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DIE EINHEIT DER GÖTTLICHEN FAMILIE.
„Ich bitte für sie; … für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein; und alles was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein, und ich bin in ihnen verherrlicht“ - Joh. 17:9, 10.

Dieses Gebet unseres Herrn für Seine Jünger, als Er im Begriff war, sie zu verlassen, ist von einem rührenden Pathos geprägt, das uns Seinem liebevollen Herzen sehr nahebringt; besonders, als Er hinzufügt: „Aber nicht nur für diese allein (die bei ihm sind) bitte ich, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben; damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind; ich in ihnen und du in mir, damit sie in eins vollendet seien, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast“ – Verse 20–23.

Wenn wir diesen wunderbaren Ausdruck der Gefühle des Herrn hinsichtlich der Kirche betrachten, erhaschen wir einen Schimmer der Herrlichkeit der gesegneten Einheit in der göttlichen Familie. Es ist eine Einheit hinsichtlich des Vorsatzes, des Vertrauens, des Mitgefühls, der Liebe, der Ehre und eine Einheit des gemeinsamen Besitzes. Unser Herr beschreibt diese Einheit als bereits zwischen Ihm und dem Vater bestehend. Was aber Seine Jünger betrifft, so war und ist sie eine zukünftige Sache, und die ganze Erfüllung dieser Einheit ist das ideale Ziel, nach dem zu streben wir belehrt wurden [Manna vom 24. August, Hervorhebung von uns].

Aber lasst uns diese beispielhafte Einheit näher studieren, damit wir fähig werden, tiefer in sie eindringen zu können. Zunächst einmal stellen wir fest, dass die eine Absicht, die sowohl dem Vater als auch dem Sohn gemeinsam ist, die Absicht des Vaters ist, die dem Sohn zur rechten Zeit und in der richtigen Reihenfolge allmählich offenbart wurde und die durch Adoption auch zu seiner Absicht wurde. Da Jesus selbst sagte: „Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, weder die Engel die im Himmel sind, noch der Sohn, sondern nur der Vater“ (Mk. 13:32), ist es offensichtlich, dass die Offenbarung dieses Plans an Ihn schrittweise erfolgte; und dass Er in die Kenntnis Seiner verschiedenen Merkmale eingeführt wurde, sobald sie durch Seine Vermittlung zur Ausführung fällig wurden. So wurde Ihm erlaubt, an Wissen und Erkenntnis zu wachsen; und so wurde Ihm auch der traurige Anblick späterer Schwierigkeiten erspart, die ebenfalls auf dem Weg des göttlichen Plans lagen. Während Er also freudig den großen Plan der Schöpfung ausführte (Joh. 1:3; Spr. 8:22-31), wusste Er wahrscheinlich nichts von Gottes anschließender Absicht, das Böse zuzulassen und von der Notwendigkeit des großen Erlösungswerks. Bevor Er zu dieser Prüfung des Glaubens an Gott kam, war Sein Vertrauen in Seine allmächtige Kraft, Weisheit und Liebe durch die Erfahrungen der Vergangenheit fest verankert. Seit Jahrhunderten hatte Er Seine mächtigen Werke gesehen, Seine wunderbare Weisheit erkannt und Seine zärtliche Liebe erfahren. Konnte Er an Ihm zweifeln, als ein anderes Merkmal Seines Plans das große Werk der Erlösung und Restitution offenbarte und Ihm das Vorrecht gab, auch dieses Werk zu vollbringen, für die Freude, die der Vater Ihm bereitet hatte? Nein; zweifellos war Ihm anfangs nicht bewusst, wie tief die Demütigung und der Schmerz sein würden, die Er durchleben musste; aber Schritt für Schritt, auf dem schmerzhaften Weg der Demütigung und des Leidens, wurde Er durch Seinen Glauben an den Vater, der auf Seiner früheren Erfahrung beruhte, aufrechterhalten, wie es geschrieben steht: „Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht die Vielen zur Gerechtigkeit weisen“, Jes. 53:11.

Als Nächstes bemerken wir zwischen dem Vater und dem Sohn eine wunderbare Einheit des Vertrauens. Der Sohn vertraute dem Vater voll und ganz – zunächst, weil es naheliegend und natürlich war. Da Er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde, war das Vertrauen in das Wesen, das Ihn ins Leben gerufen hatte, spontan, und die Erfahrung diente nur dazu, es zu entwickeln und zu festigen. Und der Vater vertraute dem Sohn voll und ganz – zunächst, weil Er in ihm die angeborenen Prinzipien der Gerechtigkeit, Wahrheit und Loyalität des Sohnes erkannte, die Er ihm selbst gegeben hatte; und je mehr sich mit der Zeit und der Erfahrung Sein Sohn in der Gerechtigkeit festigte, desto fester wurde auch Sein Vertrauen in Ihn. Und so stark war das Vertrauen des Vaters in die spätere Treue Seines geliebten Sohnes, dass Er nicht zögerte, die Ergebnisse Seiner Treue Tausende von Jahren, bevor Er überhaupt mit dem Werk der Erlösung begann, zu verkünden. Er verkündete sogar alle besonderen Merkmale des Werkes durch den Mund Seiner heiligen Propheten zu verschiedenen Zeitpunkten über einen Zeitraum von viertausend Jahren, bevor dieses Werk begann. Und noch immer verkündet Er, dass das Werk zur rechten Zeit in Herrlichkeit vollendet werden wird. Wie wunderbar und wie schön ist dieses gegenseitige Vertrauen!

Wir bemerken ferner eine Einheit der Sympathie zwischen dem Vater und dem Sohn. Der Sohn verehrt den Plan des Vaters und sagt: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust“ [Ps. 40:9]. Er fand Gefallen daran, weil Er darin die würdigen Züge des herrlichen Charakters Seines Vaters entdeckte; und obwohl Sein Glaube durch die Zulassung des Bösen vorübergehend auf die Probe gestellt worden sein mag, erlaubte Ihm Sein Wissen über Gottes Charakter und Ressourcen und über die Tiefe Seiner Weisheit nicht zu zweifeln, sondern hielt in liebendem Vertrauen auf Seine unendliche Güte und Gnade fest an Ihn und daher in der Bereitschaft, Sich den für den endgültigen Triumph von Gerechtigkeit und Wahrheit vorgeschlagenen Maßnahmen vollständig zu fügen.

Und der Vater war ebenso in liebevoller Sympathie mit dem Sohn; Er ließ nicht zu, dass Er über das hinaus geprüft wurde, was Er ertragen konnte; und Er ließ Ihm keine Prüfung allein tragen, sondern gewährte Ihm immer das Licht Seines Angesichts und ein freudiges Gefühl anerkennender Zustimmung (Joh. 11:42; Mt. 3:17), außer als Er zuließ, dass Er sich um unseretwillen für einen Moment verlassen fühlte; als Er in Seiner Angst um Seine Seele bei diesem ungewöhnlichen Erlebnis ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ [Mt. 27:46].

Man beachte jetzt die Einheit der Liebe, die sich manifestiert hat. In jeder Tat, die wir bereits erwähnt haben, haben wir sie sichtbar werden sehen. Es war gegenseitige Liebe, die sich freute, gegenseitiges Vertrauen zu bekunden und auszudrücken, die die denselben liebevollen und wohlwollenden Absichten verehrte, die voll und ganz mit den Gedanken und Gefühlen des anderen mitfühlte und die sich an der engen und gesegneten Beziehung von Vater und Sohn erfreute. Der Vater behandelte den Sohn nicht wie einen Diener und verbarg vor Ihm Seine Absichten; sondern Er freute sich, Ihn in Sein Vertrauen zu ziehen, soweit Seine Weisheit und Klugheit dies gebot – d.h., soweit die Wahrheit zur rechten Zeit für Ihn zur Speise wurde. Und im Gegenzug diente der Sohn dem Vater nicht wie ein Tagelöhner, sondern wie ein Sohn mit einem gemeinsamen Interesse. Der Vater erklärte: „Dies ist mein geliebter Sohn“ [Mt. 3:17], und der Sohn sagte: „Dein Wohlgefallen zu tun ist meine Lust“.

Wie gesegnet war diese Gemeinschaft! Es war eine Gemeinschaft der Freude und eine Gemeinschaft des Leidens – der Freude in der gemeinsamen Erwartung der zukünftigen Herrlichkeit und des Leidens in der gemeinsamen Teilnahme an den vorbereitenden Prüfungen, um dieses Ziel zu erreichen. Der Sohn litt in Seiner Demütigung und Seinem Todeskampf; und der Vater litt, als Er Seinen eingeborenen Sohn hingab – ein Leiden von solcher Intensität, wie es sich die liebenden, sehnsüchtigen Herzen hingebungsvoller Eltern am besten vorstellen und würdigen können.

Es gab außerdem eine anerkannte Einheit des Besitzes, die von unserem Herrn deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, der erklärte: „Alles, was der Vater hat, ist mein“ (Joh. 16:15). Und der Apostel sagt, Gott habe den Sohn zum „Erben aller Dinge“ bestimmt und ihn „zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen“ – Hebr. 1:1, 2; Eph. 1:20, 21.

Und schließlich bemerken wir eine Einheit der Ehre. In Ehre scheint jeder den anderen zu bevorzugen. Der Vater sagt: „Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren“ (Joh. 5:23). Gott hat ihn zum Abglanz Seiner Herrlichkeit und zum Ebenbild Seiner Person gemacht und Ihn zu Seiner Rechten erhoben, zum höchsten Sitz der Macht in Seinem Königreich, und Ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben (Hebr. 1:2, 3; Mt. 28:18).

Beim Schöpfungswerk hat Er Ihn in großer Vorrangstellung und Herrlichkeit eingesetzt und gesagt: „Ohne dasselbe [das Wort] wurde auch nicht eines, das geworden ist“ [Joh. 1:3]. Im Werk der Erlösung und Wiederherstellung hat Gott Ihn so hervorgehoben, dass Sein Name auf allen Lippen ist, fast bis fast zur Verdunkelung des Vaters eigener Herrlichkeit, der notwendigerweise selbst größer ist als der Sohn (1. Kor. 15:27), und dem die Herrlichkeit in höchstem Maße gehört, wie auch der Sohn erklärt: „Mein Vater ist größer als ich“; und wiederum: „Ich kann nichts von mir selbst tun“; „Der Vater, der in mir bleibt, er tut die Werke“ – Joh. 5:30; 14:10, 28.

Die damit einhergehende Bestrebung des Sohnes, den Vater zu verherrlichen, kommt am deutlichsten zum Ausdruck, als es Ihm bewusst wurde, dass Er sich der schrecklichen Stunde Seines Todeskampfes näherte und ausrief: „Jetzt ist meine Seele bestürzt, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!“ - selbst um diesen Preis für mich (Joh. 12:27, 28). Wieder hören wir Ihn sagen: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche“ (Joh. 17:1). Und wenn das große Werk der Erlösung und Restitution vollbracht ist, sehen wir, wie Er das Königreich Gott, dem Vater, übergibt und Sich Seiner weiteren Führung unterwirft, damit Jehova selbst allgemein als alles in allem anerkannt wird (1. Kor. 15:24, 28). Und wir können wie Er darauf vertrauen, dass Seine Absichten für die kommenden Zeitalter nur die gleichen Züge Seines glorreichen Charakters – Seine Gerechtigkeit, Seine Weisheit, Seine Liebe und Seine Macht – weiter zum Ausdruck bringen und bestätigen werden.

Glorreiche Einheit! Wer könnte eine Verbesserung dieser wundersamen Schönheit und Vollkommenheit vorschlagen? Aber das Wunder und die Freude nehmen zu, wenn wir erfahren, dass es auch unser Vorrecht ist, in diese gleiche gesegnete Einheit mit Gott zu kommen. Wir fragen uns: Genau dieselbe Einheit, wie oben beschrieben? Ja, zweifellos ist es uns vergönnt, in genau dieselbe Beziehung einzutreten und dieselben Vorrechte und Segnungen zu erhalten. Zu diesem Zweck betrachten wir die überaus großen und kostbaren Verheißungen und sehen, dass es uns vergönnt ist, dieselbe Einheit mit Gott zu haben – in Bezug auf Absicht, Vertrauen, Mitgefühl, Liebe, Ehre und Besitz.

Derselbe Plan Gottes wird uns dargelegt und von uns angenommen, und auch wir sind eingeladen, bei seiner Umsetzung mit Gott zusammenzuarbeiten (2. Kor 6:1); und wenn wir dies tun, werden wir mit Christus Jesus als diejenigen betrachtet, die das Maß der Leiden des gesalbten Leibes ergänzen, das für die Erfüllung dieses Plans notwendig ist. Unser himmlischer Vater zeigt uns gegenüber in ähnlicher Weise Sein Vertrauen – in die Loyalität unseres Herzens Ihm gegenüber und in die Aufrichtigkeit unserer Weihung an Ihn – obwohl Er unsere angeborenen Schwächen und unsere Unfähigkeit, unsere eigenen Entscheidungen vollständig umzusetzen, anerkennt. Aber trotzdem ist Sein Vertrauen in unsere Aufrichtigkeit und Integrität so groß, dass Er uns nach unserem Bekenntnis des Glaubens und unserer Weihung als Seine Söhne und Erben voll und ganz annimmt und unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten durch die allgenügenden Verdienste unseres Erlösers ergänzt, auf Den wir demütig vertrauen. Und nicht nur das, sondern als Söhne, die geehrt und geliebt werden, macht Er uns auch Seine geheimen Ratschlüsse bekannt, die andere nicht kennen können (Mt. 13:11), und lädt uns ein, uns Ihm als Kinder anzuvertrauen und mit Ihm frei über alles zu sprechen, was uns beschäftigt, in der vollen Gewissheit Seines liebevollen Interesses, selbst an unseren kleinsten Angelegenheiten (Ps. 103:13, 14). Und dann vertraut Er uns einen Teil Seines großartigen Werkes an. Er gibt uns bestimmte Talente, bestimmte Teile Seines Vermögens und fordert uns auf, diese nach bestem Wissen und Gewissen für Ihn zu verwalten, um möglichst gewinnbringende Ergebnisse zu erzielen. Er schreibt uns nicht alle Einzelheiten der Verwaltung vor, wie man Diener anstellt, sondern legt uns lediglich die allgemeinen Grundsätze dar, die uns leiten sollen. So gibt Er uns zum Beispiel Seinen Plan für die anstehende Arbeit mit allgemeinen Anweisungen wie: unsere Perlen nicht vor die Säue zu werfen; klug wie Schlangen und einfältig wie Tauben zu sein; Speise zur rechten Zeit zu geben; allen Menschen Gutes zu tun, wenn wir Gelegenheit dazu haben, aber vor allem dem Haushalt des Glaubens; und die Zeiten und Zeiträume und den Charakter der Arbeit in jedem einzelnen zu beachten – Aussaat im Frühjahr und Schittern zur Erntezeit; usw., usw. So sendet Er uns mit allgemeinen Anweisungen aus – nicht wie Maschinen, die einen monotonen Dienst verrichten, sondern als intelligente Wesen, die sowohl ihren Verstand als auch ihre Hände und Füße einsetzen sollen. So rät Er uns, zu „studieren“, um uns als bewährte Arbeiter zu erweisen, und nachzudenken und zu überlegen, und nicht „wie ein Pferd oder ein Maultier, das keinen Verstand hat, und denen man Zaum und Zügel anlegen muss“ (Ps. 32:9). Dann, je nach unserem Eifer und unserer Treue, nicht nur im Einsatz unserer Hände, sondern auch unseres Verstandes, im Dienste des Herrn, wächst Sein Vertrauen in uns, und wir werden mit mehr und mehr Seiner Güter betraut und bekommen ein entsprechendes Gefühl für die Zustimmung unseres himmlischen Vaters. Und das gegenseitige Vertrauen und die Verbundenheit in Ziel und Arbeit bringen unsere Herzen dem Herzen des Höchsten immer näher, und die freudige Erkenntnis der Sohnschaft und des gegenseitigen Interesses, Vertrauens und Mitgefühls erfüllt unsere Herzen.

Wir können auch darauf vertrauen, dass unser himmlischer Vater uns mit derselben Liebe liebt, mit der Er unseren Herrn Jesus liebt. Diese Aussage mag beinahe unglaublich klingen, aber hören wir uns doch das Gebet unseres Herrn an: „Ich bitte für sie, . . . dass sie alle eins seien, . . . dass sie in eins vollendet seien, auf dass die Welt erkenne, dass du . . . sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast“, Joh. 17:20-23. Erstaunt fragen wir: Wie ist dies möglich? Unser Herr Jesus war immer in vollkommener Harmonie mit dem Vater - ein Sohn, der herrlich Seine Ähnlichkeit widerspiegelte. Aber mit uns verhielt es sich nicht so. Wir waren Sünder, und nichts an uns war der Liebe wert. Doch wir sind gewaschen und gereinigt worden, und wie unvollkommen unsere irdischen Gefäße immer noch sein mögen, unsere Herzen sind in den Augen dessen, der fähig ist, das Herz zu lesen, vollkommen. Und da Er uns mit einem vollkommenen Herzen - einem vollkommenen Vorsatz und einer vollkommenen Absicht - sieht, wobei wir uns bemühen, die Schwächen und Unfähigkeiten unseres unvollkommenen Fleisches zu überwinden und mit mühsamer, aber entschlossener Anstrengung Seinen Willen zu tun, und demütig den Vorsehungen vertrauen, die Er für unsere Erlösung vom Fall getroffen hat, erkennt Gott in uns das an, was Seiner Liebe würdig ist [Manna vom 27. März, Hervorhebung von uns]. Und so gibt uns unser Herr Jesus deutlich zu verstehen, dass der Vater uns so liebt, wie Er den Sohn geliebt hat.

Und diese Gleichheit der Liebe des Vaters zu uns und zu Christus Jesus wird nicht nur erklärt, sondern auch offenbar gemacht; denn wir sind dazu berufen, Miterben Seines Sohnes und Teilhaber Seiner Herrlichkeit zu sein; und so wie alles Sein ist, so ist es auch unser – Röm. 8:17; 1. Kor. 3:21-23.

Während dies die Einheit zwischen dem himmlischen Vater und all Seinen gesalbten Söhnen ist, ist es auch ein Segen, dieselbe Einheit zwischen Christus Jesus und Seinen gesalbten Brüdern zu erkennen. Der Herr Jesus ergreift nicht selbstsüchtig alle Herrlichkeit und versucht, sie für Sich zu behalten, sondern Er betrachtet vielmehr mit Anerkennung ihre erworbene Würdigkeit und sagt: „Sie sind mein, und ich bin in ihnen verherrlicht“ (Joh. 17:10); und Er möchte, dass sie alle mit Ihm in der Liebe des Vaters verbunden sind. Er möchte auch, dass sie bei Ihm sind und die Herrlichkeit sehen und teilen, die der Vater Ihm von Grundlegung der Welt an gegeben hat – die Herrlichkeit Seiner mächtigen Schöpfungswerke, mit all den anderen Beweisen der Liebe Seines Vaters – Joh. 17:22-24.

So ist die gesamte göttliche Familie durch ein Band der Liebe, Gemeinschaft, des Vertrauens, der Sympathie, der Harmonie und des gemeinsamen Interesses miteinander verbunden; und die Ehre und der Ruhm des Einzelnen sind die Ehre und der Ruhm aller. Das Gebet des Herrn ist reich an Bitten um diese Einheit. Beachte den Ausdruck (Vers 21) - „Dass sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir“ (Dein Geist oder Deine Gesinnung und Deine Absichten und Ziele sind uns allen gemeinsam). Daher möchte Er, dass wir den Geist, die Ziele und die Absichten des Vaters annehmen und all unsere Kräfte mit Eifer und Treue der Erfüllung des Willens des Vaters widmen. Amen, so sei es.
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