichkeit als geistlicher Tempel des Herrn zusammengeführt werden.

Dieser Rückblick ist vielleicht eine ebenso passende Lektion für den letzten Sonntag des Jahres wie jede andere, insbesondere wenn wir uns daran erinnern, dass all diese Herrlichkeiten, Segnungen und Privilegien uns zuteilwerden aufgrund des großen Erlösungswerks, das von Dem vollbracht wurde, dessen Eintritt in dieses Werk am Weihnachtstag gefeiert wird. Obwohl wir nicht zustimmen können, dass dies der richtige Tag sei, um die Geburt unseres teuren Erlösers zu feiern, sondern darauf bestehen, daß dies ungefähr um den ersten Oktober stattfand (Schriftstudien, Bd. 2, S. 54), so ist es doch ziemlich unerheblich, an welchem Tag dieses Ereignis von so großer Bedeutung für alle gefeiert wird, da Er nicht den Wunsch geäußert hat, dass wir Seinen Geburtstag feiern sollten. An diesem Tag, der so allgemein gefeiert wird, ist es für uns ganz passend, uns denen anzuschließen, deren Herzen voller Liebe und Wertschätzung gegenüber Gott und dem Heiland eingestellt sind.

Die Gewohnheit, in dieser Jahreszeit einander kleine Geschenke zu überreichen, scheint uns besonders geeignet zu sein. Gott ist der Geber jeder guten und vollkommenen Gabe. Er gibt beständig, und wir nehmen beständig von Ihm; aber unter allen Seinen Gaben ist die Gabe Seines Sohnes, um unser Erlöser zu werden, für uns von größter Bedeutung [Manna vom 25. Dezember]. Während wir also dem Herrn für dieses großartige Geschenk und für den großartigen Plan, der darin zum Ausdruck kommt, danken, ist es angebracht, dass wir in unseren Herzen den Geist der Freigiebigkeit und Großzügigkeit pflegen und dass wir diesem Geist gestatten, sich in gewissem Maße – entsprechend unseren eigenen Bedingungen und Verhältnissen – gegenüber denen zu entfalten, mit denen wir in Kontakt stehen, insbesondere gegenüber den Mitgliedern unseres eigenen Haushalts. Wir empfehlen, dass jedes kleine Geschenk zu diesem Anlass so weit wie möglich ein kleines Andenken an das große Geschenk darstellen sollte – etwas, das den Sinn des Empfängers auf die Tatsache lenkt, dass das große Geschenk Gottes in Christus in den Gedanken aller sein sollte, die zu dieser Jahreszeit kleine Geschenke machen oder erhalten.