WER SIND UNSERE BRÜDER?
Frage: Wie sollen wir uns gegenüber bekennenden Christen verschiedener Denominationen verhalten, die offenbar nur geringe Kenntnisse der Wahrheit und nur geringe Wertschätzung für die Lösegeld zeigen? Sollen wir sie als Brüder in Christus betrachten? Sollen wir Gemeinschaft mit ihnen haben? Oder sollen wir sie wie Heiden und Zöllner behandeln?
Antwort: Alle, die sich zur Liebe zum Herrn Jesus Christus bekennen und an Ihn als ihren Erlöser glauben – auch wenn ihre Kenntnis von Seinem Erlösungswerk nur begrenzt und vage ist – und deren allgemeines Verhalten darauf hindeutet, dass sie dem Geist und nicht dem Fleisch nachfolgen wollen, sollten als Brüder betrachtet und behandelt werden. Wenn wir jedoch das Wort „Bruder” verwenden, müssen wir daran denken, dass es unter den Gläubigen zwei Klassen von Brüdern gibt: (1) Diejenigen, die sich lediglich dem Herrn zu einer Reform ihres Lebens verpflichtet haben und bis zu einem gewissen Grad auf den Erlöser vertrauen; und (2) diejenigen, die weitergegangen sind und ihr Leben sogar bis zum Tod geweiht haben und durch den Heiligen Geist als Neue Schöpfung gezeugt worden sind. Diese sind Brüder einer unterschiedlichen Ordnung; die ersten wurden durch die Leviten symbolisiert, die letzteren durch die Priester. Beide sind unsere Brüder, und beide sollten höflich, freundlich und hilfsbereit behandelt werden; aber es wäre unmöglich, mit der ersten Klasse in derselben Weise oder in demselben Maße Gemeinschaft zu haben wie mit der zweiten Klasse. Wenn man die Kirche betrachtet, sollte nur die letztere gezählt werden, denn die Kirche ist der Leib Christi, die königliche Priesterschaft. Daher sollte nur von letzteren erwartet werden, dass sie am Gedächtnismahl des Todes des Herrn teilnehmen und das Gelübde der Weihung, mit Ihm zu sterben, ablegen. An die erste dieser Klassen von Brüdern (symbolisiert durch die Leviten) richtete der Apostel die Ermahnung: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, … Opfer“ usw. (Röm. 12:1). Diejenigen, die dieser Ermahnung folgen und die opfernde Weihung vollziehen, werden dadurch Brüder auf der höchsten Ebene des Geistes und werden somit, als Glieder des Leibes des Gesalbten, Glieder des höchsten Grades der Gemeinschaft.
Die Erkenntnis sollte in der Gemeinde hochgeachtet werden und als ein Beweis für Fortschritt und Wachstum gelten. Denn niemand kann im Herrn und in der Macht Seiner Stärke, in Gnade, stark werden, wenn er nicht auch in der Erkenntnis wächst. Mit Recht schätzen wir diejenigen höher, deren Liebe für den Herrn und für Seine Wahrheit sich darin zeigt, dass sie Sein Wort mit Eifer studieren und deren Gunst bei Gott sich darin zeigt, dass sie immer mehr in die tiefen Dinge Gottes geleitet werden. Doch so wie wir in der irdischen Familie die Säuglinge und Kinder lieben und für sie sorgen, so soll auch im Haushalt des Glaubens für die Kleinen und Hilfsbedürftigen gesorgt werden, soll ihnen Liebe und Hilfe zukommen, damit sie im Herrn und in der Macht Seiner Stärke stark werden können [Manna vom 2. September, Hervorhebung von uns].