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DIE KÖNIGLICHE PRIESTERSCHAFT
„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; … wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist. Zu welchem kommend, als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar, werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlannehmlich durch Jesus Christus“ - 1. Petr. 2:9, 3-5.

Zu keiner Zeit in der Geschichte der Kirche war unser großer Widersacher so aktiv darin, falsche Doktrinen zu verbreiten und die Aufmerksamkeit von der Wahrheit abzulenken, indem er nutzlose und irrelevante Fragen einführte, wie es derzeit der Fall ist. Gerade jetzt, da die Erhöhung und Herrlichkeit der Kirche bald vollbracht sein werden und die Treuen kurz davorstehen, in die Freude ihres Herrn aufgenommen zu werden, wird auf jedes Mittel zurückgegriffen, um sie von ihrer Belohnung fernzuhalten und diesen Teil des göttlichen Plans zu vereiteln. Aber es ist unmöglich, irgendeinen Teil des göttlichen Plans wirklich zu vereiteln: Gott hat sich vorgenommen, eine „Kleine Herde“, ein „Volk für seinen Namen“, eine königliche Priesterschaft aus den Menschen herauszunehmen; und eine solche Schar wird mit Sicherheit versammelt werden; aber ob alle, die jetzt um den Preis laufen, wirklich zu dieser Schar gehören werden, ist noch eine offene Frage. „Halte fest, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!“ (Offb. 3:11). Wenn jemand seinen Vorrechten nicht gerecht wird und sich des reichen Erbes als unwürdig erweist, gibt es andere, die schnell seinen Platz einnehmen werden.

Wir ermahnen euch, Brüder, da ihr die herrliche Hoffnung, die euch im Evangelium gegeben ist, zu schätzen wisst, dass ihr euch von betrügerischen Geistern und Lehren von Dämonen, wie der Apostel sie nennt, nicht irreführen lasst (1. Tim. 4:1), sondern dass ihr euch mit Entschlossenheit dem einen widmet, wozu ihr berufen seid und wozu ihr als zukünftige Glieder dieser königlichen Priesterschaft berechtigt seid. Wir wollen niemals vergessen, dass wir ein „eigentümliches Volk“ sind, abgesondert sowohl von der großen Gesamtheit der nominellen Christen als auch von der Welt. Wir sind mit höheren Hoffnungen, Zielen und Bestrebungen erfüllt und mit einem klareren Einblick in die tiefen Dinge Gottes begünstigt worden. Wir sind aus der früheren Finsternis in Sein wunderbares Licht herausgerufen worden. Wenn wir auf diese Art und Weise von der Welt und von überwiegend weltlich gesinnten Christen abgesondert sind, ist es kein Wunder, wenn wir finden, dass die Harmonie zwischen uns und diesen allen fehlt und sie uns entweder ignorieren oder gegen uns sind [Manna vom 16. Mai, Hervorhebung von uns].

Wir müssen mit Widerstand rechnen, und er wird zweifellos fortbestehen, bis wir unseren Lauf im Tod beenden. Wenn wir uns diesem Widerstand geduldig unterwerfen, so bedeutet es, dass wir unsere eigenen natürlichen Vorlieben für die Freundschaft und Annehmlichkeiten des gegenwärtigen Lebens opfern und als gute Kreuzesstreiter die Trübsale für die Sache der Wahrheit ertragen, in welcher Form diese Trübsal auch kommen mag, während wir uns bemühen, den Willen des Herrn zu tun und das Werk der Förderung der Interessen Seines Königreiches zu verrichten. Das ist es, was mit der Darbringung unserer Leiber als lebendige Opfer im Gottesdienst gemeint ist. Wahrhaftiger Dienst des Herrn bedeutet erstens sorgfältiges und beständiges Studium des Planes Gottes, zweitens die Aufnahme des Geistes desselben, dies führt drittens zu einem begeisterten Eifer für dessen Erfüllung und zur Tätigkeit in dessen Dienst, je nach dem Maß der Fähigkeit, welchen Preis oder welches Opfer dieses auch immer erfordern mag [Manna vom 2. Mai, Hervorhebung von uns].

Wenn wir diesem Dienst treu sind, haben wir weder Zeit noch die Gesinnung, uns mit falschen Lehren oder anderen Themen zu befassen, die nichts mit der einen Sache zu tun haben, der wir unser Leben feierlich gewidmet haben. Unsere Zeit gehört uns nicht, wenn wir alles Gott geweiht haben; und folglich haben wir keine Zeit für die Untersuchung phantasievoller falscher Theorien, die auf anderen Grundlagen als denen, die in der Heiligen Schrift niedergelegt sind, aufgebaut sind; noch haben wir Zeit, uns den Ideen und Beschäftigungen zu widmen, die die Aufmerksamkeit der Welt in Anspruch nehmen, von denen viele an sich harmlos sind, die aber für uns schädlich wären, wenn wir ihnen erlaubten, die Zeit zu beanspruchen, die Gott geweiht ist, und unsere Aufmerksamkeit von der einen Sache abzulenken, was wir tun sollten. Der Apostel warnt uns, „das gottlose Geschwätz zu meiden, denn es wird nur zu mehr Gottlosigkeit führen“, fügt aber hinzu: „Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht teilt“. „Lehre keine anderen Lehren und gib dich nicht mit Fabeln und endlosen Geschlechtsregistern ab, die mehr Streitfragen hervorbringen, als dass sie die Verwaltung Gottes fördern, die im Glauben ist“ – 2. Tim. 2:15, 16; 1. Tim. 1:3, 4.

Jeder geweihte Gläubige sollte sich fragen: „Wie sorgfältig habe ich das studiert, was ich deutlich als göttliche Wahrheit erkannt habe?“. Und wie fähig bin ich daher, mit dem Schwert des Geistes umzugehen? Nur wenige können von sich sagen, dass sie alles, was sie empfangen haben, vollständig verdaut und verinnerlicht haben; dass sie nichts davon aus ihrem Gedächtnis verloren haben; dass sie es so in ihren Herzen bewahrt haben, dass es ihr Meditieren bei Tag und bei Nacht ist; dass sie eine Antwort parat haben – ein „So spricht der Herr“ – für jeden Menschen, der sie nach dem Grund für die Hoffnung fragt, die in ihnen ist, in Bezug auf jeden Punkt der Doktrin; dass sie den göttlichen Plan deutlich und verständlich darstellen können, die göttliche Bevollmächtigung für jeden einzelnen Schritt zitieren und, wenn nötig, auf seinen Platz im göttlichen System der Vorbilder hinweisen können. Eine solche Gewandtheit im Wort zu erlangen, ist in der Tat das Werk eines ganzen Lebens; aber jeder Tag sollte eine Annäherung an diese Gewandtheit bringen, und das wird er auch, wenn wir treue Schüler und treue Diener der Wahrheit sind.

Wenn alle Geweihten damit beschäftigt wären, die Rüstung Gottes anzulegen und sie durch den tatsächlichen Einsatz in eifrigen Bemühungen zu nutzen, um die Wahrheit zu verkünden und anderen zu helfen, würde in der Tat keine Zeit übrig bleiben für Streitigkeiten über die Anglo-Israel-Frage oder darüber, ob die Erde eine Ebene statt einer Kugel ist, oder ob die Prinzipien des Sozialismus für Christen bei der Verwaltung ihrer zeitlichen Angelegenheiten ratsam wären. Es wäre auch keine Zeit für Politik, nicht einmal für die Abstinenzbewegung, die Arbeit mit gefallenen Frauen, die Arbeit in den Slums der Großstädte oder für die Verkündigung der Lehre von der göttlichen Heilung. All dies ist Arbeit, die in „den Zeiten der Restitution“, die jetzt in naher Zukunft bevorstehen, erfolgreich erledigt werden kann und wird; und außerdem gibt es andere, die sich für diese Arbeiten einsetzen (und wir freuen uns darüber und wünschen ihnen viel Erfolg), während wir die Arbeit, die uns im göttlichen Plan aufgetragen wurde, wahrnehmen und zu erfüllen suchen. Und wenn wir tatsächlich keine geweihte Zeit für diese Dinge haben, die nur eine Nebenrolle spielen und an sich nicht schädlich sind, außer dass sie die Aufmerksamkeit ablenken und wertvolle Zeit verbrauchen, die einem anderen und höheren Zweck geweiht werden sollte, gibt es sicherlich keine Zeit, um sich mit falschen Doktrinen wie der sogenannten Christlichen Wissenschaft und den verschiedenen Theorien „ohne Lösegeld“ oder der Evolutionstheorie zu befassen, die alle versuchen, den Menschen zu zeigen, wie sie auf einem anderen Weg zum ewigen Leben gelangen können als dem, den die Heilige Schrift aufzeigt, nämlich durch den Glauben an das kostbare Blut Christi, das auf Golgatha für unsere Erlösung vergossen wurde. Wer auf einem anderen Weg „hinübersteigt“ [in den Hof der Schafe], ist ein Dieb und ein Räuber (Joh. 10:1); und uns ist geboten, keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis zu haben, sondern sie vielmehr zu strafen [tadeln] – Eph. 5:11.

Wie schmal dieser Weg ist! sagen manche verächtlich von denen, die wie Paulus ihre Energie der einen Sache widmen – dem Dienst an der Wahrheit. Ja, das wird das Urteil gegen euch sein, gegen alle außer den wenigen, die wie ihr sorgfältig diesen „schmalen Weg“ gesucht haben und entschlossen sind, ihn zu gehen, unabhängig von den Vorwürfen, die er mit sich bringt. Der Weg zum Ziel, für den Preis unserer Hohen Berufung, ist nicht breit genug, um all die eitlen Philosophien und törichten Fragen und das Geschwätz und die Spekulationen der Wissenschaft, die fälschlicherweise so genannt wird, zuzulassen. Er ist nur breit genug, um den Plan des Herrn und diejenigen aufzunehmen, die bereit sind, alle anderen Pläne und Projekte und Fragen beiseitezulassen und sich voll und ganz Seinem Dienst zu widmen, und die bereit sind, jeden Vorwurf zu ertragen, den er mit sich bringen mag.

Bedenkt eure Berufung, Brüder, denn „ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“. Der genaue Zweck unserer Berufung in dieses Licht ist, dass wir es leuchten lassen. Wenn wir es nicht leuchten lassen, sind wir nicht würdig, das Licht zu besitzen, dann wird uns der Schatz abgenommen und wir werden in der Finsternis gelassen werden. Wenn wir das Licht wahrhaftig bekommen haben und uns Gott völlig geweiht haben, dann wollen wir uns fragen: Was tue ich, um die Tugenden dessen zu verkündigen, der mich aus der Finsternis herausgerufen hat? Bringe ich diese Botschaft zu meinen Nächsten, nah und fern? Bin ich tagtäglich damit beschäftigt, den göttlichen Charakter hochzuhalten und Gottes gerechte Wege bekannt zu machen? Spare ich Zeit und Mittel und ordne ich meine zeitlichen Angelegenheiten so, dass ich so viel Zeit wie möglich für die Arbeit habe? Und dann, studiere ich fleißig, um mich gründlich mit der Wahrheit vertraut zu machen, damit ich in der Tat ein lebendiger Brief sein kann, der von allen Menschen in meinem Einflussbereich gekannt und gelesen wird? – ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht? Kann ich wahrhaftig von mir behaupten:

Jesus alles, ihm sei alles,
Das, was er erlöst, geweiht:
Werke, Worte und Gedanken,
Tag und Stunden meiner Zeit?

[Manna vom 30. April, Hervorhebung von uns].

Wenn dem so ist, dann sind wir gerade engstirnig genug, um zu sagen: Diese eine Sache tue ich; und ich lasse alles andere dieser einen Sache unterordnen, nämlich Gottes Lob zu verkünden und anderen in Sein wunderbares Licht zu helfen. Und zu diesem Zweck pflege und nutze ich die Talente, die ich besitze, als weiser Verwalter meines himmlischen Meisters.

Geliebte, wir legen einander keine Gelübde oder Fesseln auf, aber der Ruf hat seine eigenen Grenzen: Der Meister hat uns angewiesen und gesagt: „Geht hin und macht alle Nationen (denn das Evangelium ist nicht länger auf die jüdische Nation beschränkt) zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren“ – in Bezug auf unsere (fragwürdige) anglo-israelitische Herkunft? Nein. Alles, was die Gestalt der Erde betrifft? Nein. Alle eitlen Philosophien der Menschen, die von der Wahrheit abgewichen sind, und alle subtilen Sophistereien, mit denen sie das Wort Gottes zunichtemachen? Nein! Sondern „zu bewahren, was ich euch geboten habe“ – Mt. 28:19, 20.

Genau das taten die Apostel. Zu ihrer Zeit gab es viele Irrlehren und nebensächliche Fragen; aber sie ignorierten sie und widmeten sich entschlossen der Verbreitung der Wahrheit. Paulus achtete nicht auf seine leibliche Abstammung, weil er sich als eine Neue Schöpfung in Christus Jesus erkannte. Es war für ihn einfacher, seine leibliche Herkunft als Israelit zu beweisen, als für jeden von uns; aber das war ihm egal. Es war ihm gleichgültig, ob er zu den zehn Stämmen oder zu den zwei Stämmen gehörte; denn er hatte nichts an der Stammesgerechtigkeit des Gesetzes. Sein einziges Bestreben war es, „in Christus“ gefunden zu werden, „indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus ist – die Gerechtigkeit aus Gott durch den Glauben“ (Phil. 3:9). Er sagt (Verse 3-7): „Wir (Neue Schöpfungen in Christus) sind die (wahre) Beschneidung, die wir durch den Geist Gottes dienen und uns Christi Jesu rühmen und nicht auf Fleisch (oder die fleischlichen Beziehungen) vertrauen; obwohl ich auch auf Fleisch Vertrauen habe. Wenn irgendein anderer meint, auf Fleisch zu vertrauen – ich noch mehr: Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; was das Gesetz betrifft, ein Pharisäer; was den Eifer betrifft, ein Verfolger der Versammlung; was die Gerechtigkeit betrifft, die im Gesetz ist, tadellos befunden. Aber was irgend mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust geachtet“.

Man höre noch einmal, mit welchem Eifer er sich dieser einen Sache widmete, der er sein Leben gewidmet hatte: „Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht nach Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit, euch das Zeugnis Gottes verkündigend. Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus und ihn als gekreuzigt. (Ich habe eure Aufmerksamkeit auf diese eine Sache gelenkt! Ich habe diese eine Sache immer wieder vor euch ausgebreitet). … und meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft (der Wahrheit), damit euer Glaube nicht beruhe auf Menschen-Weisheit, sondern auf Gottes Kraft“ (1. Kor. 2:1-5).

Paulus war ein einfacher, kompromissloser Lehrer. Wenn er wusste, dass er die Wahrheit kannte, sprach er sie mit Zuversicht aus und erklärte mutig, dass alles, was im Widerspruch dazu stand, eine falsche Lehre sei; und er lehrte seine Schüler, dass es nicht nur ihr Vorrecht, sondern auch ihre Pflicht sei, im Glauben gegründet zu sein und aufgrund der Beweise des Wortes Gottes zu wissen, warum sie glaubten, und in der Lage zu sein, jedem Menschen, der danach fragte, einen Grund für die Hoffnung zu geben, die in ihnen war.

Unter den Christen von heute gibt es einen großen Mangel an festem Glauben in Bezug auf irgendeinen Punkt der Doktrin. Sie sagen: „Ich denke“, „Ich hoffe“ oder „Vielleicht mag es so sein, aber das ist nur meine Meinung, und sie mag richtig oder falsch sein. Ich habe jedoch Verständnis für Ihre gegenteilige Meinung und für die Meinung eines jeden Menschen; denn wer weiß, was richtig ist? Ganz sicher kann ich das nicht sagen; aber dennoch habe ich großes Vertrauen und Barmherzigkeit (?). Ich gebe jedem die Hand und nenne ihn Bruder, wenn er behauptet, ein Christ zu sein, ganz gleich, woran er glaubt und was er lehrt, ob er auf Christus als die Tür zur Herde hinweist oder ob er versucht, den Menschen beizubringen, wie sie auf einem anderen Weg hineingelangen können. In christlicher Liebe wünsche ich ihnen allen viel Erfolg und bete für den Erfolg all ihrer Lehren, ganz gleich, wie gegensätzlich sie zueinander oder zur Heiligen Schrift stehen mögen, wie ich sie lese“.

All dies gilt unter Christen im Allgemeinen als großherzige Güte und persönliche Demut, während es in Wirklichkeit ein unedler, schwacher Geist ist, der nicht bereit ist, auf die Freundschaft derer zu verzichten, die sich dem Herrn widersetzen, indem sie sich der Wahrheit widersetzen; und der lieber die Wahrheit leiden und die Schwachen im Glauben stolpern sieht, als den Vorwurf Christi zu ertragen. Diejenigen, die einen wahren und aufrichtigen Glauben an Gott haben, sind bereit, Ihn bei Seinem Wort zu nehmen, und die ersten Grundsätze der Lehre sollten bei ihnen schon seit langem gegründet sein. Ein guter Teil des Überbaus aus Gold und Silber und wertvollen Steinen sollte bereits errichtet worden sein, und das Werk sollte ständig Fortschritte machen. Solche sind, wenn sie Gott gegenüber loyal und wahrhaftig sind, in der Lage, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden. Der Apostel Johannes erkannte diese Fähigkeit und sagte: „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht. Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken“ (2. Joh. 10, 11). Wir sollten wissen, was wir glauben und warum wir es glauben, und dann sollten wir es mutig und unnachgiebig kundtun, denn „wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?“ [Manna vom 3. Mai, Hervorhebung von uns].

Der Apostel sagt weiter (1. Kor. 2:6-10): „Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen (den vollkommen Entwickelten; wir sollen unsere Perlen nicht vor die Säue werfen); nicht aber Weisheit dieses Zeitlaufs, noch der Fürsten (der populären Führer und Lehrer) dieses Zeitlaufs, die zunichtewerden, sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott zuvorbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit; die keiner von den Fürsten dieses Zeitlaufs erkannt hat ... Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben; uns aber hat Gott es offenbart durch seinen Geist, denn der Geist (oder der Sinn Gottes in uns) erforscht alles, auch die Tiefen Gottes“.

Die Fürsten dieser Welt wissen etwas über Astronomie und Geologie und haben ihre Vorstellungen von der Form der Erde usw., aber sie kennen diese verborgene Weisheit des göttlichen Plans nicht, der den treuen Heiligen, die das Königtum des kommenden Zeitalters bilden werden, eine so ruhmreiche Bestimmung vorzeichnet. Die Welt kann über ihre eigenen Themen spekulieren, aber wir wollen uns dem einen widmen, das vor uns liegt, und törichte Fragen, Stammbäume und Streitigkeiten über das Gesetz meiden, ... denn sie sind unnütz und eitel (Tit. 3:9). Lasst uns unserem Auftrag treu sein, diese frohe Botschaft den Sanftmütigen zu predigen, die bereit sind, sie zu hören (Jes. 61:1). Lasst die Braut Christi sich eifrig bereit machen (Offb. 19:7), denn die Hochzeit des Lammes steht kurz bevor. R3199-3200