Wir werden diesen Vers hier nicht unter dem Gesichtspunkt seiner Anwendung auf die Philadelphia-Epoche der Kirchengeschichte diskutieren, sondern uns damit begnügen, die in seiner Aussage enthaltenen Grundsätze zu untersuchen, da wir glauben, dass die Art und Weise, wie der Herr während dieses Evangelium-Zeitalters mit Seiner Kirche umgeht, denselben Grundsätzen folgt und mit denselben Prinzipien in Übereinstimmung steht. Deshalb wäre jede Bedingung, die für den Herrn in Bezug auf die Philadelphia-Epoche der Kirchengeschichte annehmbar und wohlgefällig wäre, auch für Ihn in Bezug auf uns selbst und alle anderen Seines Volkes während dieses Zeitalters annehmbar und wohlgefällig.
Besonderer Wert wird, wie wir sehen, auf die Geduld gelegt – „das Wort meiner Geduld“ oder die Geduld, die mein Wort vermittelt. Bei kritischer Betrachtung des Wortes stellen wir fest, dass zwei ganz unterschiedliche Wörter im Griechischen im Neuen Testament mit unserem englischen Wort „Geduld“ übersetzt werden; das eine ist makrothunia (Hebr. 6:12; Jak. 5:10; Apg. 26:3): Dies ist das Wort, das im Allgemeinen dem gängigen Begriff der Geduld entspricht, wie wir ihn im Zusammenhang mit den alltäglichen Angelegenheiten unseres Lebens verwenden; es bedeutet lediglich Langmut, und tatsächlich wird makrothunia im gesamten Neuen Testament im Allgemeinen so übersetzt (Röm. 2:4; 9:22; Eph. 4:2; Kol. 1:11; 3:12; 1. Tim. 1:16; 2. Petr. 3:15 usw.) Aber dies ist nicht das Wort, das in unserem Text verwendet wird, noch das Wort, das im Neuen Testament allgemein mit Geduld übersetzt wird, nämlich hupomonee.
Dieses Wort, hupomonee, hat eine viel tiefere und umfassendere Bedeutung als unser englisches Wort „Geduld“. Es bedeutet eher Beständigkeit – der Gedanke, Böses auf fröhliche, geduldige Weise zu ertragen. Es steht also für einen Charakterzug und nicht nur für einen vorübergehenden Zustand oder eine Zurückhaltung in Gefühlen oder Handlungen. Ein weltlicher Mensch könnte beispielsweise viel Geduld im Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufs haben – er könnte sehr aufmerksam gegenüber seinen Kunden sein, sehr zuvorkommend, sehr gewissenhaft und keine Unzufriedenheit im Zusammenhang mit der Rücksichtslosigkeit seiner Kunden zeigen; und „Geduld“ im üblichen Sinne könnte seinem Verhalten zugeschrieben werden. Das Wort in unserem Text, das mit Geduld übersetzt wird, bezeichnet jedoch eine solche Entwicklung des Herzens und des Charakters, die sich in einem geduldigen Ertragen von Unrecht oder Leid ohne Auflehnung des Willens und in voller Zustimmung zur göttlichen Weisheit und Liebe manifestiert, die zwar gegenwärtiges Übel zulässt, aber versprochen hat, es zur rechten Zeit Gottes zu überwinden. Wir glauben, dass es für uns von Nutzen sein wird, dieses Element des christlichen Charakters, von dem unser Herr so hoch lobend spricht, sorgfältig zu untersuchen, damit wir es als Seine Nachfolger deutlich erkennen und vollständiger erreichen können, und so Seine reichere Zustimmung finden.
Da unser Text dieses geduldige Ausharren als „Wort“ oder Lehre des Herrn bezeichnet, wollen wir einen Blick zurück auf die Erzählung im Evangelium werfen und beachten, wie der Herr dieses Wort in Seiner Lehre verwendet. Zweimal wird es als Teil Seiner Äußerung aufgezeichnet. Im Lukasevangelium 8:15, im Gleichnis vom Sämann, lesen wir: „Das in der guten Erde aber sind diese, die in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren [mit Geduld, fröhlicher Ausdauer, Beständigkeit]“. Der Gedanke hier ist, dass es, um zu der fruchtbringenden Klasse zu gehören, die der Herr als bewährt und annehmbar in Sein Reich aufnimmt, notwendig ist, mehr zu tun, als nur das Wort Seines Zeugnisses anzunehmen, auch wenn wir es mit Freude annehmen – denn diese Klasse wird in der Parabel durch den steinigen Boden dargestellt, der zunächst großen Fruchtbarkeit und Kraft zeigte, aber als die Sonne der Verfolgung aufging, verdorrte, weil der Boden nicht tief genug war. Dieser steinige, flache Boden steht, wie der Herr erklärt, für eine Klasse von Zuhörern, die sich sehr über die Wahrheit freuen, aber nicht durchhalten, die Verfolgung oder den Widerstand nicht aushalten können, sondern darunter verdorren und entmutigt werden. Solche können nicht zur Klasse des Königreichs gehören, die alle Überwinder sein müssen.
In diesem Gleichnis zeigt uns unser Herr, dass geduldiges Ausharren, Beständigkeit, die letzte Prüfung ist, die auf die Bereitschaft zur Aufnahme des Samens folgt; die folgt, nachdem der Samen aufgenommen wurde und gekeimt ist; die folgt, nachdem Liebe und Hoffnung und Freude und Glaube ihn zum Sprießen gebracht und Früchte hervorgebracht haben. Geduldiges Ausharren ist also notwendig, damit das Korn sich entwickeln und vollständig reifen kann und für die Scheune geeignet wird. Ach, wie wichtig scheint geduldiges Ausharren doch zu sein, im Licht dieses Wortes unseres Herrn – fröhliches Ausharren; denn wir können nicht annehmen, dass der, der die Gedanken und Absichten des Herzens richtet, mit Seinen Kindern zufrieden wäre, selbst wenn Er sähe, dass sie um Seinetwillen viel erdulden, wenn sie dies in einem ungeduldigen, unzufriedenen oder unglücklichen Sinn tun würden. In diesem Fall wären sie keine Abbilder des geliebten Sohnes Gottes, unseres Herrn, dessen Gefühl in den Worten zum Ausdruck kommt: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust“ [Ps. 40:9]. Alle Glieder der königlichen Priesterschaft sind Opfernde, wie es auch der Hohepriester, unser Erlöser und Vorbild, war, der Sich selbst opferte: Auch wir als untergeordnete Priester haben unseren Leib als lebendiges Opfer dargebracht und sollen unser Leben für die Brüder niederlegen – im Dienst der Wahrheit. Und Gott, der diese Opfer durch die Verdienste Christi anerkennt, teilt uns mit, dass Er den fröhlichen Geber schätzt oder liebt, diejenigen, die ihre Opfer aus freiem Herzen und mit Freude bringen. Und dieser Gedanke, das ist zu beachten, steckt in dem griechischen Wort, das wir betrachten. Es ist die fröhliche Ausdauer, das geduldige Ausharren, das gelobt wird.
Das andere Beispiel, in dem unser Herr dieses Wort während Seines Wirkens verwendete, ist in Lukas 21:19 aufgezeichnet. Er hatte Seinen Jüngern gerade erklärt, was sie als Seine Jünger während der heutigen Zeit, während die Sünde überhandnimmt und Satan der Fürst dieser Welt ist, zu erwarten haben – sie müssen mit Bedrängnis und Widerstand von verschiedenen Seiten rechnen; aber Er versichert ihnen, dass sie dennoch vollständig und gänzlich unter göttlicher Fürsorge und Schutz stehen werden, auch wenn die Verfolgungen sie erreichen und beeinträchtigen dürfen. Dann folgen die Worte: „Gewinnt eure Seelen durch euer Ausharren [Geduld, fröhliche Standhaftigkeit]“.
Unser Glaube und unser Vertrauen in den Herrn und Seine gnädigen Verheißungen für das zukünftige Leben müssen so stark sein, dass sie die Widerstände der Welt, der falschen Brüder und der verblendeten Diener Satans mehr als ausgleichen – so sehr, dass diese Verfolgungen als Werkzeuge der göttlichen Vorsehung erkannt und begrüßt werden, die uns als lebendige Steine für den herrlichen Tempel, den Gott errichtet, formen, gestalten und polieren. Und wenn wir unsere Prüfungen von diesem Standpunkt aus betrachten, können wir tatsächlich unsere Seelen und unser Leben besitzen und sie selbst inmitten von Trübsal mit fröhlicher Ausdauer und Beständigkeit genießen. Ja, wir können erkennen, dass die Seele, das wahre Wesen, dem Gott die überaus großen und kostbaren Verheißungen der Zukunft gegeben hat, weder durch die Verfolgungen des Fleisches noch durch irgendetwas, was Menschen uns antun können, verletzt werden kann, solange wir dem Herrn treu sind und die Verfolgungen mit fröhlicher Standhaftigkeit als die von Seiner Vorsehung zugelassenen Maßnahmen zu unserem letztendlichen Besten annehmen.
DIE NOTWENDIGKEIT VON GEDULDIGER AUSDAUER.
Hier stellt sich zu Recht die Frage: Warum ist das so? Inwiefern ist solche Ausdauer notwendig? Wir antworten, dass dies eine der Bedingungen ist, die Gott an die Berufung zur Miterbschaft im Königreich geknüpft hat, und die Weisheit dieser Bedingung wird offensichtlich, wenn wir die Aufgabe betrachten, zu der wir berufen sind – die Aufgabe, alle Familien der Erde zu segnen, als Gottes Millenniumkönigreich, unter und in Miterbschaft mit unserem Herrn. Das wird ein großes Werk sein, und es ist höchst angemessen, dass der Herr von denen, die Er dafür würdig erachtet, nicht nur verlangt, dass sie Seine Güte und Seinen Charakter schätzen und diese der Sünde und Ungerechtigkeit vorziehen, sondern dass sie ihre uneingeschränkte Loyalität zu diesen Grundsätzen insofern unter Beweis stellen, als sie bereit sind, zugunsten des Rechts zu leiden und geduldig zu ertragen. Das vorübergehende Ertragen von ein, zwei oder drei kurzen Prüfungen würde nicht beweisen, dass jemand einen Charakter der Gerechtigkeit entwickelt hat; aber geduldiges, fröhliches Ausharren bis zum Tod würde einen solchen Charakter beweisen und demonstrieren.
Wir können dies anhand eines Diamanten veranschaulichen. Nehmen wir an, wir könnten Diamanten aus Kunststoff machen, sodass sie die volle Brillanz eines Diamanten hätten, und nehmen wir an, sie wären hart, aber nicht so hart wie ein Diamant. Hätten sie dann den Wert eines Diamanten? Keineswegs. So verhält es sich auch mit dem Christen: Wenn wir annehmen, er besitze alle Tugenden, die den Söhnen Gottes eigen sein können, außer der Standhaftigkeit und Ausdauer, wäre er dennoch nicht würdig, zu den Juwelen des Herrn gezählt zu werden. Daher verlangt der Herr, dass die Eigenschaft der Standhaftigkeit, das freudige Ertragen all dessen, was Seine Vorsehung zulässt, ein Merkmal all derer sein soll, die für das Königreich würdig sind.
Die Bedeutung der Ausdauer für den christlichen Charakter wird durch die Verwendung des Wortes durch den Apostel Paulus voll und ganz bestätigt; denn mehr als einmal stellt er sie über die Liebe, die, wie wir gesehen haben, das „Ziel“ unseres Charakters ist, das wir anstreben sollen – das Ziel des Preises. Wenn er beispielsweise an Titus schreibt (2:2) und die Eigenschaften eines fortgeschrittenen Christen aufzählt, verwendet der Apostel die folgende Reihenfolge: „Nüchtern, würdig, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, im Ausharren [geduldiges, fröhliches Durchhalten]“. Auch wenn wir alle anderen Eigenschaften besitzen, müssen wir diese letzte Prüfung des geduldigen, fröhlichen Ausharrens bestehen, bevor wir vom Herrn als Glieder der „Auserwählten” annehmbar sein können.
Auch in Seinem Brief an Timotheus (2. Tim. 3:10) stellt der Apostel diese Eigenschaft der geduldigen Ausdauer wieder über die Liebe, indem er schreibt: „Du aber hast genau erkannt meine Lehre, mein Betragen, meinen Vorsatz, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, mein Ausharren“.
Man könnte fragen: Wie kann diese Eigenschaft höher stehen als die Liebe, wenn doch die Liebe die Erfüllung des Gesetzes und das Kennzeichen des Preises unserer Hohen Berufung ist? Wir antworten darauf, dass geduldiges Ausharren nicht erst am Ende unseres Weges zum Tragen kommt, sondern während des gesamten Weges erforderlich ist. Wir brauchen diese fröhliche Ausdauer schon bei den ersten Prüfungen auf dem christlichen Weg, und während wir auf unserem Weg zum Ziel voranschreiten, sollte der Geist der fröhlichen Ausdauer mit jedem Schritt auf dieser Reise immer stärker werden. Er begleitet uns beim Erreichen des ersten Viertels, beim Erreichen des zweiten Viertels, beim Erreichen des dritten Viertels und begleitet uns auch noch beim Erreichen des vierten Viertels, dem Ziel, der vollkommenen Liebe. Und wenn wir dieses Ziel des Rennens erreicht haben, in dem wir nicht nur unsere Freunde, sondern auch unsere Feinde lieben, wird von uns verlangt, dass wir treu, fröhlich und geduldig am Ziel festhalten und die Prüfungen ertragen, die der Herr auch dann noch für richtig hält, uns auferlegen. Deshalb ermahnt uns der Apostel: „Nachdem ihr alles ausgerichtet habt, vermögt zu stehen“ – haltet durch [Eph. 6:13]. Wenn wir das „Ziel“ erreicht haben, „soll das Ausharren ein vollkommenes Werk haben“ [Jak. 1:4] oder „ihr Werk vollenden“. Die Geduld soll nicht nur zeigen, dass wir den Charakter und die Eigenschaften der Liebe haben, die im Wettlauf um den Preis erforderlich sind, sondern auch, dass wir sie als tief verwurzeltes, unveränderliches Charaktermerkmal besitzen, sodass wir Widerstände freudig ertragen können.
Ja, jetzt erkennen wir den Grund für die Anordnung des Herrn, dass wir unsere Prüfung wie der Meister unter widrigen Umständen bestehen sollten – damit wir nicht nur die entsprechenden Charaktereigenschaften entwickeln, sondern diese auch fest verankern, festigen und etablieren, und damit all dies durch unsere fröhliche Ausdauer in allem, was die göttliche Vorsehung für uns als am besten erachtet, unter Beweis gestellt wird.
INSPIRIERENDE ANWENDUNGEN FÜR DIE GEDULDIGE AUSDAUER.
Alles, was uns die Bedeutung dieser Eigenschaft geduldiger, fröhlicher Ausdauer vor Augen führt, wird uns hilfreich sein. Betrachten wir daher einige weitere Beispiele, in denen dieses Wort im Neuen Testament verwendet wird. Der Apostel Paulus sagt: „Denn ihr bedürft des Ausharrens [fröhliche Ausdauer, Standhaftigkeit], damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt [das Ziel erreicht habt], die Verheißung davontragt“ (Hebr. 10:36). Hier sehen wir, dass die Prüfung nicht allein darin besteht, den Willen Gottes zu tun, sondern nachdem wir diesen Punkt, dieses Kennzeichen des Charakters in unseren Herzen, in unserem Willen (wenn auch nur teilweise im Fleisch) erreicht haben, sollten wir Gottes gerechten Willen durch geduldiges Ertragen zum Gesetz unseres Herzens, zur Richtschnur unseres Lebens unter allen Umständen und Bedingungen machen. Dann, und nicht eher, werden wir in dem Herzenszustand sein, der für das Königreich geeignet sein wird. Der Apostel Jakobus sagt: „Die Erprobung eures Glaubens bewirkt Geduld [geduldiges Ertragen]“, das heißt, wenn unser Glaube die Probe besteht, wird er diesen Charakter des geduldigen Ertragens bewirken. Wenn wir natürlich andererseits das geduldige Ertragen nicht erreichen, bedeutet dies, dass unser Glaube die Prüfung nicht zufriedenstellend bestanden hat, dass wir für das Königreich nicht geeignet sind [Manna vom 23. November].
So sehen wir deutlich, dass unter Christen im Allgemeinen ein großer Fehler begangen wurde, indem man annahm, dass Religion lediglich etwas ist, das man als Antwort auf ein Gebet erhält, oder indem man sich auf eine Trauerbank setzt, zum Gebet aufsteht oder auf einen menschlichen oder göttlichen Appell reagiert – so wie man einen Dollar erhält und ihn in die Tasche steckt. Im Gegenteil, die Umkehr von der Sünde und die Annahme Christi im Glauben zur Rechtfertigung ist nur der Anfang und nicht das Ende des christlichen Weges. Der nächste Schritt ist die Weihung, und auch diese ist noch lange nicht das Ende; sie ist lediglich der Beginn in der Schule Christi, wo wir uns als Schüler einschreiben lassen, um von Gott gelehrt zu werden, die Früchte und Gnaden des Geistes zu kultivieren. All diese Dinge sind notwendig, aber es ist noch viel mehr notwendig; wir müssen weiter und weiter gehen, nicht nur zum Erlangen des Glaubens und der Liebe, sondern auch zum Bewähren des Charakters, wie er in Seinem Wort zum Ausdruck kommt: geduldiges Ausharren.
Der Apostel Paulus ermahnt: „Lasst uns mit Ausharren [fröhlicher Beharrlichkeit, geduldiger Ausdauer] laufen den vor uns liegenden Wettlauf“ (Hebr. 12:1). Wie bereits erwähnt, muss der Wettlauf mit dieser Beharrlichkeit gelaufen werden, wenn wir das „Ziel“ erreichen wollen, und nachdem wir das Ziel erreicht haben, kann die Position nur durch die Gnade der Beharrlichkeit, der geduldigen Ausdauer, aufrechterhalten werden, damit wir, nachdem wir alles getan haben, auch stehen bleiben können.
DIE STUNDE DER VERSUCHUNG, DIE ÜBER DEN GANZEN ERDKREIS KOMMEN WIRD.
Wir dürfen die Worte unseres Herrn nicht so verstehen, dass er Sein Volk, das als Kirche in Philadelphia bezeichnet wird, vor allen Prüfungen und Versuchungen bewahrt hat: Ganz im Gegenteil, wir können sicher sein, dass Prüfungen und Versuchungen das ganze Zeitalter hindurch das Los des Volkes des Herrn gewesen sind. Wie der Apostel Petrus zu einigen seiner Zeitgenossen sagte: „Geliebte, lasst euch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Versuchung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes (Neues)“ (1. Petr. 4:12). Prüfungen müssen allen zuteilwerden, die „Überwinder“ sein wollen. Wie könnten sie sonst überwinden, wenn sie keine Prüfungen zu überwinden hätten? Die Kirche, die als zur Zeit Philadelphias gehörend dargestellt wird, hatte diese gewöhnlichen oder allgemeinen Prüfungen; aber der Herr versprach, sie vor bestimmten besonderen Prüfungen zu bewahren, die über die ganze Welt kommen sollten. Wir gehören nicht zur Epoche von Philadelphia, sondern zur Epoche von Laodizea, die in diese Prüfungen eintritt, und nach unserem Verständnis ist diese „Stunde der Versuchung“, die alle Menschen der Welt prüfen wird, bereits da, wir befinden uns bereits darin, und sie ist Teil der Prüfung unserer Standhaftigkeit.
Aber obwohl unser Herr Seine Heiligen des Laodizea-Zeitabschnitts nicht davor bewahrt, in die Trübsal zu geraten, können wir sicher sein, dass diejenigen, die jetzt das Wort Seiner Geduld bewahren, Seine bewahrende Kraft haben werden, wie es den Heiligen von Laodizea verheißen wurde: „Ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir“ [Offb. 3:20]. Dies ist die besondere Belohnung für diejenigen, die in der gegenwärtigen Zeit, in der Laodizäa-Periode, mit geduldigem Ertragen am Wettlauf teilnehmen. Während es nicht unser Vorrecht war, der Stunde der Versuchung zu entgehen, haben wir das Vorrecht, dafür das Gegengewicht eines besonderen Segens zu erhalten, der sich daraus ergibt, dass wir in der Zeit der Parousia (Gegenwart) unseres Herrn leben. Wir können Seine Gemeinschaft, Seine Unterweisung, Seine Austeilung geistiger Speise, die jetzt „Speise zur rechten Zeit“ ist, auf eine Art und Weise und in so einem Ausmaß genießen, wie es keiner der Getreuen früherer Zeiten genossen hat. Doch wie zu erwarten ist, wird diese größte Gunst durch die Subtilität und Schwere der Prüfungen dieser Stunde der Versuchung, die über die ganze Welt kommt, entsprechend aufgewogen.
Wenn jemals geduldiges Ertragen nötig war, so ist es jetzt nötig [Manna vom 3. Dezember]. „Gewinnt eure Seelen durch euer Ausharren“, so heißt es jetzt. Diejenigen, die das Rennen in annehmbarer Weise laufen und diese geduldige Ausdauer besitzen, werden „in diesem Tag des Unglücks bestehen“ können, und keine anderen werden bestehen können; denn, wie der Apostel sagt, die feurigen Prüfungen dieses Tages werden das Werk eines jeden Menschen prüfen, wie es beschaffen ist – 1. Kor. 3:13.
Die Stunde der Versuchung scheint besonders diesen Punkt der geduldigen Ausdauer zu prüfen, und in der gesamten zivilisierten Welt stellen wir fest, dass diese Eigenschaft der geduldigen Ausdauer immer seltener wird. Ob wir nun die heutigen Verhältnisse mit denen vor fünfzig, vierzig, dreißig, zwanzig oder zehn Jahren vergleichen, je nach unserer Erfahrung in dieser Angelegenheit werden wir feststellen, dass die Bereitschaft, überhaupt etwas zu ertragen, immer seltener wird. Niemand möchte etwas ertragen – weder um der Gerechtigkeit willen, noch um Christi willen oder um irgendjemand anderen willen, und wenn Ausdauer doch einmal notwendig ist, dann geht dies im Allgemeinen mit viel mehr Ungeduld, viel mehr Klagen usw. einher als früher. Und diese allgemeine Tendenz der zivilisierten Welt zu Ungeduld und mangelnder Ausdauer hat zwangsläufig Auswirkungen und Einfluss auf alle, die den schmalen Weg gehen wollen und sich gegen den Strom der öffentlichen Meinung und der Gewohnheiten stellen; je stärker dieser Strom ist, desto größer sind ihre Schwierigkeiten, und nur durch göttliche Gnade können Fortschritte erzielt werden.
Diese notwendige göttliche Gnade wird uns durch die Erkenntnis des göttlichen Plans gewährt und denen vorenthalten, die nicht in den Fußstapfen Jesu eng mit dem Herrn wandeln. Aus diesem Grund beobachten wir unter den bekennenden Nachfolgern Christi eine zunehmende Gesinnung zu Ungeduld und mangelnder Ausdauer. Dies ist der Grund für die Gewaltbereitschaft der Massen, die in Europa durch militärische Gewalt niedergehalten wird, sich in diesem Land jedoch in wiederholten Fällen von Lynchjustiz usw. manifestiert, die lautstark Ungeduld als wachsende Stimmung verkünden. Die gleiche verkehrte Bedingung zeigt sich in den kürzlich begonnenen Angriffen gegen den illegalen Alkoholverkauf im Bundesstaat Kansas, an denen sich diejenigen beteiligt haben, die Gerechtigkeit lieben und Ungerechtigkeit hassen, ohne die Anweisungen des Wortes des Herrn zu beachten, die das geduldige Ertragen des Bösen betreffen, bis Seine Zeit für die Beseitigung desselben gekommen ist – durch die Errichtung des Königreichs, die Fesselung Satans und die Unterwerfung allen Bösen.
In der Tat können wir davon ausgehen, dass dieser Geist in der Christenheit zunehmen wird – das Gefühl, dass man in der Vergangenheit zu geduldig und nicht aggressiv genug gewesen ist – das Gefühl, dass die Welt vielleicht schon längst bekehrt worden wäre, wenn man die Angelegenheiten schon vor langer Zeit selbst in die Hand genommen hätte. Aber diejenigen, die sich an das Wort des Herrn gehalten haben, geduldig auszuharren, und die von Ihm die notwendige Weisheit aus der Höhe gesucht haben, die zuerst rein ist, dann friedsam, milde, folgsam, voller Barmherzigkeit und guter Früchte [Jak. 3:17] und geduldiger Ausdauer, haben gelernt, dass Er eine rechte Zeit hat, in der alle Seine Absichten erfüllt werden; und diese Erkenntnis hat ihnen geholfen, geduldige Ausdauer zu entwickeln, so wie ihr Herr den Widerstand des Bösen, seine Boshaftigkeit, seinen Hass, seine Lügen, seine Verfolgung ertragen hat – all dies freudig und geduldig ertragend, wie für den Herrn – in der Erkenntnis, dass dies das Programm ist, das der Herr nicht nur zugelassen hat, sondern zugelassen hat aus weisen Gründen im Zusammenhang mit der Berufung und Vorbereitung der „Kleine Herde”, die mit Christus, ihrem Herrn, Miterben im Königreich sein wird.
Der Apostel gibt uns Ratschläge für diese Stunde der Versuchung, in die wir gerade eingetreten sind. Die Bedrängnisse und Prüfungen werden vielfältig sein, und einige davon werden subtil sein; so trügerisch, dass alle, die nicht fest in der Wahrheit verwurzelt und gegründet sind, durch die falschen Argumente und Sophistereien derer, die Satan jetzt als seine Vertreter benutzen darf, um alle zu prüfen, die auf der ganzen Erde wohnen, von dem sicheren Fundament (dem Lösegeld) weggeführt werden. Unter diesen scheint keine Prüfung subtiler zu sein als die der Christlichen Wissenschaft, die, gestützt durch die Macht des Widersachers, ihren Verführten versprechen kann, dass sie, wenn sie eine Unwahrheit bekräftigen und daran festhalten, mit der Linderung bestimmter Schmerzen und Leiden belohnt werden, und diejenigen, die nicht gelernt haben, geduldig alles zu ertragen, was die Vorsehung des Herrn zulässt, werden bereit sein, fast jede Linderung anzunehmen, auf die der Widersacher sie aufmerksam macht. Und während sie lernen, sich selbst in Bezug auf Schmerzen und Krankheiten zu täuschen und nach und nach die Worte von ihrer wahren Bedeutung abzuwenden, werden sie schließlich in ihrem Sinn so verwirrt, dass ihnen die Wahrheit als Lüge erscheint und die Lüge als strahlende Wahrheit, und zwar in jeder Hinsicht.
Sie werden teilweise durch Neugierde dazu verleitet. Es erscheint ihnen so seltsam, wenn jemand sagt: „Es gibt keinen Tod, alles ist Leben! Es gibt keinen Schmerz, alles ist Gesundheit! Es gibt kein Böses, alles ist gut!“ Sie sagen sich: „Obwohl wir wissen, dass dies widersprüchliche Aussagen sind, sind wir doch neugierig zu erfahren, wie die Menschen zu diesen Schlussfolgerungen gelangen – was ist ihre Philosophie?“ Genau das ist es, was der Widersacher will – ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen, damit er sie Schritt für Schritt von einer Lüge zur nächsten führen kann, bis ihr ganzes Denken und Gewissen unterwandert ist; er belohnt sie mit körperlicher Erleichterung – eine geringe Belohnung! Sie haben die Finsternis für das Licht angenommen, und das Licht wird ihnen danach wie Finsternis erscheinen. Warum? Wie? Weil sie erstens nicht bereit sind, geduldig zu ertragen, und weil sie zweitens die Wahrheit, soweit sie sie sahen, nicht mit der gebotenen Standhaftigkeit annehmen wollten. Sie wollten die Wahrheit nicht in Liebe annehmen und waren daher bereit, das, was sie zu leichtfertig schätzten, entweder gegen merkwürdige Informationen oder gegen die körperliche Heilung von Beschwerden einzutauschen, die ihnen, wenn sie sie freudig ertragen hätten, großen Segen gebracht hätten.
Die Stunde der Prüfung kommt nicht über alle gleichermaßen, denn nicht die ganze Christenheit befindet sich auf derselben Entwicklungsstufe, weder mental, moralisch, physisch noch geistlich. Die Prüfung, die auf die Christenheit im Allgemeinen zukommt, wird vom Apostel in seinem Brief an Timotheus beschrieben (2. Tim. 3:1-5). Er skizziert hier bestimmte Merkmale dieser Stunde der Versuchung, die auch als die große „Zeit der Drangsal” bezeichnet wird, die über die Welt kommen wird; und aus seiner prophetischen Beschreibung geht hervor, dass Selbstsucht die Ursache ist und Ungeduld die Waffe. Der Apostel sagt: „Dieses aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, (Stifter von Streit), unenthaltsam (unbeherrscht, ungestüm), grausam, das Gute nicht liebend, Verräter [unzuverlässig, würden ihre besten Freunde aus egoistischen Gründen verraten], verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen“.
In seinem Brief an die Thessalonicher (2. Thess. 2:9-12) gibt der Apostel einige weitere Hinweise auf die besonderen Prüfungen dieser Stunde der Versuchung, die über die ganze Welt gekommen ist, aber noch nicht ihre volle Intensität erreicht hat und diese wahrscheinlich auch in einigen Jahren noch nicht in jeder Hinsicht erreichen wird, die aber bereits wirkt, siebt und trennt – denn das Gericht beginnt mit dem Hause Gottes. Er sagt, dass Satan der Hauptverursacher des Bösen in der heutigen Zeit ist und besonders aktiv in dieser Stunde der Versuchung, mit der dieses Zeitalter enden wird, und dass seine Bemühungen „in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge und in allem Betrug der Ungerechtigkeit denen, die verloren gehen“ sein werden. Dann erklärt er uns den Grund dafür und sagt: „Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden. Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit ».
Gottes Verheißung ist die Grundlage, auf der alles, worauf wir hoffen, sei es bezüglich des Charakters oder der zukünftigen Herrlichkeit, gebaut ist. Lasst uns diese Wahrheit würdigen, so dass wir sie in keinem Sinne oder irgendeinem Maße gefährden. Lasst uns die Wahrheit nicht nur im Buchstaben, sondern auch im Geist festhalten – in der Liebe zu ihr, weil sie wahr und weil sie auch schön und großartig ist. Wenn wir daran festhalten, werden wir darauf achten, dass niemand sie für uns verdreht oder verfälscht, und ebenso darauf achten, dass wir selbst nicht betrügerisch mit dem Wort Gottes umgehen, wodurch wir unsere eigenen Augen des Verstehens verblenden und uns selbst behindern würden. Und lasst uns immer an die Wichtigkeit des geduldigen Ertragens denken, damit wir nicht nur die christlichen Gnaden entwickeln und ausüben, sondern damit wir die Prüfungen, Verfolgungen oder Schwierigkeiten, die Gott für geeignet halten mag, um sie zu unserer Prüfung und Charakterentwicklung zuzulassen, voller Freude annehmen. Er erklärt uns dazu, dass dies von höchster Wichtigkeit ist, und ohne dem kann die vollkommene Liebe weder erlangt noch aufrechterhalten werden [Manna vom 29. November].
BESONDERE PRÜFUNGEN IN DER PASSAH-ZEIT.
Vor Jahren haben wir darauf hingewiesen, dass die Passahzeit unserem lieben Herrn die Leiden und Prüfungen von Gethsemane und Golgatha brachte und für Judas, Petrus und alle Nachfolger des Herrn eine Zeit der Läuterung und Prüfung war. Es scheint, dass auch heute noch unser Widersacher, Satan, in dieser Zeit besondere Befugnisse erhält, um das Volk des Herrn zu prüfen und auf die Probe zu stellen. Und je weiter wir uns der „Stunde der Versuchung nähern, die alle, die auf der Erde wohnen, prüfen wird”, desto mehr erwarten wir, dass diese Prüfungen besonders „das Haus Gottes” – die Geweihten – treffen werden.
Durch die Briefe erfahren wir von den Kämpfen, Tränen und Gebeten vieler Menschen – manche aufgrund ihrer eigenen Schwächen und Gebrechen, manche aufgrund der Gebrechen anderer, manche aufgrund weltlicher Lasten, die sie weder überwinden noch vollständig auf den Herrn werfen können. Aber während wir mit ihnen mitfühlen und ihnen so gut wir können Rat geben, erinnern wir uns an die Worte des Meisters: „Glückselig sind, die jetzt weinen, denn sie werden lachen“ [Lk. 6:21], und unser Herz ist besonders besorgt um diejenigen, deren Briefe einen Beweis dafür liefern, dass sie in Versuchung sind, sich dessen aber nicht bewusst sind – – diejenigen, die von Ehrgeiz oder Geschäftigkeit oder anderen „Sorgen dieses Lebens und des Betrugs des Reichtums“ [Mk. 4:19] verschlungen werden – geistlicher oder weltlicher Art; und insbesondere diejenigen, deren Liebe zur Wahrheit jedes Jahr eher kühler als heißer zu werden scheint und die weniger sehen und weniger fühlen als noch vor Jahren. Wir sagen uns, dass diese wie die Apostel sind – sie schlafen, während sie wachen und beten sollten, und die Stunde der Prüfung wird sie unvorbereitet finden; während einige, die weinen und kämpfen, eher wie unser Heiland in Gethsemane sind und wie Er für die Stunde der Prüfung gestärkt werden.
Wir können auch nicht zum Herrn beten, dass er diese Prüfungen des Glaubens und der geduldigen Ausdauer nicht zulassen möge; denn wir erkennen, dass die „Auserwählten” ein geprüftes Volk sein müssen, gerade wegen des Ziels ihrer Erwählung – dass sie Miterben Christi in dem seit langem verheißenen Königreich sein mögen, das während des Millenniums die Welt richten und segnen wird. Wie der Apostel sagt, müssen diese „feurigen Prüfungen euch prüfen”. Es ist eine Angelegenheit der Notwendigkeit, dass alle, die die gegenwärtige Schule Christi absolvieren wollen, um an Seinem herrlichen Königreich teilzuhaben, diese Prüfung bestehen müssen.
Ach, wenn wir diesen Gedanken nur ständig vor Augen hätten, wie sehr würde er uns ermutigen, den Willen des Herrn zu tun und Ihm zu gefallen – indem wir treu und freudig alles ertragen, was unser liebender Meister für richtig hält, in dem Wissen, dass Er uns damit ein „über die Maßen überschwängliches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit“ [2. Kor. 4:17] bereitet. Von diesem Standpunkt aus
Wie leicht werden uns dann unsere Prüfungen erscheinen!
Wie kurz unser Pilgerweg!
Das Leben auf Erden ist ein unbeständiger Traum,
Der vom Tagesanbruch zerstreut wird!
Dann sei still, mein Herz! Und schweige, meine Zunge!
Sei ruhig, meine unruhige Brust!
Jede verstreichende Stunde bereitet dich mehr
Auf die ewige Ruhe vor.“
Lasst uns alle, liebe Brüder, sehr um uns selbst und umeinander sorgen; und lasst uns den Preis, der uns im Evangelium vor Augen steht, als über allem anderen stehend betrachten, wie der Apostel sagt: „Lasst uns Furcht haben, dass nicht jemand von euch, dem die Verheißung überlassen ist, in seine Ruhe einzugehen, zu kurz kommt.“ Lasst uns alle Kinder des Herrn so lieben, dass ihr Wohlergehen unser Hauptanliegen ist, und dies wird unsere eigene geistliche Gesundheit bedeuten. Dennoch dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Liebe selbst zu den Brüdern unser Vertrauen in die Liebe und Weisheit des Herrn hinsichtlich Seiner Bestimmungen bei der Wahl Seiner Braut beeinträchtigt – selbst wenn die Aussiebungen uns einige nehmen sollten, deren Gemeinschaft wir sehr schätzen.
„Warum sollte eine ängstliche Last
Deinen niederliegenden Sinn bedrücken?
Eile zum Thron Deines himmlischen Vaters
Und finde süße Erquickung.“
„SO WIE DURCH FEUER.“
„Manchmal verspüre ich eine so leidenschaftliche Sehnsucht
Nach geistlicher Vollkommenheit hier auf Erden,
Dass dieser kräftige Körper, der vor gesunder Leidenschaft brennt,
Mir wie ein entschlossener Feind erscheint.
So aktiv leistet er strengen Widerstand,
So grausam führt er manchmal Krieg
gegen das höhere geistliche Dasein,
nach dem ich strebe.
Es unterbricht die intensive Hingabe meiner Seele;
von manchen wird es schon bei ihrer Geburt
mit einem schnellen Ansturm heftiger Emotionen erstickt,
die mich an die Erde binden.
Es ist, als würden zwei Todfeinde
in meiner Brust einen tödlichen Kampf austragen;
der eine für die höheren Ziele, die Jesus vorgesehen hat,
der andere für das „Mammon“-Leben.
Und doch weiß ich, dass genau dieser Kampf in mir
Meine ganze Willenskraft und Selbstbeherrschung hervorbringt;
Genau dieser Konflikt wird mir durch Christus
Das geliebte und ersehnte Ziel bringen.
Und wenn ich in die Reihen der Unsterblichen aufgenommen werde,
Frage ich mich manchmal, ob wir nicht feststellen werden,
Dass nicht nur unsere Taten, sondern auch das, was wir widerstanden haben,
Uns unseren Platz zugewiesen haben.“