- 1. SAM. 15:13-23 -
DIE Worte unserer Titelzeile, der Goldenen Schriftstelle dieser Lektion, sind die Zurechtweisung des Herrn an König Saul durch den Propheten Samuel, in Verbindung mit der Ankündigung, dass Saul durch seinen Ungehorsam gegenüber dem himmlischen König sein Vorrecht verwirkt hatte, Ihn auf dem Thron Israels zu repräsentieren. Die Loslösung des Königreichs aus den Händen Sauls bedeutete mehr als nur seine eigene Verdrängung: Es bedeutete, dass sein Sohn und die nachfolgenden Erben nicht die Repräsentanten des Herrn im Königreich bleiben sollten.
Für einige Jahre scheint Saul auf dem Thron recht erfolgreich gewesen zu sein, und das Volk Israel gedieh mit ihm. Einige Jahre nach seiner Krönung, die in unserer letzten Lektion erwähnt wurde, kam seine erste schwere Prüfung in Bezug auf seinen Gehorsam gegenüber dem himmlischen König auf ihn zu. Zu dieser Zeit wurde ein Krieg gegen die Philister geführt, die in das Gebiet der Israeliten im Osten eingedrungen waren. Saul wartete mehrere Tage darauf, dass Samuel kam, um vor Beginn der Schlacht die Opfer des Herrn darzubringen. Samuel wurde durch die Vorsehung daran gehindert, und Saul wartete eine Zeit lang und brachte dann entgegen der Anordnung die Opfer selbst dar. Anschließend zog er in die Schlacht, die mit einer erheblichen Niederlage seiner Streitkräfte endete. Anscheinend hatte er keine bösen Absichten, aber es fehlte ihm an angemessenem Respekt und Ehrfurcht vor dem Herrn und Seinen Anordnungen. Dies kann als der Beginn der Ablehnung Sauls durch den Herrn angesehen werden. Samuel sagte: „Du hast nicht beobachtet das Gebot des Herrn ... nun aber wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen“ [1. Sam. 13:13, 14].
Die Lehre aus diesem Ereignis ist für das geistliche Israel heute genauso anwendbar wie für Saul und das natürliche Israel zu ihrer Zeit: „Gehorsam ist besser als Opfer“. In wie vielen Ausdrucksformen können wir denselben Zustand bei vielen sehen, die heute den Namen des Herrn bekennen! Viele sind „Arbeiter“ in der Sache des Herrn in den verschiedenen Denominationen der Christenheit, und nicht wenige bringen Opfer in Form von Zeit und Geld; aber insoweit sie dem Herrn nicht gehorsam sind, verfehlen sie den Segen, den sie haben könnten, und schneiden sich in der Tat in erheblichem Maße von größeren Vorrechten und Gelegenheiten ab. Ja, viele von ihnen schneiden sich, so fürchten wir, vom Königreich, von der Herrlichkeit und von der Mit-Erbschaft mit dem Herrn in diesem Königreich ab. Wir sollten aus dieser Lektion, die uns durch Sauls Erfahrung erteilt wurde, lernen, dass unser himmlischer Vater sich wünscht, dass wir Seinem Wort große Aufmerksamkeit schenken und dass wir keinen Augenblick lang denken, dass wir es verbessern könnten, oder dass Zeiten und Umstände die Richtigkeit unseres Gehorsams gegenüber Gott ändern werden. Wäre Saul gehorsam gewesen und die Folgen wären katastrophal gewesen, hätte er zumindest ein reines Gewissen gehabt; er hätte sagen können, dass er Gott gehorsam gewesen sei und nicht für die Folgen verantwortlich sei. Aber wenn er gehorsam gewesen wäre, wäre Gott für die Folgen verantwortlich gewesen, und wir wissen, dass die göttliche Macht die richtigen Ergebnisse gebracht hätte. Wenden wir diese Lektion auf uns selbst an, in Bezug auf unser tägliches Verhalten in allen Angelegenheiten des Lebens: Lasst uns auf das Wort des Herrn horchen und uns eng daranhalten, indem wir uns nicht vor den Folgen fürchten, sondern den Glauben haben, dass Er, der uns behütet, niemals schläft noch schlummert und zu weise ist, um zu irren. Er ist auch fähig, jedem unvorhergesehenen Ereignis, in das wir möglicherweise als Folge unseres Gehorsams geraten könnten, zu begegnen [Manna vom 13. Mai, Hervorhebung von uns]. Wie viele vom Volke des Herrn in Babylon würden gesegnet sein, wenn sie den Anweisungen dieser Lektion folgen würden. Sie haben sich immer wieder gesagt: „Ich sehe, dass die gegenwärtigen Institutionen und Anordnungen im Widerspruch zur Einfachheit des Evangeliums Christi und zur Praxis der frühen Kirche stehen, aber was kann ich tun? Ich gehöre zu diesem System und bin damit beschäftigt, für seinen Aufbau Opfer zu bringen; wenn ich jetzt meine Hand zurückziehe, bedeutet das mehr oder weniger eine Katastrophe. Ich wünschte, ich wäre frei von menschlichen Institutionen und hätte meine Hände voll mit der Arbeit des Herrn nach den Richtlinien Seines Wortes, aber ich kann nicht loslassen, denn die Notwendigkeit scheint auf mir zu liegen. Ich muss ein Opfer bringen, und dies scheint der beste Ort dafür zu sein“. Der Herr ist über eine solche Argumentation nicht erfreut. Seine Botschaft an uns lautet, dass Gehorsam besser ist als Opfer: Überlasst die Angelegenheit eures Opfers Meinen Händen – es wird ohnehin nichts bringen, wenn Ich es nicht annehme, und Ich nehme Opfer nur von denen an, die zuerst gehorsam sind. „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden mitteilhaftig werdet und damit ihr nicht empfangt von ihren Plagen“ [Offb. 18:4].
Obwohl der Herr die Ablehnung von Saul verkündigte, wurde die Vorhersage offensichtlich erst mehrere Jahre später ausgeführt; vielleicht stand das Dekret zehn Jahre lang, sozusagen als toter Buchstabe, denn es ist durchaus möglich, dass Saul durch die Ablehnung richtiggehend geläutert wurde und dem göttlichen Willen mehr Aufmerksamkeit und Gehorsam entgegenbrachte, und David, der wahrscheinlich zu dieser Zeit gesalbt wurde, war noch nicht ausreichend entwickelt, um der Repräsentant des Herrn an Sauls Stelle zu sein.
Die nächste schwere Prüfung für Saul kam in Verbindung mit den Amalekitern – einem nomadischen und wilden Volk, das dem Volk Israel bei mehreren Gelegenheiten Schaden zugefügt hatte. Als der Herr die Botschaft sandte, gab Er besondere Anweisungen, dass die Amalekiter vernichtet werden sollten, und sagte: „Nun zieh hin und schlage Amalek, und verbannt alles, was er hat, und schone seiner nicht; und töte vom Mann bis zur Frau, vom Kind bis zum Säugling, vom Rind bis zum Kleinvieh, vom Kamel bis zum Esel“. Ohne weitere Übertretungen der Amalekiter zu erwähnen, gibt Er hier an, dass die Vernichtung auf den Widerstand der Amalekiter gegen Israel zurückzuführen ist, als diese mehrere Jahrhunderte zuvor aus dem Land Ägypten auszogen.
Diese Erzählung wird von Skeptikern aufgegriffen, um eines von zwei Dingen zu beweisen: (1) Dass Gott keine solche Botschaft gesandt hat; dass es entweder die Einbildung von Samuel oder Saul oder von jemandem war, der fiktiv in ihrem Namen schrieb. (2) Wenn es als Gebot des Herrn annehmbar wäre, würde es Ihn als ein Monster erweisen – ohne Gerechtigkeit, Mitleid, Sympathie und Liebe – dass Er so das massenhafte Abschlachten von menschlicher Schöpfung und stummen Tieren befehlen sollte. Es gibt nur eine Antwort auf diese Angelegenheit, und sie sollte für alle, die sie verstehen, zufriedenstellend sein und ist es auch. Sie lautet:
Erstens bedeutete diese Vernichtung der Amalekiter nicht, wie man normalerweise annehmen könnte, dass sie, obwohl sie böse waren, in die ewige Qual gingen. Der Tod hatte für die Amalekiter dieselbe Bedeutung wie für ihr Vieh – ein Ende dessen, was im gegenwärtigen Leben wünschenswert war, und die wünschenswerten Dinge im gegenwärtigen Leben waren für die Amalekiter wahrscheinlich nicht mehr als für ihre Herden. Die Amalekiter litten weit weniger darunter, durch das Schwert abgeschlachtet zu werden, als wenn sie Opfer einer Hungersnot oder einer Seuche geworden und an deren Folgen gestorben wären – das Ende des Lebens mit wenig Schmerz für sie selbst oder Ärger für andere – das Ende eines vergleichsweise ereignislosen Lebens. Sie alle gingen hinab in das große Gefängnis des Todes – den Sheol, den Hades – das Grab. Gott sah es voraus und hatte bereits eine große Erlösung nicht nur für sie, sondern für die ganze Menschheit angeordnet, und diese Erlösung, die durch das große Opfer Christi Jahrhunderte nach ihrem Tod gesichert wurde, wird ihnen mit der Zeit die Befreiung aus ihrer Gefangenschaft sichern, eine Auferweckung aus dem Todesschlaf. Sie werden zu der Klasse gehören, die unser Herr erwähnt hat, und sagen: „Alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören und hervorkommen“. Sie werden unter viel günstigeren Bedingungen hervorkommen, um von der Gnade Gottes in Christus zu lernen und zu den Familien der Erde zu gehören, die durch den Samen Abrahams, das geistliche Israel, gesegnet werden. Sie werden nicht an der Hauptauferstehung oder der Auferstehung zum Leben teilnehmen, sondern durch Urteile, Besserungen in Gerechtigkeit, zu den Vorrechten der Restitution erweckt werden.
Zweitens ist es wahr, dass die Amalekiter ebenso wie die Amoriter schon früher vernichtet worden wären, aber ihre Ungerechtigkeit war noch nicht vollständig erreicht. Eine Lehre, die daraus zu ziehen ist, ist, dass, auch wenn diese Nationen nicht in einer besonderen Bundesbeziehung mit Gott stehen, es eine gewisse göttliche Aufsicht gibt – dass ihre Missetaten nicht zu weit gehen und dass, wenn sie ihr volles Ausmaß erreicht haben, mit Bestrafung zu rechnen ist. Wir kennen die Einzelheiten in Bezug auf die Amalekiter nicht, aber da wir den Charakter Gottes und Seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit kennen, können wir sicher sein, dass ihre Missetaten in gewissem Sinne das volle und überlaufende Maß erreicht hatten, bevor dieser Befehl zu ihrer Hinrichtung König Saul übergeben wurde.
Sauls Fehler in dieser Prüfung bestand darin, dass er den Befehl des Herrn nicht vollständig ausführte. Er erschlug alle Amalekiter, alt und jung, mit Ausnahme des Königs, den er am Leben ließ, möglicherweise in der Absicht, ihn in einer Art Triumphzug zur Schau zu stellen; aber was die Herden und Rinder betraf, so stimmte er mit seinem Volk überein, alles zu verschonen, was gut und begehrenswert war – „das beste vom Klein- und Rindvieh und die Tiere vom zweiten Wurf und die Mastschafe und alles, was gut war, ... alles Vieh aber, das gering und schwächlich war, das verbannten sie“ (Vers 9).
Zu diesem Zeitpunkt kam der Prophet Samuel zu ihm und es kam zu dem Gespräch, das wir in unserer Lektion behandelt haben. Die allgemeine Erzählung – die Empörung Samuels und die positive Ankündigung des Herrn – zeigt deutlich, dass Saul Gottes Anweisungen nicht missverstanden hatte, sondern sie mit beträchtlicher Überlegung verletzt hatte. Folglich müssen wir seine an Samuel gerichteten Worte als in erheblichem Maße heuchlerisch verstehen. Er begrüßt den Propheten zunächst mit Segenswünschen und versichert ihm, dass er das Gebot des Herrn erfolgreich ausgeführt habe. Doch der Prophet erwidert sofort: „Was ist denn das für ein Blöken von Kleinvieh in meinen Ohren, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?“ Der Prophet verstand sofort, dass das Werk der Zerstörung noch nicht abgeschlossen war, dass Saul und das Volk Israel darauf aus waren, Beute zu machen. Dies stand im völligen Widerspruch zur Anweisung des Herrn. Sie sollten ihre Feinde nicht zu ihrem eigenen Vorteil vernichten, sondern allein als Vertreter des Herrn handeln und somit Sein Dekret, das Urteil der Gerechtigkeit, vollstrecken. Sie sollten keine Beute machen und somit nicht wie die Nationen um sie herum werden – eine Nation von Räubern, die von den Problemen profitiert, die sie den Feinden des Herrn zufügen. Dies steht in völligem Einklang mit dem Charakter des Herrn und der vorangegangenen Erklärung.
Als Saul sah, dass der Prophet wahrscheinlich in keiner Weise Verständnis für seine Verletzung des Gebots haben würde, begann er scheinheilig zu behaupten, dass all diese schönen Schafe und Ochsen dem Feind abgenommen worden seien, um dem Herrn geopfert zu werden, und nebenbei hätte dies ein großes Fest für die Israeliten bedeutet, da das Fleisch der so geopferten Tiere von ihnen gegessen wurde. Samuel unterbrach den König in seiner Erklärung und berichtete ihm von den Worten des Herrn in der Nacht zuvor (was nach jüdischer Zählung „diese Nacht“ wäre, da ihr Tag am Abend begann). Die Botschaft des Herrn lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass Saul demütig war, als er als Repräsentant des Herrn auf den Thron gewählt wurde, und zu dieser Zeit war er sehr bereit, der himmlischen Stimme strikt zu gehorchen, aber die Andeutung ist, dass er jetzt mehr Vertrauen in sich selbst hatte und daher weniger auf den Herrn angewiesen war und weniger auf die Gebote des Herrn achtete; er verfiel in eine falsche Einstellung des Herzens und versäumte es, eine sehr klare, konkrete Anweisung ordnungsgemäß auszuführen. Wissentlich und unter Missachtung des Gebots des Herrn ließ er die Beute trennen und verschonte das Beste, obwohl der Herr das Gegenteil befohlen hatte.
Wenn wir, indem wir diese Grundsätze auf das Volk des Herrn von heute anwenden, daran denken, dass die Amalekiter die Sünden repräsentieren und dass der Herr uns gebietet, die Sünde vollständig zu beseitigen und alles, was damit verbunden ist, gänzlich zu vernichten, können wir eine wertvolle Lektion lernen. Wie Saul sind viele bereit, die abscheulichsten Dinge, die mit Sünde verbunden sind, zu zerstören, aber die Königssünde am Leben zu lassen und sie lediglich zu einem Gefangenen zu machen. Viele sind auch bereit, nach den Dingen zu suchen, von denen sie wissen, dass sie vom Herrn zur Vernichtung verurteilt sind – solche Dinge, die nach ihrem Geschmack bevorzugt und wünschenswert wären – und häufig behaupten sie, wie Saul, dass selbst an diesen weniger anstößigen Sünden festgehalten wird, um sie zu opfern und so Gott zu ehren. Wie trügerisch ist doch in all diesen Dingen das Herz! Wie notwendig ist es, dass alle, die mit dem Herrn in Einklang stehen wollen, von ganzem Herzen aufrichtig sind, und dass wir unter der Leitung des Herrn versuchen sollten, jedem sündigen Prinzip, jeder bösen Lehre, jeder bösen Doktrin, jeder bösen Beschäftigung, jedem unheiligen Wort und jedem unheiligen Gedanken und jeder unheiligen Tat das Leben zu nehmen.
Saul versuchte, seinen Weg zu verteidigen, die Angelegenheit so gut wie möglich zu beschönigen und die Verantwortung für die Rettung der Beute für das Opfer auf die Heere Israels zu legen, die ebenso wie er den Wunsch hatten, dem Herrn Opfer darzubringen. Samuels Antwort ist der Kern dieser Lektion und enthält die Goldene Schriftstelle. Er weist Saul deutlich darauf hin, was dieser hätte wissen müssen und was alle anerkennen sollten, nämlich dass das Darbringen von Opfern dem Herrn weit weniger gefällt als der Gehorsam gegenüber Seinem Wort. Niemand kann dem Herrn ein annehmbares Opfer darbringen, wenn er nicht in seinem Herzen gehorsam ist und wenn das Opfer nicht diesen Gehorsam repräsentiert. So ist es auch mit dem Volk des Herrn heute. Es ist nicht so sehr unrechtmäßig erworbener Reichtum, den wir dem Herrn opfern können; es sind nicht so sehr die direkt oder indirekt durch Unrecht erworbenen Erträge, die wir annehmbar opfern können. Unser Opfer muss von Herzen kommen und in erster Linie der Wille sein. Wer dem Herrn seinen Willen, sein Herz gibt, gibt alles. Wer seinen Willen nicht gibt, wer nicht mit einem gehorsamen Herzen zum Herrn kommt, kann dem Herrn kein Opfer anbieten, das annehmbar sein könnte. „Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer“ – das ist eine Lektion, die sich tief in den Herzen aller Geheiligten in Christus Jesus einprägen sollte. Es ist auch notwendig, den Geist des Gehorsams zu besitzen, und wer den Geist des Gehorsams hat, wird nicht nur dem göttlichen Willen Gehorsam leisten, sondern wird auch suchen, den göttlichen Willen immer mehr zu erkennen, damit er diesem gegenüber gehorsam sein kann. Von dieser Klasse spricht die Heilige Schrift, wenn sie sagt: „Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen“ und nochmals mit den Worten unseres Herrn: „Deinen Willen, o Gott, tue ich gern; dein Gesetz ist in mein Herz geschrieben“ [Manna vom 3. September, Hervorhebung von uns].
Saul hatte sich im ganzen Land Israel sehr eifrig gegen Zauberei und Götzendienst eingesetzt und damit ein gutes Werk im Einklang mit dem göttlichen Plan, dem göttlichen Willen, vollbracht; aber der Prophet macht ihn darauf aufmerksam, dass dieser Eifer in solchen Angelegenheiten kein Ausgleich für seine vorsätzliche, mutwillige Missachtung der göttlichen Anordnung sein würde. Die Gebote des Herrn gegen die Sünde und alles Böse sind buchstabengetreu auszuführen, ganz gleich, wie hoch die Sünde in Bezug auf Würde und Stellung stehen mag und wie kostbar, wertvoll, begehrenswert oder schmackhaft die Sünde für unsere gefallene Natur auch sein mag. Selbst wenn sie so lieb wie die rechte Hand oder das rechte Auge ist, gibt es für die Nachfolger des Herrn keinen anderen Weg als den Gehorsam – bis zum Tod.
Obwohl Saul vollständig verworfen war, war seine Absetzung noch nicht fällig. Samuel schloss sich ihm in einem öffentlichen Opfer an, um des Sieges über die Amalekiter zu gedenken, und bei dieser Gelegenheit tötete er Agag eigenhändig – und begab sich dann nach Hause. Danach sah er Saul nie wieder, doch die Heilige Schrift erklärt: „Samuel aber trauerte um Saul“ – und zeigt uns damit erneut die Schönheit und Stärke seines Charakters. Er war bereit, den Befehl des Herrn in jeder einzelnen Angelegenheit auszuführen, hatte aber auch Mitgefühl für diejenigen, die vom Weg abgekommen waren; kein Mitgefühl, das sie zu seinen Freunden gemacht und ihn dazu gebracht hätte, mit ihnen auf ihrem falschen Weg zusammenzuarbeiten, sondern ein Mitgefühl, das gerne jederzeit mit ihnen auf einem gerechten Weg zusammengearbeitet hätte. R3224-3225