R 3060
NACH KANAAN REISEND
- 4. Mo. 10:11-13, 29-36 -
„Um deines Namens willen führe mich und leite mich“ - Ps. 31:4.

Israel verbrachte fast ein Jahr in der Nähe des Berges Sinai. Etwa ein Jahr und fünfzig Tage nach ihrem Auszug aus Ägypten brachen sie auf Anweisung des Herrn ihr Lager ab, um in das verheißene Land Kanaan zu reisen. Zweifellos hatten sie hinsichtlich der Angelegenheit zunächst den Eindruck, dass der Herr sie durch Mose direkt in das Land der Verheißung führen würde, und zweifellos wunderten sie sich über die Verzögerung. Wir können jedoch erkennen, dass ein Volk, das fast auf den Zustand der Sklaverei herabgesetzt wurde, viele Lektionen benötigte, um auf das glorreiche Erbe vorbereitet zu werden, das der Herr ihm verheißen hatte. In früheren Studien haben wir gesehen, wie der Herr Lektionen in Bezug auf Vertrauen, Pflicht, Gehorsam, Anbetung und Mäßigung vermittelte, und die nachfolgenden Ereignisse werden uns zeigen, dass das Volk trotz all dieser Anweisungen noch nicht bereit war, dem Herrn so zu vertrauen und Ihm zu gehorchen, um für Sein Erbe richtig vorbereitet zu sein.

Während der elf Monate, die sie in der Nähe des Berges Sinai verbrachten, wurden wichtige Anordnungen getroffen, die alle auf ein höheres Maß an Organisation, Regierung und persönlicher Verantwortung unter dem Volk abzielten. Als sie bereit waren, den Berg Sinai zu verlassen, hatten sie nicht nur ihre Stammesorganisationen, sondern waren zusätzlich in Scharen von je 10 Personen eingeteilt, diese in Fünfzigergruppen und diese wiederum in größere Gruppen oder Einheiten, so dass die gesamte Heerschar gut eingewiesen war. Abgesehen davon hatten sie in jedem Stamm einen Richter oder Gesetzgeber für kleinere Fragen; schwerwiegendere Angelegenheiten wurden Moses und durch ihn dem Herrn vorgetragen. Außerdem legte der Herr Seinen Geist auf siebzig Älteste des Volkes aus allen Stämmen, damit sie das Volk weissagten oder lehrten, jeder in seinem eigenen Bereich; der Stamm Levi war unterdessen speziell für den Gottesdienst bestimmt worden. Die Stiftshütte war mit seiner ganzen Ausrüstung aufgerichtet worden, und die regelmäßige Ordnung des Gottesdienstes war eingeführt worden – als Vorbild, für das Volk der zukünftigen Güter, die danach kommen.

Wenn es, wie wir sehen, angemessen war, dass das Israel nach dem Fleisch Unterricht in Vertrauen, Gehorsam usw. erhielt, können wir leicht verstehen, dass ihr Gegenbild, das geistliche Israel, viel Unterricht braucht, einen großen Bedarf hat, Lektionen in der gleichen Richtung zu lernen – und dies umso mehr, wenn sie vorbereitet werden würden, in das gegenbildliche Kanaan einzutreten. Wir müssen lernen, dem Herrn bedingungslos zu vertrauen, nachdem wir Ägypten, die Welt, verlassen haben und uns auf den Weg zu unserem Kanaan gemacht haben. Wir müssen lernen, dass Er allein in der Lage ist uns von dem Geist der Welt zu befreien, der uns immer noch verfolgen und uns in die Gefangenschaft zurückbringen würde. Wir müssen lernen, dem Herrn in Bezug auf das himmlische Manna zu vertrauen und es Tag für Tag zu sammeln. Wir müssen lernen, dem Herrn zu vertrauen, nicht nur in Gegenwart der Anführer, die Er für uns erweckt hat, sondern auch in ihrer Abwesenheit, und uns keine irdischen Götzen zu errichten, die unser Herz in irgendeinem Grad vom Herrn und Seinen Anordnungen und von dem großen Ziel, für das wir unter Seiner Führung aufgebrochen sind, abwenden. Wir müssen die Bedeutung des Bundes verstehen, den Er gnädigerweise mit uns geschlossen und mit dem kostbaren Blut versiegelt hat – unserem Teil darin nach dem Maß unserer Fähigkeit treu zu sein, und den Rest unserem großen Mittler anzuvertrauen.

Wir müssen auch die Lektionen der Stiftshütte lernen – wie und unter welchen Bedingungen wir Gemeinschaft mit Gott haben können – wie wir in den Vorhof und noch weiter in das Heilige und schließlich als Glieder des Leibes des Hohenpriesters in das Allerheiligste eintreten können. Wir müssen lernen, sowohl in Bezug auf natürliche als auch auf geistliche Dinge Ordnung zu halten; und dass es, während die Freiheiten des Volkes des Herrn bewahrt und die Bindungen an das Böse vermieden werden müssen, dennoch in allen Anordnungen des Herrn eine Ordnung gibt, wie sie in der unter den Israeliten geschaffenen Ordnung dargestellt wird. Wir müssen vor allem lernen, dem Herrn untertan zu sein, und dann jeder Verordnung Gottes zu gehorchen. Wir müssen das wahrhaft geweihte Volk Gottes als eine Einheit betrachten und versuchen, miteinander zusammenzuarbeiten, und uns an die Worte des Apostels erinnern: „Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben“ (Hebr. 13:7), und wiederum: „Alle aber seid gegeneinander mit Demut fest umhüllt!“ (1. Petr. 5:5). All diese Lektionen sind für uns notwendig, so wie ähnliche Lektionen im Vorbild für das vorbildliche Israel notwendig waren.

Die Wolke, die den Herrn repräsentierte, ruhte während des Aufenthalts in der Nähe des Sinai über der Stiftshütte; aber in Übereinstimmung mit den Anweisungen, die durch Mose gegeben wurden, erhob sich die Wolke, als die festgesetzte Zeit gekommen war, von der Stiftshütte und ging dem Volk voran und ruhte etwa hundertfünfzig Meilen entfernt über einer anderen, näher an Kanaan gelegenen Wüste. Das Volk folgte ihr in Marschordnung und anscheinend zunächst mit großer Begeisterung und pries den Herrn. Vers 35 scheint sich auf Psalm 68 zu beziehen, in dem die Reise beschrieben wird; siehe auch Ps. 132:8. Doch wie groß die freudige Erwartung des Volkes auch gewesen sein mag, die Wüste Paran, in die der Herr es führte, wurde zum Schauplatz großer Prüfungen, denn sie war viel rauer als die Wüste Sinai und viel weniger für die Versorgung ihrer Schafe und Rinder geeignet. Dies stellte das Volk vor neue Prüfungen in Bezug auf Glauben, Mut, Ausdauer und Vertrauen in den Herrn sowie die Wertschätzung Seiner Verheißungen.

So ist es auch mit den geistlichen Israeliten: Nachdem der Herr uns bestimmte Lektionen und Erfahrungen erteilt hat, wovon einige in stillen und ruhigen Verhältnissen zu uns kamen, kann sich die Vorgehensweise ändern, und die Vorsehungen des Herrn können darauf hindeuten, daß die Verhältnisse, die vorher in bestimmter Hinsicht sowohl günstig als auch ungünstig waren, aufgehoben werden und zu neuen Umständen und Verhältnissen führen. Der wahre geistliche Israelit soll weder murren noch klagen oder auch nur seine Wünsche zum Ausdruck bringen, sondern zum Herrn aufschauen, damit Er ihn leite. Wenn er die Führung der göttlichen Vorsehung erkennen kann, auch wenn er sich in einem wüstenartigen Zustand befindet, der dürrer und weniger wünschenswert als der vorherige ist, so soll er sich, ohne zu zweifeln, mit Liedern des Glaubens und Vertrauens vom Herrn leiten lassen [Manna vom 21. Februar; Hervorhebung von uns]. Wir befinden uns auf dem Weg nach Kanaan und wissen, dass weitere Erfahrungen auf uns warten, die durchgemacht werden müssen, bevor wir die Verheißungen erben können. Die Lektion für uns ist bereitwilliger und völliger Gehorsam gegenüber der Leitung des Herrn, ohne zu murren und voller Freude. Und das kann nur von denen erwartet werden, die die Lektionen, die ihnen vorher gegeben wurden, gelernt haben, vor allem die Lektion des Glaubens, des Vertrauens in die Macht, die Güte und die Treue des Herrn [Manna vom 23. Februar; Teil 2; Hervorhebung von uns].

AUFRUHR GEGEN GOTTES FÜRSORGE

In Paran begann das Volk erneut zu murren – wegen des Lauchs, der Zwiebeln, des Knoblauchs, des Fisches usw. aus Ägypten. Wie kleine Kinder bei ihrem Vater beklagten sie sich bei Mose und bedauerten sogar, dass sie aus der Knechtschaft geführt worden waren. Mose legte die Angelegenheit dem Herrn vor, und dieser gewährte die Bitte mit Missfallen und sagte Mose, dass er das Volk als Murrende gegen Sich selbst betrachte; denn Er sei der wahre Führer und Mose nur Sein Diener. Das Volk wollte mehr Fleisch und drückte seine Unzufriedenheit mit dem Manna aus, also sandte Gott ihnen Wachteln. Eine riesige Wachtelschar wurde durch einen Sturm aus Süden und Osten über den Golf von Akaba in ihr Lager geweht. Ein Autor, der über östliche Themen schreibt, sagt: „Diese Wachteln können sich nicht lange in der Luft halten, und nach einer Wüstendurchquerung von 30 oder 40 Meilen wären sie kaum noch in der Lage zu fliegen. ... Wenn sie erschöpft sind, können sie leicht ergriffen werden, da sie in einer Höhe von etwa zwei Ellen (3 oder 4 Fuß) über dem Boden fliegen“. Das Volk bekam Überfluss, aß aber so gierig, dass eine Seuche unter ihnen ausbrach, die vielen das Leben kostete, sodass sie diesen Ort Kibroth-Hattaawa nannten – „Gräber der Gier“. So ließ der Herr zu, dass ihre Unzufriedenheit und ihr rebellischer Geist auf natürliche Weise eine schwere Strafe nach sich zogen.

Ist es nicht manchmal genauso mit den geistlichen Israeliten? Lassen nicht einige, nachdem sie sich an geistlichem Manna satt gegessen haben, zu, dass ein selbstsüchtiger, begieriger Geist ihre Gemeinschaft mit dem Herrn in einem gewissen Grad unterbricht – indem sie sich nach irdischen, fleischlichen, angenehmen Dingen sehnen und dabei die Weisheit unseres Anführers, des Herrn, vergessen und dass Seine Liebe, die uns bisher befreit, genährt und geführt hat, immer noch bei uns ist, so weise und gut wie eh und je? Manchmal ist es eine Klage über unser Los im Leben, ein Verlangen nach mehr Bequemlichkeit und Komfort und Reichtum und sozialem Einfluss, als wir erreichen können; manchmal ist es ein Protest gegen unseren Anteil an den Schmerzen und Leiden der seufzenden Schöpfung und unsere Unfähigkeit, diese loszuwerden; manchmal ist es ein Protest gegen die Krankheit und den Tod eines geliebten Menschen.

Wie töricht! Sollten diejenigen, die vom geistlichen Manna genährt wurden, nicht erkennen, dass alle Angelegenheiten des geistlichen Israels unter der Obhut und Aufsicht des Herrn stehen? Sollten sie sich nicht daran erinnern, dass Er die Menschenkinder „nicht von Herzen demütigt und betrübt“, sondern „zum Nutzen“ (Kla. 3:33; Hebr. 12:10)? Ach! Manche haben festgestellt, dass die Gebete von Murrenden, selbst wenn sie erhört werden, wie es bei Israel der Fall war, manchmal unerwartete Nachteile mit sich bringen. Selbstsüchtige Gebete sind zu kostspielig. Einige haben Reichtum gewonnen und die Wahrheit und ihren Dienst verloren. Einige haben Gesundheit erlangt, nur um festzustellen, dass sie damit andere Prüfungen erhalten haben, die nicht weniger hart waren. Einigen wurden ihre Angehörigen aus dem Rachen des Todes zurückgegeben, nur damit sie danach wünschten, dass Gott ihre Gebete nicht erhört hätte, oder richtiger gesagt, um zu wünschen, dass sie vertrauensvoll, zufrieden und ohne zu klagen die Weisheit und Vorsehungen des Herrn angenommen hätten.

Die Lektion für Israel war, dass sie dem Herrn vorbehaltlos vertrauen sollten; und alles, was sie hatten, alles, was die Umgebung ihnen bieten würde, annehmen und nutzen sollten, und es so weise und gründlich wie möglich einsetzen sollten – alles, sowohl Natürliches als auch Wunderbares, als Gottes Gaben annehmen sollten. Und damit sollten sie zufrieden, dankbar und glücklich sein. Auch das geistliche Israel sollte von den Dingen, die in seinem Bereich liegen, weisen Gebrauch machen und alles voller Dankbarkeit als Gabe Gottes annehmen. Aber Seine Bitten sollten sich auf geistliche Gaben beziehen, einschließlich geduldiges Ertragen und Zufriedenheit im Herzen [Manna vom 22. Februar; Hervorhebung von uns].

AUFRUHR GEGEN DIE GÖTTLICHE ORDNUNG.

Es war in Paran wo Mirjam und Aaron gegen Moses' Führung rebellierten und behaupteten, ihm an Autorität ebenbürtig zu sein. Mirjam, die treibende Kraft in dieser Angelegenheit, bezeichnete Moses' Heirat mit einer Farbigen (Äthiopierin) als Beweis für seine allgemeine Unfähigkeit, seine eigenen Angelegenheiten zu regeln, geschweige denn die einer Nation. Der Text der Klage wird nur teilweise wiedergegeben, aber zweifellos führte die Tatsache, dass sie sich nun in der Nähe von Kanaan befanden und gut organisiert waren und dass es nun vergleichsweise einfach war, das Volk zu führen, zu dieser falschen Stellung. Beide waren durchaus bereit, dass Moses der Führer sein sollte, als der Anfang gemacht wurde und als alle Chancen gegen den Erfolg der Bewegung zu stehen schienen.

Armer Moses! Wenn es ihn schon fast erdrückte, als das Volk gegen ihn murrte, wie muss er sich dann gefühlt haben, als seine beiden engsten Berater auf diese Weise zeigten, dass auch sie eine falsche Sicht auf den Auszug hatten und Moses als selbsternannten Führer betrachteten! Es scheint uns so, als hätte ihn seine Bescheidenheit zu einer Ehe geführt, die in jeder Hinsicht unter seiner Bildung und seinem Stand im Leben lag; aber stand er nicht in all seinen Angelegenheiten unter göttlicher Aufsicht? Und hätte der Herr die Heirat nicht verhindern können, wenn Er nicht einen Weg gesehen hätte, wie sie sich als vorteilhaft erweisen könnte? Und hätten Mirjam und Aaron sich nicht daran erinnern und sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollen? Tatsächlich glauben wir, dass der Herr die Heirat befürwortet hat; dass Er damit jeglicher Neigung Israels zuvorgekommen ist, die Kinder des Mose als ihre Könige und Gesetzgeber anzunehmen, um das göttliche Programm zu untergraben.

Der Unwille des Herrn zeigte sich darin, dass Er Mirjam mit Lepra schlug und sich sieben Tage lang weigerte, sie zu heilen, selbst auf Moses Bitten hin. Damit sollte auch das Lager Israels eine Lektion in Übereinstimmung mit einer späteren Aussage erhalten: „Tastet meinen Gesalbten nicht an, und meinen Propheten tut nichts Übles!“ [Ps. 105:15].

Die Lektion, auf die wachsame Fürsorge des Herrn zu vertrauen, und die Lektion, dass jeder Israelit sich vor allem um seine eigenen Angelegenheiten kümmern sollte, sind immer noch eng miteinander verbunden. Viele, nein alle, müssen diese Lektionen noch lernen. Die Übereifrigkeit, die so viele dazu neigen lässt, zu glauben, dass das Werk des Herrn scheitern wird, wenn sie nicht alles kontrollieren und über jeden und alles ihr Urteil fällen, ist für alle, die sie haben, gefährlich, und ihr Name ist Legion. Sie entspringt einer zu großen Selbstüberschätzung, gemischt mit mangelndem Respekt vor Gottes Weisheit und dem Wunsch, sich als „Wichtigtuer in fremde Angelegenheiten“ einzumischen. [KJV; 1. Petr. 4:15]. Jeder sollte früh lernen, dass er zwar seinen Teil mit seiner Kraft tun, aber auch viel dem Herrn anvertrauen sollte und dass Ihm gegenüber jeder Diener steht oder fällt. Wenn man dies nicht tut, führt dies zu Lepra – Sünde.

„KOMM MIT UNS! DANN WERDEN WIR DIR GUTES TUN.“

Hobab, auf den wir hier aufmerksam gemacht werden (4. Mo. 10:29), war der Schwager des Mose (Ri. 4:11). Reguel wird hier als Name des Schwiegervaters des Mose angegeben und soll sich auf dieselbe Person beziehen, die an anderer Stelle Jethro [auch Jitro] genannt wird. Die Erklärung dafür ist, dass Reguel sein richtiger Name war und Jethro, was „ausgezeichnet“ bedeutet, sein Titel als Oberhaupt der Midianiter war, einer Sippe, die als Keniter bekannt war und in Midian östlich des Sinai lebte. Hobab war daher auch ein Oberhaupt unter den Kenitern und zweifellos, wie Moses' Worte andeuten, mit dem Land, durch das Israel ziehen würde, gut vertraut. Mose lud ihn ein, sich den Israeliten anzuschließen, und versprach ihm, dass er und diejenigen aus seinem Stamm, die mit ihm kommen würden, gemeinsam mit den Israeliten an den Verheißungen teilhaben sollten, die Gott ihnen gegeben hatte: „Komm mit uns! Dann werden wir dir Gutes tun; denn der HERR hat Gutes über Israel geredet. … wenn du mit uns kommst und jenes Gute geschieht, das der HERR an uns tun will, dann werden wir dir auch Gutes tun“. Obwohl Hobab sich zunächst weigerte, beeinflusste ihn das Versprechen, mit Israel zu teilen, offenbar positiv; denn an anderer Stelle wird erwähnt, dass die Keniter mit Israel Anteil am verheißenen Land hatten – Ri. 1:16; 4:11; 1. Sam. 15:6; 1. Chr. 2:55.

Zweifellos sollte diese Erzählung von der göttlichen Vereinbarung mit Hobab durch Mose auch den geistlichen Israeliten eine Lehre vermitteln. Sie zeigt, dass einige, die nicht Kinder der Verheißungen nach dem Fleisch sind, dennoch von Gott angenommen wurden, weil sie Glauben übten – weil sie auch bereit waren, die Prüfungen, Schwierigkeiten und Kriege der Kinder Israels zu ertragen, um mit ihnen an den Belohnungen und Verheißungen teilzuhaben. So können wir heute zu denen, die noch immer Fremde, Unbekannte, Ausländer den Bündnissen des Herrn gegenüber sind, sagen: „Kommt mit uns! Dann werden wir dir Gutes tun“. Wir können jedem, der ein Ohr hat, um zu hören, von den gnädigen Dingen erzählen, die der Herr allen, die zu Ihm gehören, versprochen hat – ewiges Leben im Paradies, wenn sie bis zum Ende der Reise treu bleiben; und doch wird es eine Frage der Ausübung ihres Willens sein: Wenn sie an den Segnungen teilhaben, müssen sie auch bereit sein, die Schwierigkeiten des Weges und die Vorwürfe des Volkes des Herrn zu teilen. Wir können nicht nur mündlich zu den Menschen sprechen und sie einladen, sich uns anzuschließen, sondern unser Leben im Allgemeinen sollte ein „lebendiger Brief“ [2. Kor. 3:3] sein, der Zeugnis von unserem Glauben an den Herrn und Seine Verheißungen ablegt – hilfreich, ermutigend und anziehend für andere.

Unsere Goldene Schriftstelle gilt für jeden geistlichen Israeliten, und sicherlich müssen alle die Führung des Herrn anerkennen, sonst können sie keinen Frieden, keine Freude und keinen Segen haben und keinen Fortschritt auf dem Weg zu unserem Kanaan machen. Die Israeliten lernten, auf die Bewegung der Wolke zu achten, durch die der Herr sie führte, und es ist nur von einem einzigen Fall überliefert, dass sie sich nicht an seine Führung hielten – und dieser eine Fall ging mit einer Niederlage im Kampf gegen ihre Feinde einher, was zweifellos eine eindrückliche Lektion war (4. Mo. 14:44, 45). Entsprechend ist eine der wichtigsten Lektionen, die der geistliche Israelit lernen muss, in allen Lebensangelegenheiten auf die Leitung des Herrn zu schauen - niemals etwas zu unternehmen, ganz gleich ob es sich um zeitliche oder geistliche Dinge handelt, ohne den diesbezüglichen Willen des Herrn zu beachten zu suchen [Manna vom 23. Februar – Teil 1; Hervorhebung von uns].

Je früher diese Lektion gelernt wird, desto eher werden Lebenskatastrophen vermieden. Dennoch sollten wir uns daran erinnern, dass die Vorsehung des Herrn uns in schwierige Umstände und Bedingungen führen kann und nicht immer auf grüne Weiden. Doch in diesen Situationen wird der Glaube geprüft und entwickelt, und die Treue zur Führung des Herrn wird uns allmählich die Gewissheit geben, dass alles zu unserem Besten und zu unserem geistlichen Wohlergehen zusammenwirkt – die Angelegenheiten, die günstig und tröstlich erscheinen, und die Erfahrungen, die rau und beunruhigend erscheinen. Wir sollen nicht um der Führung des Herrn willen bitten oder sie erwarten, noch wegen irgendeines Verdienstes oder einer Würdigkeit in uns, sondern, wie es in unserer Goldenen Schriftstelle heißt, um des Herrn willen – gemäß Seiner Verheißung an uns als geistliche Israeliten, als Nachkommen Abrahams – um Seines Namens und Seines Werkes willen, da Er den Segen der Welt erwirkt hat und nun ein Volk auswählt, damit Sein Name durch Seine Diener in diesem Werk des Segens verkörpert wird – um Seines eigenen Namens willen, da Er uns eingeladen und uns den Sieg verheißen hat, wenn wir in Seiner Liebe bleiben.