Da die gesamte Menschheit durch die Sünde und ihre Verurteilung von ihrem Schöpfer entfremdet ist, beinhaltet die Anwendung der Schriftstelle auf eine Einzelperson, dass sie zuvor zur Erkenntnis der Gnade Gottes in Christus gekommen ist und ihren Anteil daran durch den Glauben angenommen hat und somit als einer der Söhne Gottes, gezeugt durch den Heiligen Geist, Zugang zur Liebe Gottes hatte. Dies ist eine wichtige Angelegenheit, die von sehr vielen übersehen wird, die glauben, sich in göttlicher Liebe und unter göttlicher Obhut zu befinden, ohne zuvor die Aufnahmebedingungen zur Gliedschaft in der Familie des Herrn zu erfüllen. Es gibt nur einen Zugang, um „Zugang zu erhalten … zu dieser Gnade, in der wir stehen, und [als Söhne Gottes] … uns aufgrund der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes“ rühmen, und das ist der Zugang des Glaubens an die Versöhnung und deren Annahme, die unser Erlöser, auf Kosten Seines eigenen Opfers auf Golgatha, für uns ausgeführt hat. Jeder, der versucht, auf andere Weise in die Familie Gottes zu gelangen, „ist ein Dieb und ein Räuber“ [Joh. 10:1] – ein Ablehner des einzigen Weges und Namens unter dem Himmel, der den Menschen gegeben wurde, in dem wir gerettet werden müssen – Röm. 5:1, 2; Apg. 4:12.
Aber unsere Schriftstelle ist, wie alle heiligen Schriften, an die Menschen des Herrn gerichtet, die einst „Kinder des Zorns waren wie auch die anderen“ [Eph. 2:3], aber durch den festgelegten Weg in die göttliche Gunst gekommen sind; und er lenkt unsere Aufmerksamkeit auf etwas, das für uns, nach unserer vollständigen Bekehrung oder Weihung an den Herrn, darüber hinaus notwendig ist. Er beinhaltet, dass das Gelangen in die Liebe Gottes keineswegs das Ende des christlichen Weges ist, sondern lediglich der Anfang: Nachdem wir uns auf dem Weg befinden, gibt uns der Herr als Seine Söhne Gebote und erwartet von uns, dass wir den Geist der treuen Sohnschaft durch Gehorsam manifestieren; durch vollständigen Gehorsam, was das Herz oder die Absicht betrifft, und so vollständigen Gehorsam wie möglich, was die Kontrolle des Fleisches betrifft. Wer es versäumt, die Gebote des Herrn zu lernen oder zu befolgen, zeigt damit, dass ihm der wahre Geist der Sohnschaft fehlt, und macht sich damit selbst als unwürdig, länger als Sohn Gottes betrachtet oder behandelt zu werden. So gesehen sind die Gebote des Herrn für diejenigen, die sich Ihm geweiht haben und in Seine geistgezeugte Familie eintreten, Prüfungen, die sie entweder als würdig oder unwürdig für die göttliche Gunst und Verheißungen erweisen, die den treuen Überwindern zugesichert sind.
Der Zweck dieser Prüfungen ist offensichtlich, wenn wir den göttlichen Plan der Zeitalter verstehen – begreifen, wie der Herr jetzt eine königliche Priesterschaft auserwählt, die Miterben Christi, des großen Königs, sein soll, und die am Werk die Welt der Menschheit zu Gottes festgelegter Zeit, dem „Tag des Gerichts“ der Welt, dem Millennium-Zeitalter, zu unterstützen, zu regieren, zu segnen und aufzurichten, teilhaben soll. Wir können leicht erkennen, dass das göttliche Gesetz im Himmel und auf Erden notwendig ist, damit Gottes Wille geschieht – damit Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe siegen; und es ist offensichtlich, dass jeder, der nicht ausreichend mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit, die in den Geboten des Herrn zum Ausdruck kommen, sympathisiert, um ihnen zu gehorchen und nach ihnen zu streben, nicht geeignet wäre, vom Herrn dazu benutzt zu werden, die göttlichen Gesetze während des Millennium-Zeitalters durchzusetzen und der Menschheit dabei zu helfen, ihre Gerechtigkeit zu erkennen und den Segen, der ihrer Einhaltung folgt.
WAS SIND DIESE GEBOTE?
Zurecht fragen wir: Was sind diese Gebote, deren Einhaltung mit solch bedeutsamen Ergebnissen verbunden ist und deren Missachtung den Verlust der Liebe und Gunst unseres Erlösers bedeuten würde – und damit den Verlust all der Segnungen, die speziell für diejenigen vorbereitet wurden, die ihn lieben? Wir antworten, dass die Erklärung unseres Herrn zu diesen Geboten sie alle kurz in einem Wort zusammenfasst: Liebe. Wenn wir die Angelegenheit aufteilen, stellen wir fest, dass sie aus zwei Teilen besteht – Liebe zu Gott und Liebe zu unseren Mitmenschen. Ohne dass diese Eigenschaft oder dieses Merkmal der Liebe in uns so entwickelt ist, dass sie den beherrschenden Einfluss auf unsere Sinne ausübt, können wir nicht hoffen, in der Gunst des Herrn zu bleiben. Es stimmt, dass Er nicht erwartet, reife Trauben von einem neuen Trieb zu ernten, wenn dieser zum ersten Mal erscheint; vielmehr wartet der große Gärtner (1. Kor. 3:9) auf die allmähliche Entwicklung der Frucht, wenn Er nach dem Austreiben des Triebs die Knospe der Verheißung darauf sieht, die sich schnell entwickelt und sich als Blüte der Trauben manifestiert. Dennoch werden schon bald nach unserer Vereinigung mit dem Herrn Zeichen einer kommenden Frucht der Liebe von Ihm erwartet; und jede geringe Entwicklung dieser Frucht würde auf einen entsprechenden Mangel an Liebe und Wertschätzung unsererseits hinweisen und eine entsprechend geringe Liebe zur Wahrheit und ihren Grundsätzen bedeuten. Daher wäre die Liebe des Herrn zu uns entsprechend geringer, als wenn schnellere Fortschritte erzielt würden.
Liebe muss notwendigerweise die Übereinstimmung der Gerechtigkeit bedeuten, denn das Gesetz oder die Forderungen des Herrn gründen auf Gerechtigkeit, „sind deines Thrones Grundfeste“ [Ps. 89:15]. Wir müssen die Gebote des Herrn daher von diesem Standpunkt aus betrachten und zuerst erkennen, dass unsere Liebe zu Gott gerecht ist. Wir müssen erkennen, dass wir Ihm Liebe, Hingabe und Wertschätzung schulden, aufgrund dessen, was Er für uns getan hat und der Verheißungen was Er noch tun wird. Gerechtigkeit verlangt von uns, dass wir dem Herrn liebevoll und ehrfürchtig gehorchen. Das Gleiche gilt für unsere Liebe zu unseren Mitmenschen. Die Gerechtigkeit sowie die Achtung vor den Vorschriften unseres himmlischen Vaters rufen uns dazu auf, unseren Nächsten gerecht zu behandeln – ihm gegenüber so zu handeln, wie wir möchten, dass er uns gegenüber handelt. Das ist nicht mehr als absolute Gerechtigkeit, und doch ist es die Essenz und der Geist des göttlichen Gesetzes der Liebe. Während die Gerechtigkeit das erste Merkmal des Gebotes der Liebe ist, so ist sie jedoch nicht das Endziel seiner Forderungen. Es fordert, dass unsere Liebe, indem sie über die strenge Gerechtigkeit hinausgeht, uns dazu anspornen soll, Barmherzigkeit und Vergebung auszuüben. Wenn wir so Barmherzigkeit ausüben, ahmen wir wiederum nur die göttliche Liebe nach; denn unser himmlischer Vater handelt mit allen Seinen Geschöpfen nicht nur gemäß der Gerechtigkeit, sondern er ist über die Grenzen der Gerechtigkeit hinausgegangen und hat in Christus Jesus mit großem Mitgefühl und Erbarmen einen Erlöser für Sünder bereitgestellt. Es ist richtig, dass Er dies nicht unter Verletzung Seiner Gerechtigkeit bereitgestellt hat, dennoch ist es soweit es uns betrifft genauso, als hätte Er aus Liebe und Mitgefühl die Gerechtigkeit außer Kraft gesetzt, um uns zu helfen. In unserem Umgang mit anderen, die genau wie wir gefallen und unvollkommen sind, sollten wir uns daher an diesen Charakterzug erinnern und ihnen gegenüber nicht nur gerecht sein, sondern darüber hinaus sogar dem Undankbaren gegenüber voller Barmherzigkeit, Großzügigkeit und Freundlichkeit sein, damit wir auf diese Art und Weise Kinder unseres Vaters im Himmel sein können [Manna vom 24. Januar; Hervorhebung von uns].
Der Herr drückt durch den Propheten diesen Gedanken aus, inwiefern das Gesetz der Liebe teilbar ist und alle Anforderungen an den christlichen Charakter abdeckt; er sagt: „Was fordert der Herr von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben, und demütig zu wandeln mit deinem Gott?“ (Mi. 6:8). Alle werden zugeben, dass das sehr vernünftige Forderungen sind. Es liegt auf der Hand, dass Gottes Forderungen gegenüber denjenigen, die Er mit der Absicht schult, in der Zukunft die Welt zu richten, nicht geringer sein könnten. Doch alle drei Eigenschaften, die der Prophet nennt, sind in dem einen Wort, Liebe, enthalten. Die Liebe verlangt, dass wir gegenüber unseren Nächsten, den Brüdern, unserer Familie und uns selbst gerecht handeln. Sie verlangt auch, dass wir danach trachten, die Wertschätzung der Rechte anderer zu entwickeln, sowohl ihre physischen, moralischen und intellektuellen Rechte als auch ihre Freiheiten. Wenn wir sie wertschätzen, sollen wir sie auf keinen Fall einschränken oder verneinen [Manna vom 15. Januar; Hervorhebung von uns].
Die „Güte zu lieben“ bedeutet, über die Liebe zur Gerechtigkeit hinauszugehen, und bedeutet, dass man sich daran erfreut, persönliche Rechte und Vorrechte im Interesse anderer aufzugeben, wo keine Prinzipien im Spiel sind. Es beinhaltet die Bereitschaft, die Fehler anderer zu vergeben – eine Abneigung, anderen gegenüber zu anspruchsvoll zu sein, sowie den Wunsch, sehr anspruchsvoll im eigenen Umgang mit anderen zu sein. Der demütige Wandel mit Gott ist auch im Gebot der Liebe enthalten; denn wer auch immer seinen Schöpfer liebt und Seine Fürsorge für Seine Geschöpfe schätzt, sowohl in irdischen als auch in geistlichen Dingen, wird Gott im Gegenzug lieben und schätzen. Und wenn er eine so angemessene Vorstellung von der Größe des Allmächtigen und von seiner eigenen Kleinheit und Unzulänglichkeit hat, wird er, abgesehen von göttlicher Gnade, tatsächlich bereit sein, demütig mit dem Herrn zu wandeln – nicht auf der Suche nach eigenen Wegen, sondern vertrauensvoll auf dem Weg, den der Herr vorgezeichnet hat – in den Fußstapfen Jesu.
Derselbe Apostel Johannes, der die Worte unseres Herrn in unserem Schriftstelle aufgezeichnet hat, äußerte sich weiter zu diesem Thema der Liebe Gottes und Christi und sagte: „Dies ist die Liebe Gottes (d.h. dies beweist oder zeigt unsere Liebe zu Gott), dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer“ (1. Joh. 5:3). Dies lässt darauf schließen, dass der Herr nicht nur erwartet, dass wir Seine Gebote der Liebe zu Ihm und zu den Brüdern halten, sondern auch, dass wir durch das Halten dieser Gebote so sehr von der Wertschätzung der Gebote und der ihnen zugrunde liegenden Prinzipien erfüllt werden, dass wir uns daran erfreuen; nicht nur, weil es Gottes Gebote sind, sondern auch, weil sie richtig, gut und angemessen sind. Diesen Gedanken drückt der Apostel mit den Worten aus: „und seine Gebote sind nicht schwer.“ Es ist eine Sache, die göttlichen Gebote zu befolgen oder dies zu versuchen, während man sich die ganze Zeit über mehr oder weniger eingeschränkt, unfrei, gezwungen, pflichtbewusst usw. fühlt; und es ist eine andere Sache, freudig zu gehorchen.
Es ist nicht unangemessen, zu Beginn unserer Erfahrung als Volk des Herrn, das danach strebt, Seine Gebote zu halten, etwas von diesem Geist zu erwarten; aber wir sollten auch erwarten, dass all diese Gefühle von Zwang, Pflicht usw. verschwinden, wenn wir in der Gnade, in der Erkenntnis und in der Liebe wachsen; so dass wir stattdessen Freude daran haben, den Willen des Herrn zu tun, Freude daran haben, Seine Gebote der Liebe zu halten, Freude daran haben, gerecht zu handeln, Güte zu lieben, demütig mit Gott zu wandeln – und dass das Gefühl, dass die Gebote des Herrn schwer, lästig und unangenehm sind, völlig fehlt. Dies ist die höhere christliche Entwicklung und kann nur dort gefunden werden, wo der Einzelne wahrhaftig „ein Abbild des lieben Sohnes Gottes“ geworden ist, wo der Geist des Vaters die reifen Früchte des Geistes entwickelt und in reichem Maße hervorgebracht hat – Sanftmut, Geduld, Milde, brüderliche Güte, Liebe.
Wenn wir zu unserer Schriftstelle zurückkehren, stellen wir fest, dass die Worte unseres Herrn auch dasselbe beinhalten: die Notwendigkeit, den Geboten der Liebe zu gehorchen und ein Wachstum zu erreichen, das sie letztlich von jedem Gefühl der Knechtschaft oder Schmerzlichkeit trennt. Die Worte unseres Herrn, die dies zeigen, stehen im letzten Teil der Schriftstelle: „Wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe“.
Wenn wir auf den wunderbaren Charakter unseres Herrn Jesus zurückblicken und Seine Liebe zur Gerechtigkeit und Wahrheit sehen, und Seine Bereitschaft, den Anordnungen Seines Vaters gehorsam zu sein – sogar bis zum Tod – können wir leicht erkennen, dass unser lieber Meister die Prinzipien liebte, die hinter den Geboten des Vaters stehen. Er gehorchte dem Vater nicht aus Zwang oder aus Furcht, sondern aus vollkommener Liebe. Er erkannte die Gebote des Vaters an, empfand sie aber nicht als schmerzhaft, und um es mit den Worten des Propheten zu sagen, die Ihm in den Mund gelegt wurden: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern“ (Ps. 40:9). Wir müssen den Herrn also so verstehen, dass wir, um in Seiner Liebe zu bleiben, einen solchen Herzenszustand erreichen müssen wie den, den Er selbst hatte – eine Liebe für die Wege des Vaters, für die Grundsätze der Gerechtigkeit und Wahrheit. Wir können anfangs unter anderen Bedingungen in Seiner Liebe verweilen und durch unsere Liebe die Einschränkungen Seines Gebots der Liebe spüren, aber wenn wir an Erkenntnis zunehmen, müssen wir auch an Gnade zunehmen und über diese Gefühle hinauswachsen und in dieser Angelegenheit in den Geist und die Gefühle des Herrn hineinwachsen, so dass der Gehorsam gegenüber dem Herrn die Freude unseres Herzens sein wird und jedes Versagen, Seinen Willen zu tun, einen Schmerz, einen Schatten, eine irdische Wolke hervorrufen würde, welche uns vor dem Lächeln des Vaters verbirgt.
Wenn man die Tiefe der Anforderungen unseres Herrn sieht, werden viele geneigt sein zu sagen: „Ah ja, es stimmt, dass wir eine solche Charakterähnlichkeit mit unserem Herrn erreichen müssen, aber diese Umwandlung und Erneuerung der Sinne ist nicht unser Teil der Arbeit, sondern der des Herrn: Er muss dies für uns tun, sonst wird es nie geschehen“. Teils richtig, teils falsch, lautet unsere Antwort. Es ist wahr, dass wir, wenn wir uns selbst betrachten, wie schwach und unvollkommen wir gemäß der alten Natur, gemäß dem Fleisch sind, guten Grund haben, zu verzweifeln und zu entscheiden, dass wir eine so große Wandlung von Selbstsucht zu Liebe aus eigener Kraft niemals vollbringen könnten. Es ist auch wahr, dass der Herr vorhat, in uns zu wirken – „sowohl das Wollen als auch das Wirken, zu seinem Wohlgefallen“ (Phil 2:13). Aber es ist genauso wahr, dass wir eine große Verantwortung in Bezug auf diese Überwindung tragen. Es ist die Aufgabe des Herrn, den Weg, die Wahrheit und das Leben bereitzustellen – die Mittel, mit denen wir den Zustand erreichen können, zu dem Er uns berufen hat; aber es ist unsere Aufgabe, die Mittel zu nutzen und so den Preis zu erlangen.
Der Herr hat für unsere Rechtfertigung gesorgt, für unsere Versöhnung mit Ihm, für unsere Annahme als Söhne, für unsere Salbung mit dem Heiligen Geist, für unsere Unterweisung mit dem Wort Seiner Gnade, dem Wort der Verheißung: Er wirkt in uns, damit wir durch diese überaus großen und kostbaren Verheißungen und die damit verbundenen herrlichen Aussichten und Belohnungen zum Wollen und Handeln fähig sind; aber das Ausmaß, in dem Er in uns wirken wird, und die Ergebnisse, die durch diese Verheißungen erzielt werden, hängen von uns ab. So wie es von uns abhing, ob wir in die Gnade kommen würden, die Er für uns vorgesehen hat, und wie wir uns von der Liebe Gottes fernhalten konnten, indem wir das Angebot Seiner Barmherzigkeit und Liebe ablehnten oder vernachlässigten, so könnten wir auch das Wort Seiner Verheißung vernachlässigen, die verschiedenen Gnadenmittel vernachlässigen, die Er für unsere Stärkung, Festigung und unseren Aufbau in der Erkenntnis und Gnade der Wahrheit vorsieht. Und wenn wir Seine Vorkehrungen vernachlässigen, würden wir dementsprechend auch nicht in Seiner Liebe bleiben – und die verheißenen Gunstbeweise nicht erhalten. Der Apostel deutet dies an, indem er sagt:
„ERHALTET EUCH IN DER LIEBE GOTTES“ – Jud. 21.
Was ist also die Essenz dessen, was wir vorstehend als die göttliche Anweisung zu diesem Thema gefunden haben? Es ist dies. (1) Von Anfang an sollen wir die Unvollkommenheiten unseres eigenen Fleisches erkennen und auf den Herrn blicken, um die nötige Hilfe zu erhalten, um in Seiner Liebe zu bleiben.
(2) Die überaus großen und kostbaren Verheißungen müssen ernsthaft studiert werden, damit sie in uns „die Kraft Gottes“ zum Guten bilden – und uns so in der Erkenntnis des Herrn und durch Gehorsam in Seiner Liebe bewahren.
(3) Diese Erkenntnis wird uns nur dann nützen, wenn wir sie in die Praxis umsetzen und versuchen, unsere Sinne, unsere Gedanken, unsere Worte und so weit wie möglich alle unsere Handlungen im Leben nach diesem Maßstab zu regeln, den Gott durch Sein Wort vor uns als Ideal aufgestellt hat. Wir sollten uns daran erinnern, dass es uns nichts nützen würde, wenn wir alles Wissen hätten, aber nicht die Liebe, aber wir sollten uns auch daran erinnern, dass es in der göttlichen Anordnung unmöglich zu sein scheint, dass unser Wissen unserem Gehorsam gegenüber dem, was wir bereits wissen, weit voraus ist.
(4) Wir müssen jeden Beweis würdigen, den wir bei uns selbst oder bei anderen für ein solches Wachstum im Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes finden – das Gesetz der Liebe mit seinen Verbindungen zu Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Ehrfurcht.
(5) Wir dürfen nicht erwarten, dass wir gleich zu Beginn unserer Erfahrungen die vollen Ergebnisse der Freude daran, den Willen des Vaters zu tun, erleben, noch dürfen wir uns entmutigen lassen, wenn zu Beginn das Motiv in erheblichem Maße Pflichtliebe statt Liebe zu den Grundsätzen ist. Wir müssen uns um weitere Segnungen und eine weitere Erfüllung durch Seinen Geist der Liebe bemühen. Wir müssen uns bemühen, die Grundprinzipien, nach denen der Herr das Universum regiert, zu studieren und zu schätzen, und wir müssen versuchen, unser Herz mit diesem Gesetz, diesen Prinzipien und dem Geist der Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere mangelnde Wertschätzung für die Grundsätze der Gerechtigkeit größtenteils auf unsere Unwissenheit zurückzuführen ist. Und wir dürfen erwarten, dass sich unsere Augen des Verständnisses weiter öffnen, wenn wir den Herrn besser kennenlernen und Seinen Plan besser verstehen, sodass es uns nicht nur möglich sein wird, „mit allen Heiligen völlig zu erfassen“, sondern auch mit allen Heiligen die Grundsätze zu schätzen, die dem göttlichen Gesetz der Liebe zugrunde liegen und es ausmachen.
Wir können uns täglich und stündlich in der Liebe des Herrn erhalten, indem wir den gerechten Grundsätzen Gehorsam leisten und sie immer mehr lieben. Wir sollen uns über jede Lebenserfahrung freuen, über ihre Prüfungen, Schwierigkeiten, Sorgen, Enttäuschungen usw., nicht weniger als über ihre Freuden, wenn der Herr durch einige oder sogar alle dieser Mittel uns unterweist und uns einen tieferen Einblick in unsere Unzulänglichkeiten gibt, und auch einen klareren Einblick in das vollkommene Gesetz der Freiheit und Liebe, das Er festgelegt hat, und wofür Er die vollständige und loyale Unterordnung unserer Herzen verlangt [Manna vom 17. Januar; Hervorhebung von uns].
R3020-3021