Brot ist ein allgemeiner Name für Nahrung; für das, was den Hunger stillt; für das, was aufbaut und stärkt; für das, was das Fortbestehen des Lebens ermöglicht. Es war daher angemessen, dass der Herr Brot als Symbol oder Vorbild für diese himmlische Nahrung verwenden sollte, die Gott jetzt angeordnet hat, um Sein Volk aufzubauen und zu stärken und ihm schließlich durch die Erste Auferstehung ewiges Leben zu geben. Die göttliche Wahrheit ist ein Repräsentant dieser geistlichen Speise; und unser Herr selbst, der im göttlichen Plan der Kanal der Wahrheit ist – „der Weg, die Wahrheit, das Leben“ – wird auch als „das Brot des Lebens“ für Sein Volk bezeichnet. Wir sollen essen oder an den lebengebenden Eigenschaften teilhaben, die Er uns in Sich selbst freimütig gibt, wenn wir das Ziel unserer Hoffnung – das ewige Leben – erreichen wollen.
Unsere Schriftstelle ist die Antwort unseres Herrn an den Versucher, als Er in der Wüste fastete und hungerte. Der Versucher hatte vorgeschlagen, die Kräfte zu nutzen, die Jesus einige Tage zuvor bei Seiner Taufe im Jordan empfangen hatte, als Er den Heiligen Geist und damit die Gaben und Kräfte empfing, die es Ihm später ermöglichten, nicht nur Kranke zu heilen, sondern auch Wasser in Wein zu verwandeln und eine Menschenmenge zu speisen, indem Er die zwei Gerstenbrote und die zwei kleinen Fische vermehrte. Der Widersacher schlug dem Herrn vor, diese Macht zur Befriedigung Seiner eigenen Bedürfnisse zu nutzen. Er sagte: „Sprich, dass diese Steine Brot werden!“
So sehr der Herr darüber erfreut war, dass Ihm diese göttlichen Kräfte durch den Heiligen Geist, den Er empfangen hatte, vermittelt wurden, und so sehr Er sich auch freute, zu gegebener Zeit die Wunder zu vollbringen, die mit Seinem Wirken einhergingen, wusste Er doch, dass Ihm diese Kräfte nicht für irgendeinen eigennützigen Gebrauch, für irgendeine eigene Befriedigung gegeben worden waren; und deshalb lehnte Er den Vorschlag ab, und Seine Antwort ist unsere Schriftstelle. Nebenbei bemerkt gibt es hier eine Lektion, die die Aufmerksamkeit des ganzen Volkes Gottes verdient: Geistliche und göttliche Dinge dürfen nicht eigennützig oder selbstsüchtig genutzt werden. Soweit sie in der Lage sind, Angelegenheiten zu unterscheiden, muss das Volk des Herrn seine eigenen persönlichen Vorlieben, Wünsche und Bedürfnisse von den himmlischen und geistlichen Dingen getrennt und abgesondert halten und letztere nicht für die Dienste des Fleisches nutzen, wie rein und gut die irdischen Wünsche auch sein mögen.
Die Worte unseres Herrn übernehmen die Anregung, dass Brot und Nahrung unter den gegenwärtigen Zuständen für den menschlichen Lebensunterhalt notwendig sind; aber sie führen den Gedanken weiter – sie lenken unsere Aufmerksamkeit auf ein höheres Leben als das gegenwärtige. Das gegenwärtige Leben ist nicht wahres Leben, sondern der Tod: Die Welt steht unter dem göttlichen Todesurteil; und nur diejenigen, die durch den Glauben eine Beziehung zu Gott erlangt haben, sind „aus dem Tod in das Leben hinübergegangen“ [1. Joh. 3:14], wie unser Meister bei einer anderen Gelegenheit sagte: „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht“ [1. Joh. 5:12]. Und wieder sagte Er zu jemandem, der daran dachte, Sein Diener, Sein Nachfolger zu werden: „Folge mir nach, und lass die Toten ihre Toten begraben“ – Mt. 8:22.
Von diesem Standpunkt aus sehen wir, dass der Mensch nicht vom Brot allein leben kann. Er hat das göttliche Urteil „Sterbend wirst du sterben“ gegen sich; und er kann keine Art von Brot, keine Art von Nahrung finden, die Leben im vollen und vollständigen Sinne dieses Wortes hervorbringt – die den Tod im Leben verschlingt. Er muss nach einer anderen Art von „Brot des Lebens“ suchen als nach jeder irdischen Nahrung; er muss eine andere Art von „Wasser des Lebens“ haben als jedes irdische Getränk. Auf diese himmlische Nahrung oder Versorgung bezieht sich unser Herr, wenn er sagt: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht“.
Aber wie ist es uns möglich, von den Worten zu leben, die aus dem Mund Gottes ausgehen? Was meinte Jesus damit? Wie können uns die Worte Gottes Leben geben?
Er meinte damit, dass alle Hoffnung auf ewiges Leben von Gott abhängt – vom göttlichen Plan und seinen Verheißungen. Wenn wir uns diese Verheißungen ansehen, können wir deutlich erkennen, dass der göttliche Plan, der aus der Zeit vor Grundlegung der Welt stammt, vorsieht, dass alle Geschöpfe Gottes, die nach Seinem Ebenbild geschaffen wurden und in Treue, Liebe und Gehorsam in Übereinstimmung mit Ihm leben, ewiges Leben haben werden. Dies ist Gottes allgemeines Wort zu diesem Thema, nämlich dass Gehorsam die Bedingung für ewiges Leben ist. Dies war zweifellos der Sinn, den unser Herr mit den Worten unserer Schriftstelle verfolgte. Er könnte auch gedacht haben, dass Er mit einer besonderen Mission in die Welt gekommen war, um den Willen des Vaters zu tun, und dass Er von Anfang an verstanden hat, dass Sein vollkommener Gehorsam gegenüber dem göttlichen Willen Ihm schließlich Ruhm, Ehre und Unsterblichkeit beim Vater sichern würde; dass aber jeder Ungehorsam den Verlust der göttlichen Gunst bedeuten und die Strafe des Ungehorsams nach sich ziehen würde, nämlich den Tod.
Unser Herr entschied daher sofort, dass es ein großer Fehler wäre, dem Willen des Vaters nicht zu gehorchen und sich so Brot für den Unterhalt Seines Leibes zu sichern; dass die so gesicherte Nahrung das Leben nur für eine kurze Zeit erhalten könnte – dass es ein besserer Plan wäre, auf das Wort Gottes zu vertrauen, auf die göttliche Verheißung, dass diejenigen, die Ihn lieben, Ihm dienen und gehorchen, am Ende als Überwinder hervorgehen und mehr noch, ewiges Leben mit Gott haben werden. Und dies, die Schlussfolgerung unseres Meisters, ist voller Lehren für uns, die wir Seine Jünger sind und versuchen, in Seine Fußstapfen zu treten. Wir sollen die Lektion lernen, dass das Leben des Menschen nicht aus Dingen besteht, die er im Überfluss besitzt - Nahrung und Kleidung - sondern dass sein Leben im vollsten, umfassendsten und höchsten Sinne von seiner völligen Unterwerfung unter den göttlichen Willen abhängt, von seiner sorgfältigen Beachtung eines jeden Wortes, dass aus dem Mund Gottes ausgeht [Manna vom 25. Februar – 1. Teil; Hervorhebung von uns].
Die Worte aus dem Munde Gottes zu uns sind nicht genau dieselben, wie die zu unserem Herrn Jesus und den heiligen Engeln, denn wir sind wie alle anderen von Natur aus Kinder des Zorns – Sünder. Deshalb müssen wir zunächst vom wahren Standpunkt aus angesprochen werden. So hören wir die Worte Gottes in unterschiedlichen Sprachen zu unterschiedlichen Zeiten in unseren Erfahrungen.
(1) Das erste Wort, das Gott an uns richtet, ist die Botschaft der Gerechtigkeit – es informiert uns, dass wir Sünder sind, unvollkommen, hilflos, was unsere eigene Wiederherstellung zum göttlichen Bild betrifft. Dieses erste Wort, das aus Gottes Mund an uns ergeht, ist alarmierend; Er erklärt uns, dass wir in Folge der Sünde unter einem Urteil oder Fluch des Todes stehen, dass „die Seele, die sündigt, sie soll sterben“ [Hes. 18:20]; dass „der Lohn der Sünde ist der Tod“ [Röm. 6:23]. Es sagt uns, dass wir von Natur aus „Kinder des Zorns sind, wie auch die übrigen“ [Eph. 2:3] – Fremde und Ausländer, Gott und all Seinen Segen gegenüber fremd, die für diejenigen reserviert sind, die Ihn lieben und Ihm gehorchen und die Vollkommenheit bewahren, in der sie geschaffen wurden. Es ist notwendig, dass wir diese Stimme hören; es ist notwendig, dass wir uns vor der Strafe des Todes fürchten und erschrecken; und es ist notwendig, dass wir uns einsam und entmutigt fühlen, weil wir von Gott getrennt sind und uns von Seinen gnädigen Vorkehrungen für diejenigen entfremdet haben, die Ihn lieben und die Er liebt. Diese Furcht und Niedergeschlagenheit sind notwendig, um uns im Allgemeinen auf das nächste Wort vorzubereiten, das aus dem Mund Gottes hervorgeht, nämlich
DAS WORT VON GOTTES MITLEID UND SEINER HILFE.
(2) Die Botschaft, dass Gott, während Er Seine absolute Gerechtigkeit und die unveränderliche Gültigkeit Seines ersten Wortes und Satzes manifestiert, dennoch bereit ist, uns zu helfen – dass Er Mitleid mit uns in unserem gefallenen Zustand hat. Dieses Wort bedeutet nicht, dass göttliches Mitleid uns, gegenwärtig und zukünftig, als Sünder in die göttliche Gunst aufnehmen wird; sondern dass göttliches Mitleid im Voraus einen Lösegeldpreis in Betracht zog, der, in Verbindung mit den Ansprüchen der göttlichen Gerechtigkeit, die Genesung des Menschen von seinem Zustand der Sünde und des Todes ermöglichen würde – zurück zu einem Zustand der Heiligkeit und des ewigen Lebens – als ob er nie gesündigt hätte, nie verurteilt worden wäre. Dieses Wort, das aus dem Mund Gottes kam und einen Segen und eine Gelegenheit zur Genesung für alle, die es annehmen, prophezeit, war zuerst eine Stimme an Abraham, die sagte: „In dir und deinen Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“ [1. Mo. 28:14]. Wenn diese Hoffnung im Herzen des Bußfertigen zu erwachen beginnt, der das ewige Leben an der Quelle der Gnade und Wahrheit sucht, lauschen die Ohren seines Verständnisses aufmerksam auf andere Worte des Lebens von seinem Schöpfer und er hört (Apg. 10:36)
DIE STIMME GOTTES DIE „FRIEDEN SPRICHT DURCH JESUS CHRISTUS“
(3) Die Botschaft des Friedens lautet, dass Gott bereits den Lösegeldpreis für Sünder bereitgestellt hat; – dass Jesus Christus durch die Gnade Gottes für jeden Menschen den Tod geschmeckt hat; dass „Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften, und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist“ [1. Kor. 15:3; Röm. 4:25]. Dieses Wort aus Gottes Mund informiert uns darüber, dass durch diese Transaktion, die ganz und gar Seine eigene ist, ohne unsere Veranlassung oder Mithilfe, „er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist“ (Röm 3:26). Oh, welche Freude, welche Hoffnung auf Leben kommt in unsere Herzen, wenn wir dieses Wort hören, das aus dem Mund Gottes kam! Wir rufen mit dem Apostel aus: „Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns?“ [Röm. 8:31]. Wenn Gott uns so geliebt hat, als wir noch Sünder waren, wie viel mehr liebt Er uns jetzt, da wir Ihn suchen, da wir in den Schoß der Gemeinschaft mit Ihm zurückkehren wollen und da wir die Vorkehrung Seiner Gnade in Christus Jesus, unserem Herrn, annehmen. So spricht Gott zu allen, die die Versöhnung annehmen, die in Christus Jesus durch Sein Blut möglich wurde, Worte der Gnade und des Friedens – Worte der Vergebung, der Versöhnung, der Barmherzigkeit, der Liebe und der Güte.
GOTTES WORT AN DIE WIEDERGEWONNENEN SÖHNE
(4) Ein anderes Wort oder eine andere Botschaft kommt aus dem Mund Gottes zu denen, die von Seiner Gnade in Christus gehört und sie angenommen haben. Er nennt sie Söhne – nicht mehr „Söhne des Zorns“, nicht mehr „Söhne des Bösen“ [Mt. 13:38], sondern Er spricht sie als zurückgewonnene Söhne an, als die Seinen, als diejenigen, denen Er unter bestimmten, von Ihm festgelegten Bedingungen Seinen Segen zu geben gedenkt; Er sagt: „Mein Sohn, gib mir dein Herz“ [Spr. 23:26]. Dieser Ruf nach dem Herzen ist ein Ruf nach vollständiger Weihung, nach vollständigem abgesondert sein für den Herrn und Seinen Dienst. Unser Wille ist das Zentrum unserer Intelligenz, unseres Seins; wenn das Herz, der Wille, Gott gegeben wird, trägt es den Auftrag für jede Handlung, jedes Wort und jeden Gedanken in sich. Es ist nur eine Freude, auf dieses Wort oder diese Botschaft aus dem Mund Gottes zu antworten, dass Er sich freut, sie denen im besonderen Sinne der Sohnschaft einzuräumen, die zu diesem Evangelium-Zeitalter gehört – die Sohnschaft im Haus der Söhne, dessen Haupt Christus Jesus, unser Herr, ist.
„DAS WORT DER VERHEISSUNG“
(5) In unserer Unkenntnis der Größe unseres himmlischen Vaters und des Reichtums Seiner Gnade uns gegenüber in Christus Jesus, unserem Herrn, könnten wir die Notwendigkeit oder das Wünschenswerte einer vollständigen Weihung unseres Herzens an Ihn verkennen. In unserer Unwissenheit könnten wir es vorziehen zu sagen:
„Ein Teil von mir und ein Teil von dir“.
Da Gott dies weiß, hat Er uns in Seiner Barmherzigkeit einige Merkmale Seines Plans vor Augen geführt, und so hören wir Seine Stimme erneut in den „überaus großen und kostbaren Verheißungen“ Seines Wortes. In diesen weist Er uns auf die Weisheit einer vollständigen Wei¬hung und eines vollständigen Gehorsams Ihm gegenüber hin und versichert uns in diesen Verheißungen, dass wir durch den Gehorsam ihnen gegenüber an der größten aller Segnungen teilhaben können – der göttlichen Natur (2. Petr. 1:4). Oh, wie wunderbar, dass der große Schöpfer sich nicht nur dazu herablässt, Sünder zu erlösen, sondern sie auch dazu drängt, dazu anlockt, Seine Gaben und Segnungen anzunehmen! Von dem Zeitpunkt an, an dem die Weihung beginnt, wird ein Maß des Heiligen Geistes gewährt, damit der Geweihte durch Anwendung – durch Hunger und Durst nach den Worten, die aus dem Mund Gottes kommen, und durch ihre Aufnahme – befähigt wird, „mit allen Heiligen zu erfassen, was die Breite und Länge und Tiefe und Höhe sei, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus“ (Eph. 3:18,19). Ach ja! Diejenigen, die bisher „die Worte, die aus dem Mund Gottes kommen“, gehört und sich davon genährt haben, finden in der Tat ein neues Leben, eine neue Vitalität, eine neue Energie, neue Hoffnungen, neue Ziele, neue Ambitionen, „das Alte ist vergangen“ [2. Kor. 5:17], alles ist von der Herrlichkeit der himmlischen Dinge durchdrungen, die „das Auge nicht gesehen und das Ohr nicht gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, sie zu begreifen“ [1. Kor. 2:9] – die Dinge, die Gott für diejenigen bereithält, die Ihn lieben; ein Verständnis und eine Wertschätzung, die Gott in gewissem Maße durch Seinen Geist verleiht, der „alle Dinge erforscht, ja, die Tiefen Gottes" [Vers 10].
ERNÄHRT VON DEM WORT DER ERMAHNUNG.
(6) Wenn wir weiter auf die Worte hören, die aus dem Mund Gottes kommen – „wunderschöne Worte, wunderbare Worte, wunderbare Worte des Lebens“ [Refrain des Liedes Wonderful Words Of Life von Philip Paul Bliss, 1874 zu Phil. 2:15, 16] – hören wir ein Wort der Ermahnung. Der Vater unterweist uns, dass die herrlichen Dinge, zu denen Er uns jetzt beruft, unmöglich uns gehören können, wenn nicht unsere Weihung an Ihn und die Unterwerfung unter die Einflüsse Seiner Vorsehung und Verheißungen unseren Sinn ändern, verwandeln, erneuern; so dass wir die Dinge, die wir einst geliebt haben, hassen werden, und die Dinge, die wir einst gehasst haben, lieben werden. Wie ein Vater nicht mit der Rute der Züchtigung für den Sohn spart, den er liebt, so wird der Herr nicht mit der Rute der Trübsal und Züchtigung für diejenigen sparen, die wirklich Ihm gehören; weil Er sie liebt und weil Er in ihnen einen Charakter entwickeln möchte, der Ihm gefällt und der es Ihm schließlich ermöglicht, sie zu Seinen Söhnen auf der Ebene der Herrlichkeit zu machen, zu Erben Gottes, Miterben mit Jesus Christus, ihrem Herrn.
Dieses Wort, in Bezug auf die Notwendigkeit der Züchtigung und unsere Besserung in der Gerechtigkeit, damit wir „dem Bild seines Sohnes gleichförmig“ werden (Röm. 8:29), wird von Zusicherungen der Liebe des Vaters begleitet – Zusicherungen, dass „wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten“ [Ps. 103:13]. Er sagt uns auch durch einen anderen Apostel: „Ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er geißelt aber jeden Sohn, den er aufnimmt“ [Hebr. 12:5, 6]. Er erklärt, dass eine solche Erziehung nicht durch Zorn auf uns, sondern durch Seine Liebe erregt wird, und wenn wir durch die Erziehung, Prüfungen und Erfahrungen des Lebens richtig geübt werden, bewirken sie in uns „ein über die Massen überschwängliches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit“ [2. Kor. 4:17]. Sie werden in uns einen Charakter formen, den der Herr in dem Dienst gebrauchen kann, zu dem Er uns berufen hat – dem Dienst des Millennium-Zeitalters – dem Dienst der königlichen Priesterschaft, um mit Christus im Werk des Richtens und Segnens der Welt der Menschheit verbunden zu sein [Offb. 1:6]. Die angemessene Antwort aller, die den wahren Geist der Sohnschaft besitzen, wird in den Worten unseres Herrn und Meisters ausgedrückt: „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens" [Lk. 22:42; Ps. 40:9]. Wer so auf die Züchtigung des Herrn reagiert, tritt mehr und mehr in die göttliche Gunst ein und hört andere Worte des Trostes, der Gnade und der Hilfe.
„DENN IHR BEDÜRFT DES AUSHARRENS“ [Hebr. 10:36]
(7) Gottes Wort oder Botschaft der Geduld lautet: „Das Ausharren aber habe ein vollkommenes Werk, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt“ (Jak. 1:4). Wie notwendig ist dieser göttliche Rat – dieses Wort, das aus dem Mund Gottes kommt – für unsere Vollkommenheit! Wir könnten meinen, dass wir genügend geprüft und auf die Probe gestellt wurden, um unsere Loyalität gegenüber dem Herrn und den Grundsätzen der Gerechtigkeit unter Beweis zu stellen, lange bevor wir gemäß den Maßstäben des Herrn in der Charakterprüfung ausreichend geprüft wurden. Deshalb erklärt Er uns gnädigerweise, wie notwendig Geduld sein wird, damit uns die feurigen Prüfungen, die uns auf die Probe stellen müssen, nicht befremden, als begegne uns etwas Fremdes (1. Petr. 4:12). Im Gegenteil, Er weist uns darauf hin, dass die Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit, zu der Er die Kirche in diesem Evangelium-Zeitalter eingeladen hat, so hoch, so großartig ist, dass diejenigen, die diese Ehre teilen möchten, zwangsläufig damit rechnen müssen, auf eine harte Probe gestellt zu werden, damit ihre absolute Loyalität gegenüber dem Herrn und den Grundsätzen Seiner Gerechtigkeit – Recht, Wahrheit, Liebe – außer Frage steht. Unser Charakter muss nach diesen Richtlinien kristallisiert werden, fest wie ein Diamant, bevor wir bereit sind, als „Überwinder“ empfangen zu werden, die alles erben und das Königreich und die Herrlichkeit mit dem Anführer unserer Erlösung teilen werden. Er weist uns außerdem darauf hin, dass, wenn es notwendig war, dass der Anführer unserer Erlösung versucht und geprüft, getestet und bewährt wurde, es umso vernünftiger ist, dass wir, die wir Kinder des Zorns waren und nur durch Seine Gnade gerechtfertigt sind, gründlich auf unsere Loyalität geprüft werden sollten.
WORTE DES TROSTES AUS DEM MUND GOTTES.
(8) Wir könnten mit der Strenge der göttlichen Anforderungen in Bezug auf diese siegreiche Klasse gut geübt sein und uns sagen: „Andere mögen solche Herrlichkeiten und Segnungen erlangen; aber wir sind durch den Sündenfall zu schwach im Fleisch und können nicht hoffen, als Sieger hervorzugehen – wir können nicht hoffen, die Prüfungen und Proben zu bestehen, die der Herr uns auferlegen würde“. Und hier spricht der Herr ein weiteres Mal ein gnädiges Wort des Trostes, des Zuspruchs und der Ermutigung, und Er sagt uns, dass die Vollkommenheit, die Er erwartet, nicht eine Vollkommenheit im Fleisch und des Fleisches ist, das schwach und unvollkommen ist, sondern eine Vollkommenheit des Herzens, des Willens, des Sinnes, der Absicht. Er informiert uns, dass Er uns als menschliche Wesen nicht nach dem Fleisch richtet, sondern als Neue Schöpfung nach dem Sinn, dem neuen Willen. Er informiert uns, dass Er zwar erwartet, dass der neue Sinn sein Bestes tut, um das Fleisch zu kontrollieren und zu unterwerfen, aber dennoch weiß, dass das Fleisch unvollkommen ist und dass es für die gefallene Menschheit unmöglich ist, nach dem Fleisch vollkommen zu sein. Daher sieht Seine Anordnung durch Christus unter dem Neuen Bund vor, dass die Unvollkommenheiten des Fleisches, denen unser Wille nicht zustimmt, uns nicht zugerechnet werden. Sie sind durch das Verdienst des Opfers Christi zugedeckt und werden bei der Abrechnung des himmlischen Vaters mit uns nicht beachtet. Er versichert uns, dass wir nach dem Geist (dem Willen, der Absicht) und nicht nach dem Fleisch gerichtet werden.
Welcher Trost und was für eine Erleichterung liegen in diesen Zusicherungen! Das sind wahrhaft wunderbare Worte des Lebens! Sie erfüllen uns mit Hoffnung. Wenn Gott die vollkommene Absicht des Herzens anstatt der absoluten Vollkommenheit des Fleisches annimmt, so besteht wirklich die Hoffnung, dass wir den Maßstab, den Er für uns aufgestellt hat, erreichen, den Maßstab der Vollkommenheit. Wir können in unseren Absichten und unserem Willen vollkommen sein, oder, wie der Meister es ausdrückt, „im Herzen rein“, auch wenn wir nicht vollkommen im Fleische sein können. Durch den Apostel hören wir das Wort, das aus dem Munde Gottes kommt, mit folgendem Inhalt: „Das Recht des Gesetzes ist in uns erfüllt, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln“ (Röm. 8:4). Wir können nach dem Geist wandeln, obgleich wir nicht fähig sind, die Anforderungen des Geistes ganz zu erfüllen, soweit es unsere sterblichen Leiber betrifft. Unser Sinn kann auf der Ebene des Geistes wandeln, unsere Absichten können vollkommen sein, und das ist es, was unser himmlischer Vater in uns sucht, die Vollkommenheit der Absicht [Manna vom 24. Februar; Hervorhebung von uns].
DAS WORT DER AUFERSTEHUNG.
(9) Ein weiteres Wort aus dem Munde Gottes versichert uns, dass Er unsere Gestalt kennt, dass Er sich daran erinnert, dass wir Staub sind – zum Tode verurteilt, „Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ [1. Mo. 3:19] – schwach, unvollkommen, sterbend; und dass es nicht Seine Absicht ist, dass wir immer im Widerstreit mit uns selbst liegen – der vollkommene Wille gegen den unvollkommenen Leib – dass Er dafür gesorgt hat, dass wir in der Auferstehung neue, vollkommene Leiber haben werden, die in vollem Einklang mit unserem neuen Sinn stehen. Er versichert uns, dass Er fähig und willens ist, all dies zu tun, und dass Er vorhat, Seinen „Auserwählten“ einen Leib zu geben, der von noch höherer Ordnung ist als der menschliche – dass Er uns geistliche Leiber geben wird. Sie werden an der Ersten Auferstehung teilhaben und von da an in der Lage sein, den Willen des Vaters in jeder Hinsicht vollkommen zu tun – so wie sie jetzt den Wunsch zeigen, Seinen Willen zu tun, soweit sie dazu in der Lage sind. Oh, gnädige Vorkehrungen! O wunderbare Worte des Mitgefühls, die uns zu wunderbaren Hoffnungen auf ewiges Leben und Herrlichkeit beflügeln! Denen, die im Geist und im Glauben überwinden (1. Joh. 5:4), wird der Herr das letzte Wort Seines Mundes geben: „Wohl, du guter und treuer Knecht, geh ein in die Freude deines Herrn“ [Mt. 25:21].
Jedes Wort aus dem Mund Gottes - jede Ermahnung, jede Ermutigung, jede Verheißung ist für die Entwicklung derjenigen notwendig, die Gott jetzt zum ewigen Leben als Erben mit Seinem Sohn im Königreich beruft. Das Essen natürlicher Nahrung könnte weder dieses ewige Leben noch die damit verbundenen Herrlichkeiten bringen; aber das Essen und Aneignen dieser Worte aus dem Munde Gottes kann uns all diese Segnungen bringen, nach denen wir uns sehnen. Lasst uns also als Jünger und Schüler des Herrn Jesus die Anregung der Worte dieser Textstelle immer mehr im Gedächtnis behalten und danach handeln [Manna vom 25. Februar – 2. Teil; Hervorhebung von uns] – „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht“.