Was ist die Mission der Kirche? Welchen Dienst hat der Herr Seinem geweihten Volk übertragen? Diese Frage sollte jedem geweihten Kind Gottes deutlich vor Augen stehen. Es ist von größter Bedeutung, dass der Diener weiß, was von Ihm erwartet wird, bevor er weit in der Ausübung Seines Dienstes voranschreitet; andernfalls wird er höchstwahrscheinlich seine Energien in falsche Richtungen verschwenden – und das, was getan werden sollte, unerledigt lassen, während Er Angelegenheiten Aufmerksamkeit schenkt, die besser anderweitig gemäß dem Plan und der Anordnung des großen Aufsehers des Erlösungsplans – des Herrn – erledigt werden sollten.
Die Antworten auf diese Frage dürften sich in der gesamten Christenheit wahrscheinlich in drei Gruppen aufteilen – zwei davon sind völlig unbiblisch, und die dritte ist zwar biblisch, wird jedoch aufgrund anderer Fehler, die im Allgemeinen damit verbunden sind, unvernünftig und nur von wenigen in ihrer reinen Form und konsequent vertreten. Wir werden diese im Folgenden untersuchen:
(1) DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE SICHTWEISE der Mission der Kirche ist, dass sie die Herrscherin der Welt ist, dazu vom Allmächtigen bestimmt und ordnungsgemäß ermächtigt und bevollmächtigt, über Könige und Nationen zu herrschen, alle Angelegenheiten der Erde zu ordnen, moralische, politische, finanzielle, soziale und kirchliche – wobei der Papst und seine Hierarchie dieses geistliche Königreich bilden. Dieses geistliche Königreich, so behauptet sie, habe in der Vergangenheit glorreich regiert – während der Zeit, die der Rest der Menschheit als „das dunkle Zeitalter” bezeichnet. Sie behauptet, dass dieses Königreich jetzt durch Unglauben, Protestantismus usw. einen Rückschlag erleidet und seiner richtigen, von Gott gegebenen und von Gott beabsichtigten Rechte als höchste Regierung der Erde beraubt wird. Sie behauptet, dass es sehr bald eine große Veränderung in den Angelegenheiten der Erde geben wird, die alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen wieder in ihren Besitz und unter ihre absolute Kontrolle bringen wird, so dass wieder, wie in alter Zeit, der Papst das anerkannte Oberhaupt der Welt sein wird, alle anderen Religionen gestürzt und wirksam ausgerottet werden und dass so die Welt gesegnet sein wird – durch eine Rückkehr zu mittelalterlichen Zuständen.
Wir bestreiten diese Theorie und halten daran fest, dass die Heilige Schrift das Gegenteil lehrt: dass die Herrschaft der Kirche als Königreich Gottes, das die Welt regieren und segnen wird, nicht während dieser „gegenwärtigen bösen Welt“ oder diesem Zeitalter verkündet wird, sondern in einem darauf folgenden Zeitalter, das von unserem Herrn Jesus mit Macht aus der Höhe bei Seinem Zweiten Advent ins Amt eingeführt wird. Die Heilige Schrift weist in Übereinstimmung mit dem gesunden Sinn darauf hin, dass die Leiden der Kirche nicht mit ihrer Herrschaft zusammenfallen, sondern ihr vorausgehen. Die Leiden der gegenwärtigen Zeit, wird uns versichert, sind nicht wert, verglichen zu werden mit der Herrlichkeit, die (in Zukunft) an uns offenbart werden wird (Röm. 8:18). Diese Leiden, auch wenn sie bis zum Tod reichen, sind als leichte Bedrängnisse anzusehen und Anlass zur Freude sein, weil wir die göttliche Zusicherung haben, dass sie für uns (uns auf) ein über die Maßen überreiches und ewiges Gewicht von Herrlichkeit vorbereiten, das noch unsichtbar ist – 2. Kor. 4:17.
(2) DIE GEMEINSAME ANSICHT UNTER DEN PROTESTANTEN über die Mission der Kirche ähnelt der vorstehenden erheblich, außer dass der Papst und seine Gefolgsleute in Bezug auf ihren Anspruch auf besondere göttliche Autorität zur Herrschaft über die Welt abgelehnt werden. Die Protestanten behaupten jedoch, dass die Religion die Herrschaft über die Welt übernehmen und ihre Repräsentanten an die Macht in den Nationen bringen sollte; und dass höhere und bessere Formen religiöser Gesinnung gepflegt werden sollten, wobei die Religion die Welt mit ihrer Politik und ihren sozialen Verhältnissen wachsen lassen und so die Welt voranbringen und die entwürdigten Massen zu guten Bürgern erheben sollte. Mit anderen Worten, diese unter Protestanten zunehmend verbreitete Behauptung ist das, was man als weltliche Vorstellung von der Mission der Kirche bezeichnen kann, nämlich sich im Interesse der Menschheit in barmherzigen, philanthropischen, erzieherischen, moralischen und wohltätigen Werken zu engagieren. Mit anderen Worten, diese Ansicht erkennt die Kirche als den moralischen Einfluss an, den Gott in die Welt gesetzt hat, um die Welt zu erheben und zu erneuern.
Wir halten diese Ansicht für falsch und völlig unbiblisch; es ist ein Irrtum anzunehmen, dass die Kirche als reformatorische Institution in die Welt gesetzt wurde. Wenn man uns jedoch fragt: Sollten Christen nicht ein tiefes Interesse an allen Reformen haben – beispielsweise an der Abstinenzbewegung, an sozialer Reinheit, an politischen Reformen, an guter Staatsbürgerschaft, an Anti-Tabak-Kampagnen, an sozialistischen Entwicklungen, an Finanzreformen usw.? Dann antworten wir: Ja, in der Tat; niemand kann ein wahrer Christ sein und gleichzeitig keine Sympathie für all diese und alle anderen möglichen Bemühungen um die geistige, moralische und körperliche Besserung unserer Menschheit empfinden. Und doch sagen Sie, dass dies nicht die Mission der Kirche ist? Ja, antworten wir; obwohl wir mit jedem guten Werk sympathisieren, müssen wir gleichzeitig den Herrn fragen, wie, wo und was wir in Seinem Dienst tun können, wenn wir mit Ihm zusammenarbeiten wollen – „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ Unsere Frage sollte nicht an unsere Mitmenschen gerichtet sein, noch sollten wir die Lasten, Pflichten und Verpflichtungen annehmen, die ihr Urteil und ihr Gewissen uns auferlegen würden. Vielmehr sollen wir auf die Stimme des Herrn (die Heilige Schrift) hören und Seinen Anweisungen folgen, ungeachtet unserer eigenen Vermutungen und der anderer Menschen darüber, was am zweckmäßigsten wäre.
Nirgendwo in der Heiligen Schrift wird Gottes Volk angewiesen, seine Zeit mit Bemühungen um eine moralische Reform der Welt zu verbringen. Unser Herr hat sich nicht an dieser Arbeit beteiligt, ebenso wenig wie die Apostel, noch haben sie jemals angedeutet, dass die Arbeit der Kirche sich jemals von der Arbeit unterscheiden sollte, die sie verrichtet haben und uns zu verrichten aufgetragen haben. Im Gegenteil, sie erklären, dass wir die Apostel als Vorbilder dafür haben, wie wir leben sollen. Sie erklären, dass der Weg unseres Herrn in voller Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen und Plan stand und dass die Apostel Seinem Beispiel treu folgten. Und wir werden ermahnt, einfach Mitarbeiter Gottes in Seinem bereits begonnenen Werk zu werden – nicht, es zu verändern oder zu verbessern. Zu den Tagen unseres Herrn gab es Moralisten und Moralreformer; einige vertraten die Richtlinie der völligen Abstinenz, andere die der Askese und schrieben strenge Selbstverleugnung in Bezug auf Nahrung, Kleidung usw. als wesentlich für die moralische Erhebung des Volkes vor. Es gab auch politische Reformer, die zu Seiner Zeit die Errichtung republikanischer Institutionen anstrebten, und Sozialreformer, die Formen des Kommunismus einführen wollten. Zu jener Zeit gab es auch Reformer der Kleidung, die bestimmte Kleidungsstile befürworteten, die der Gesundheit, der Moral und der religiösen Heiligkeit segensreich sein sollten. Finden wir, dass unser Herr oder Seine Apostel jemals mit irgendjemandem von diesen in Verbindung standen oder dass sie jemals durch Wort oder Tat irgendeiner dieser Theorien oder Reformen ihre Zustimmung oder Ermutigung gegeben haben? Nein, nicht ein einziges Mal.
Man kann in der Tat behaupten, dass eine Art christlicher Kommunismus zu Beginn ohne Tadel blieb, auch wenn er von den Aposteln nicht gelobt wurde. Wir antworten darauf, dass der kurzlebige Kommunismus der frühen Kirche in gewisser Weise das Ergebnis der neuen Lehren Christi war, deren zentraler Punkt die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe im Gegensatz zu den selbstsüchtigen Gefühlen des gefallenen Menschen war: Ohne göttliche Anweisung gab es also seitens der Gläubigen die Neigung, „alles gemeinsam zu haben“. Aber wenn der Heilige Geist dies am Anfang sanktionierte und zuließ, dann offensichtlich nur als Lehre, als Erfahrung für die Kirche, um zu zeigen, dass eine solche Einheit und Gemeinschaft unter den gegenwärtigen Verhältnissen, in denen alle von den Unvollkommenheiten des Fleisches – ihrem eigenen und dem anderer Menschen – betroffen sind, nicht praktikabel ist. Auf jeden Fall wissen wir, dass der Herr diesen Kommunismus nicht lange bestehen ließ, sondern, wie uns gesagt wird, stattdessen eine große Verfolgung gegen die Kirche zuließ, die die Möchtegern-Kommunisten überallhin zerstreute, um das Evangelium zu predigen.
Auch haben die Apostel niemals eine solche Vorgehensweise empfohlen oder eine solche Anordnung unter den Christen an anderen Orten versucht. Wenn also die Lehre und das Beispiel unseres Herrn und Seiner Apostel unser Maßstab für den Willen des Herrn sind, dann ist es nicht Aufgabe der Kirche, die Welt moralisch zu reformieren. Aber vielleicht wird jemand sagen: Die Zeiten haben sich geändert, und die Arbeit der Kirche sollte sich entsprechend ändern. Wir antworten darauf, dass der Apostel Paulus mit vielen Worten erklärt: „Denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen“ (Apg. 20:27). Was also über das hinausgeht, was der Apostel gesagt hat, ist nicht der Rat Gottes. Und jeder Rat aus einer anderen Quelle darf von Christen nicht angenommen werden und führt mit Sicherheit in die Irre. Außerdem sagt der Apostel zu Timotheus über das Wort Gottes: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt“ (2. Tim. 3:16, 17). Wenn es also Gottes Absicht war, dass sich die Mission der Kirche zu einem späteren Zeitpunkt ändern sollte, müssten wir in der Heiligen Schrift einen Hinweis darauf und eine Autorität für diese Änderung finden. Und wenn wir keine Autorität für eine Änderung ihrer Mission finden, sollten wir keine Änderung vornehmen.
Aber jemand fragt: Ist nicht unser Herr besonders den Zöllnern und Sündern nachgegangen und hat sie besonders willkommen geheißen; und war dies nicht ein Hinweis für uns, dass die Arbeit der Kirche vor allem unter den niederen, verwahrlosten Klassen der Menschheit zu leisten ist? Wir antworten darauf, dass die Zöllner und Huren nicht Gegenstand besonderer missionarischer Bemühungen seitens unseres Herrn und Seiner Apostel waren: Als diese Klassen zu Seinem Dienst, zu Seiner Predigt kamen, Interesse daran zeigten und Zeichen der Reue und Besserung zeigten, nahm Er sie herzlich auf; Er weigerte sich nicht, sie anzuerkennen, wie es die Pharisäer taten. Es wird nicht berichtet, dass Er Missionseinsätze in den Slums unternahm, um Zöllner und Huren zu suchen, sondern dass Er „Zöllner und Sünder annahm“ und dass viele aus diesen unteren Klassen Ihm gerne zuhörten (Lk. 15:2; Mk. 12:37). Außerdem ist zu beachten, dass diese Zöllner und Sünder Glieder der jüdischen Kirche waren – denn die gesamte Nation war von Gott als Sein Volk angenommen worden, und sie alle waren in die vorbildlichen Sündopfer am Versöhnungstag eingeschlossen; und sie alle wurden als unter dem Gesetzesbund stehend – als Glieder des Bundes – gerechnet. Diese niedrigen Klassen hatten sich von der äußeren Einhaltung des jüdischen Gesetzes entfernt, aber unser Herr bezeugte, dass viele von ihnen in einem weit besseren Zustand des Herzens waren, um Seine Botschaft anzunehmen, als viele der äußerlich frommen Pharisäer.
(3) DIE KORREKTE ANSICHT ÜBER DIE MISSION DER KIRCHE
Es stellt sich nun die Frage: Wenn die Kirche in diesem Zeitalter nicht über die Welt herrschen und sie nicht durch moralische Reformen belehren und erheben soll, was ist dann ihre Aufgabe – welche andere Aufgabe kann sie haben? Und das bringt uns zu der dritten Ansicht, die von einer ganzen Reihe von Menschen in mehr oder weniger konfuser Weise vertreten wird – wobei ihre vermischten Irrtümer die Wahrheit verdunkeln und verfälschen.
(a) Ihre Hauptaufgabe gilt ihr selbst. Sie soll das Licht in der Welt erheben, das wahre Licht – nicht in der Erwartung, die Welt zu erleuchten, nicht in dem Gedanken, dass ihre schwache Lampe die Nacht der Sünde und die Finsternis des Aberglaubens auf der Erde vertreiben werde; denn das kann nur durch das Kommen des Morgens erreicht werden, des Morgens des Millenniums, wenn die Sonne der Gerechtigkeit mit heilender Strahlkraft aufgehen wird. Sie hält während dieser Nacht das Licht der Wahrheit, das Licht des Evangeliums, hoch, um einige anzuziehen – „ein besonderes Volk“ – nicht um alle anzuziehen und zu sammeln, sondern „so viele der Herr herzurufen wird“ (Apg. 2:39). Ihre Botschaft von der Liebe Gottes und der Erlösung, die in Christus Jesus ist, soll, wenn sie in der Welt erklingt, nicht die Welt erwecken und zur Herrschaft des Herrn führen. Nein, sie gibt lediglich „Zeugnis“ – ein Zeugnis, das auch mit einer zukünftigen Erkenntnis und Gelegenheit zu tun haben wird, die der Welt während des Millenniums gewährt werden.
Sie ist durch das Wort des Herrn angewiesen, nicht zu erwarten, dass mehr als eine vergleichsweise kleine Zahl ihr Licht oder ihre Botschaft schätzen wird, so wie der Prophet vorausgesagt hat, so hat sie es gefunden: „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden?“ (Jes. 53:1; Joh. 12:38). Wie die Heilige Schrift verkündet, so findet sie, dass die große Mehrheit der Menschheit blind ist, sodass sie das Licht nicht sehen kann: Manche sind steinblind und sehen gar nichts, während andere teilweise blind sind und einen kleinen Schimmer davon erhaschen können, durch den sie einige Dinge undeutlich erkennen können. Auch im Hören sind die Ohren der Welt schwerhörig – „taub“, wie es in der Heiligen Schrift heißt. Manche hören nichts, andere hören sehr unvollkommen, wenige hören die Botschaft der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit deutlich und klar. Die Kirche muss erkennen, dass ihre Mission nicht diesen Blinden und Tauben gilt, sondern denen, „die Ohren haben (zu hören)“ – die lasst hören! – Offb. 2:7; 3:6, 13, 22.
Unser Herr wies Seine Nachfolger auf diesen Zustand hin, als Er bei ihnen auf Erden war, und sagte: „Glückselig aber eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören“ [Mt. 13:16], und Er erklärte, dass Er Seine Gleichnisse und Lehren nicht mit der Absicht verkündet habe, Blinde sehend und Taube hörend zu machen, sondern absichtlich, damit die Tauben nicht hören und die Blinden nicht sehen. Als die Jünger Ihn um die Deutung eines Gleichnisses baten, sagte Er: „Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den Übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen“ (Lk. 8:10). Sie hatten zwar das natürliche Sehvermögen und das natürliche Gehör, aber es fehlte ihnen das geistliche Sehen und Hören. Und die Botschaft, die unser lieber Meister predigte und die Er Seinen Aposteln und Seiner Kirche auftrug, in diesem Zeitalter zu predigen, ist dieselbe – nicht für die Blinden, nicht für die Tauben, sondern für die „Glückseligen“, die Begünstigten, die Augen und Ohren haben.
Da unser Herr nicht erwartete, dass viele auf Seine Predigten reagieren würden, und insbesondere andeutete, dass nur eine kleine Anzahl dazu in der Lage sein würde, indem Er sagte: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn dass der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht“ [Joh. 6:44], so muss auch Seine Kirche in diesem Zeitalter erkennen, dass, wenn sie das Licht hochhebt und ihre Stimme erhebt, niemand kommen wird, es sei denn, der Vater zieht ihn. Und so wie der Vater nur einen vergleichsweise kleinen Rest der jüdischen Nation zu unserem Herrn gezogen hat, so sollte die Kirche nicht überrascht sein, dass Er in diesem Zeitalter nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Heiden zu sich gezogen hat.
Im Anschluss an unsere Schriftstelle weist der Apostel darauf hin, warum dies so ist: warum die Mehrheit der Menschheit nicht in einem Zustand des Herzens ist, das Licht zu sehen und zu schätzen, das Evangelium zu hören und sich daran zu erfreuen, nicht in der Lage ist, vom Vater angezogen zu werden. Er erklärt, dass dies daran liegt, dass „der Gott dieser Welt (Satan) ihren Sinn verblendet hat“ (Vers 4) und so verhindert, dass das Licht der göttlichen Wahrheit zu ihnen scheint. Er weist darauf hin, dass alle derartigen Menschen in einem verlorenen Zustand sind, ohne Gott und ohne Hoffnung in der Welt. Nicht jedoch, dass sie jetzt mehr verloren wären, als sie es seit sechstausend Jahren gewesen sind; denn wer nicht in Christus ist, wer nicht in Beziehung zu Gott steht, ist ein Glied jener großen Klasse, Diener der Sünde, noch unter Verurteilung, noch Fremde vor Gott, noch verloren in der Wüste der Sünde. Sie sind noch nicht von dem großen Hirten gefunden worden, der verheißt, dass zur rechten Zeit alle wahren Schafe gefunden werden, dass alle die von Satan und Vorurteilen verblendeten Augen geöffnet werden, um das Licht der göttlichen Güte und Wahrheit zu sehen, und alle tauben Ohren geöffnet werden, um die Botschaft der Gnade Gottes zu hören (Jes. 35:5).
(b) Ein weiterer Teil der Mission der Kirche besteht darin, sich um diejenigen zu kümmern, die das Licht, das sie hochhält, sehen, von diesem Licht angezogen werden und zum Herrn kommen. Sie soll diese Menschen lehren und unterweisen und sie in die volle Gemeinschaft der Hohen Berufung einführen, indem sie ihnen als Sprachrohr des Herrn deutlich macht, „was die Hoffnung unserer Berufung ist“ [Eph. 1:18], gegenwärtig und zukünftig – jetzt mit Christus um der Gerechtigkeit willen zu leiden, Seinen Geist, Seine Gesinnung zu pflegen, viel Frucht des Geistes in unserem Herzen und Leben zu bringen und so unter göttlicher Aufsicht für einen Platz im herrlichen Tempel der Zukunft, für einen Anteil am herrlichen Werk des kommenden Zeitalters – den Segen der Welt – geeignet, geläutert und vorbereitet zu werden – 1. Kor. 1:26; Eph. 1:18; 2. Thes. 1:11.
Die Kirche wird von ihrem herrlichen Haupt, Christus Jesus, mit bestimmten Gaben des Geistes unter ihren Gliedern auf Erden versorgt; und diese arbeiten in ihren verschiedenen Ämtern zusammen, um einander zu stärken, zu festigen, aufzubauen und zu entwickeln, wobei sie in Gnade und in der Erkenntnis und im Geist des Hauptes wachsen, bis schließlich die ganze Kirche am Ende dieses Zeitalters zur vollen Größe der Vollkommenheit als Leib Christi unter dem Herrn Jesus als Haupt gelangt ist (Eph. 4:13). Aber sie soll nicht erwarten, dass alle, selbst diejenigen, die ihr Licht sehen und ihre Verkündigung hören und sich in Übereinstimmung mit ihrer Botschaft nähern, schließlich die volle Gliedschaft in diesem herrlichen Leib Christi erlangen werden. Im Gegenteil, sie hat vom Herrn im Voraus die Zusicherung, dass zwar nur wenige, vergleichsweise wenige, ihre Botschaft, den Ruf, hören werden, aber eine noch geringere Zahl den Ruf annehmen wird – denn viele sind berufen, im Verhältnis zu den wenigen, die auserwählt sind – die ihre Berufung und Erwählung durch Treue gegenüber den auferlegten Bedingungen fest machen – 2. Petr. 1:10.
(c) Die Bedingungen, die der Kirche auferlegt sind, sind vom Herrn als entscheidende Prüfungen ihrer Loyalität Ihm gegenüber und gegenüber dem Gesetz des Neuen Bundes , unter dem sie von Ihm empfangen wurde, vorgesehen. Prüfungen, Schwierigkeiten und Verfolgungen sind nützlich, um zu beweisen, ob ihr Bund der Weihung von Herzen kommt oder nicht. Diejenigen, die nur einen Lippenbund geschlossen haben, werden ausgesichtet, offenbart und von den Wahrhaftigen getrennt, die der Herr als Seine Juwelen und Seine Söhne bezeichnet und die Er zu Miterben in Seinem Königreich mit Seinem geliebten Sohn, unserem Herrn Jesus, machen will. Aus diesem Grund finden diese Berufung und Erwählung oder Auswahl der Kirche während des gegenwärtigen Zeitalters statt, während es dem Bösen noch erlaubt ist in der Welt zu herrschen und die Mehrheit der Menschheit unter dem blendenden Einfluss des großen Widersachers steht, der noch nicht gebunden ist – Offb. 20:1-3.
Wie unser Herr erklärte, steht die Finsternis der Sünde und des Irrtums in direktem Gegensatz zum Licht der Wahrheit, und wenn Sein Volk das Licht emporhebt – „lasst euer Licht leuchten … damit euer Vater der in den Himmeln ist, verherrlicht werde“, welcher euch „berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ [1. Petr. 2:9] – wird dies in der verdunkelten Welt eine Aufweckung des Widerstands und des Antagonismus bewirken; denn die Wirkung des Lichts besteht darin, das Böse der Finsternis, das sonst nicht sichtbar wäre, offenbar zu machen und damit diejenigen zu beunruhigen und zu verunsichern, die mit der Finsternis sympathisieren. Folglich hassen diejenigen, die die Finsternis lieben, diejenigen, die das Böse lieben, diejenigen, die die Sünde in ihren verschiedenen Formen lieben, hassen das Licht und kommen nicht zum Licht, sondern widersetzen sich entweder öffentlich oder heimlich den Kindern des Lichts, den Erleuchteten, den Lichtträgern. Und selbst diejenigen, die aus der extremen Finsternis moralischer Verunreinigung in eine Art Zwielicht zivilisierter Reformation und moralischer Reform gelangt sind, können das deutliche, durchdringende Licht des wahren Evangeliums nicht ertragen; sie ziehen ein gewisses Maß an Finsternis vor – Joh. 3:20.
Infolge dieses Kampfes zwischen Licht und Finsternis litt unser Herr unter denen, die sich Kinder des Lichts, Kinder Gottes nannten und immerhin ein wenig Licht hatten. Unser Herr wurde nicht aus eigenem Antrieb vom römischen Statthalter und den römischen Soldaten misshandelt, denn sie waren so völlig blind, dass sie nichts von dem Licht, das Er ausstrahlte, wahrnehmen konnten. Seine Verfolger waren diejenigen, die etwas Licht hatten, aber den Glanz des großen Lichts hassten, das auf sie schien. In ähnlicher Weise wurden während des gesamten Evangelium-Zeitalters diejenigen, die in der Welt brennende und leuchtende Lichter waren, gehasst und verfolgt, weitgehend, wir könnten sogar sagen fast ausschließlich von denen, die etwas Licht hatten, dessen Licht jedoch im Vergleich zu dem großen Licht des Heiligen Geistes, das in und durch die vollständig Geweihten des Herrn strahlte, Finsternis war. So erfüllte sich das Zeugnis unseres Herrn: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat“. „Alle aber auch, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden“. Die Nachfolger des Herrn in der heutigen Zeit sind aufgerufen, um der Gerechtigkeit willen Verfolgung zu erleiden, nicht weil es vernünftig oder richtig ist, sondern weil der Herr, der Sein Volk prüfen, erproben und läutern will, bereit ist, den bösen, widerstehenden Einflüssen zu gestatten, zu wirken, Seine „Glieder” zu verfolgen und ihnen zu widerstehen, und so Seiner Sache zu dienen, indem Er Seine Auserwählten auf ein zukünftiges Werk des Dienstes vorbereitet. So wirken die Verfolger des „Leibes“, wie die Verfolger des Hauptes, in einer Weise, die sie kaum ahnen, an der Erfüllung des göttlichen Plans mit – Joh. 15:18; 1. Joh. 3:13; 2. Tim. 3:12; 1. Thes. 2:14, 15; 2. Thes. 3:4; Joh. 16:2; Apg. 14:22.
Wir könnten die Aussagen der Heiligen Schreiben vervielfachen, wonach die Berufung der Glieder der Kirche in der gegenwärtigen Zeit darin besteht, das Licht leuchten zu lassen und dadurch Verfolgung auf sich zu ziehen, die Verfolgung für die Sache der Gerechtigkeit zu erdulden und dadurch in Geduld, Bruderliebe, Mitleid und Liebe - gegenüber den Verfolgern und allen Menschen - richtig geübt zu werden [Manna vom 4. Juli – 1. Teil, Hervorhebung von uns].
So wie es nicht die Mission unseres Herrn war, bei Seinem Ersten Advent die Welt zu regieren oder zu richten, sondern Sein Leben für die Welt hinzugeben, so ist es auch nicht die Mission der Kirche, des Leibes Christi, die Welt zu regieren oder jetzt zu richten, sondern „das Leben für die Brüder hinzugeben“ (1. Joh. 3:16). Unser Herr erklärt: „Ich bin nicht gekommen, damit ich die Welt richte“ (Joh. 12:47). Der Menschensohn ist gekommen, um Sein Leben für die Welt niederzulegen (Joh. 6:51; 10:15). „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh. 18:36). Und so versichert uns der Apostel, dass wir jetzt nicht herrschen sollen, sondern im Gegenteil mit Christus leiden, wenn wir mit Ihm herrschen wollen; dass wir jetzt nicht über die Welt richten sollen, sondern im Gegenteil nichts vor der Zeit richten sollen; aber Er versichert uns, dass zu Gottes rechter Zeit die Heiligen die Welt richten werden, und zwar zum Segen der Welt. Er versichert uns, dass es unsere Mission ist, „das zu ergänzen, was noch rückständig ist von der Drangsal des Christus für seinen Leib, das ist die Versammlung“ (Kol. 1:24). Er sagt uns nach den gleichen Richtlinien, dass wir zwar allen Menschen Gutes tun sollen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, dass unser Dienst aber besonders dem Haushalt des Glaubens gelten soll. Unsere Bemühungen, die der Welt der Menschheit im Allgemeinen gelten, sollen nur sozusagen Nebeneffekte sein, der Überfluss unserer Bemühungen, die wir hauptsächlich und direkt auf die Glieder des Leibes Christi, die geweihte Kirche, verwenden, um einander in dem heiligsten Glauben aufzubauen – Röm. 8:17; 1. Kor. 4:5, 6; 6:2; Gal. 6:10.
(d) Eine recht ansehnliche Zahl protestantischer Christen vertritt theoretisch mehr oder weniger die hier dargelegte Position, insbesondere unsere presbyterianischen und baptistischen Freunde. Wenn wir jedoch über Gottes Ziel nachdenken, warum Er die Kirche auf diese besondere Weise behandelt, stellen wir fest, dass selbst unter diesen nur sehr wenige ein Verständnis dafür haben. Der allgemeine Gedanke ist, dass Gott lediglich die Kirche auserwählen will und dass Ihm die arme Welt, die seit sechstausend Jahren unter dem blendenden Einfluss Satans in einem verlorenen Zustand liegt und taub für den Ruf des Evangeliums ist, völlig gleichgültig ist. Hier müssen wir anderer Meinung sein, denn wir finden in der Heiligen Schrift einen viel wunderbareren, viel gerechteren, viel gütigeren und viel großartigeren Plan Gottes als diesen.
Wir finden darin die Lehre, dass diese Kirche, die jetzt ausgewählt oder auserwählt wird, lediglich eine Erstlingsfrucht Gottes für Seine Schöpfung ist und dass durch diese Kirche ein großes Werk für die Welt der Menschheit vollbracht werden muss, nachdem sie verherrlicht und mit ihrem Herrn im himmlischen Königreich vereint worden ist. Dieselben Schriftstellen, die uns sagen, dass die Welt jetzt blind und taub ist und dass Satan, „der Fürst dieser Welt“, „der Gott dieses Zeitalters“, direkt und indirekt viel mit dieser Blindheit zu tun hat, sagen uns auch, dass die Zeit kommen wird, in der alle blinden Augen geöffnet und alle tauben Ohren geöffnet werden und Satan, der große Verführer, gebunden und gefesselt werden und nicht länger die Menschheit verführen darf. Diese Schriftstellen versichern uns, dass die Kirche, die jetzt ausgewählt und geprüft und so für das Erbe der Heiligen im Licht bereit gemacht wird, Gottes Kanal des Segens für die Menschheit sein wird; und dass das Haupt und der Leib, Jesus und Seine Kirche, im vollen Sinne den verheißenen „Samen Abrahams” oder das geistliche Israel bilden werden, durch das die ganze Menschheit mit der Erkenntnis des wahren Charakters Gottes gesegnet werden wird und mit der Gelegenheit, ewiges Leben am von Gott bestimmten Millenniums-Gerichtstag zu erlangen. – Gal. 3:16, 29.
Eine der besonderen Prüfungen für viele aus dem Volk des Herrn besteht darin, dass sie häufig von weniger geweihten, weltklugen Lehrern beschuldigt werden, sie seien selbstsüchtig und würden das wahre Werk der Kirche vernachlässigen, weil sie sich nicht mit anderen an den verschiedenen politischen, sozialen, finanziellen und moralischen Reformen der Welt beteiligen; oder an „Erweckungsbemühungen”, um die Weltlichen zu vertreiben und zu erschrecken, die Gott nicht durch die Wahrheit nach den Richtlinien der Schrift „gerufen” hat. Wenn wir um Christi willen etwas in dieser Hinsicht erdulden müssen, so ist das nur ein Teil der „Leiden Christi”, über die wir uns freuen sollten, da wir wissen, dass der Herr unsere Treue zu Ihm und zu Seinem Wort kennt. Wir können auch erkennen, dass zur rechten Zeit andere den göttlichen Plan tatsächlich erfüllt sehen werden, wie wir ihn jetzt mit dem Auge des Glaubens sehen dürfen; und sie werden dann erkennen, dass die „klugen Jungfrauen” klug waren, weil sie auf das Wort des Herrn hörten und Ihm gehorchten und sich für das zukünftige Werk des Dienstes für die Welt bereit machten – Offb. 19:7; Eph. 4:12.
Wir können mit denen sympathisieren, die nichts sehen; wir können auch mit denen sympathisieren, die ein wenig sehen und die nach moralischen und anderen Reformen streben und auf verschiedene Weise eher für den Wohlstand der Sekte als für den Aufbau der Heiligen, der Kirche des lebendigen Gottes, deren Namen im Himmel geschrieben sind, eintreten. Wir sollten Geduld haben, besonders mit denen, die Beweise dafür geben, dass sie in Übereinstimmung mit ihren Überzeugungen arbeiten. Wenn sie sich in irgendeiner Weise in guten Werken engagieren, verdienen sie unser Mitgefühl und werden zweifellos dafür gesegnet werden. Die wahre Kirche arbeitet nicht nur für einen Segen, sondern für den Segen – „den Kampfpreis der Hohen Berufung Gottes in Christus Jesus“ (Phil. 3:14). Daher sollten alle, die den Preis und das Licht der Herrlichkeit Gottes im Antlitz von Jesus Christus, unserem Herrn, leuchten sehen, gegenüber den Bedingungen, der Berufung und dem Dienst des Vaters treu sein. Alle sollten ihre Aufmerksamkeit auf diesen Dienst, den wir erhalten haben, richten und nicht ermatten. Seid nicht entmutigt, ob man nun auf uns hört oder nicht, ob man schlecht über uns denkt oder redet! Lasst uns daran denken, dass wir am Ende unserer Prüfung dem Herrn selbst Bericht erstatten müssen, wenn Er Seine Juwelen einsammelt [Manna vom 4. Juli – 2. Teil, Hervorhebung von uns]. Lasst uns bedenken, dass die erste Bedingung der Annahme bei Gott der loyale Gehorsam Seinem Wort gegenüber - der Beweis der Liebe zu Ihm und des Glaubens an Ihn - ist. Wir sollen auch daran denken, dass die zweite Eigenschaft, nach der Er bei uns Ausschau hält, die Liebe zu den Brüdern ist, die Bereitschaft, alles für diejenigen zu sein, zu tun und zu leiden und für sie zu sterben, die wirklich wahre geweihte Kinder Gottes sind, die danach trachten, in Seinen Wegen zu wandeln [Manna vom 5. Juli, Hervorhebung von uns].
Alle, die somit dem Dienst folgen, den wir von Gott empfangen haben, finden sich heute in den Fußstapfen Jesu und der Apostel wieder und stellen fest, dass die verschiedenen Vorhersagen, die über die gesamte Kirche gemacht wurden, auch auf ihre lebenden Glieder zutreffen, wie zum Beispiel, wenn der Apostel nach unserer Schriftstelle über diese Klasse, die diesen Dienst hat, erklärt:
„Wir predigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus als Herrn, uns selbst aber als eure Knechte (die Knechte der Kirche, nicht die Knechte der Welt) um Jesu willen ... Allenthalben bedrängt, aber nicht eingeengt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht umkommend; allezeit das Sterben Jesu am Leib umhertragend (wir repräsentieren Christus und Sein Opfer immer als sterbende Glieder Seines Leibes), damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde. Denn wir, die wir leben (als Neue Schöpfung in Christus Jesus), werden allezeit dem Tod überliefert um Jesu willen (unsere Weihung am Anfang war eine Weihung zum Tod; sie ändert sich nicht; sie wird immer so bleiben, bis wir unseren Weg vollendet haben und tatsächlich gestorben sind), damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar werde" - Verse 5-11.
Mit anderen Worten, die wahrhaft geweihte Kirche Christi, alle, „deren Namen im Himmel geschrieben sind“, sind Seine repräsentativen Glieder auf Erden während dieses Evangelium-Zeitalters. Das Haupt litt vor achtzehnhundert Jahren, die Glieder des Leibes leiden seitdem mit Ihm und lernen dieselben Lektionen des Gehorsams gegenüber dem göttlichen Willen, des Vertrauens in die göttliche Weisheit und der Liebe zu den Brüdern; und nach und nach wird der gesamte Leib Christi seinen Weg vollendet haben und vom Haupt in Seine Herrlichkeit aufgenommen werden, und dann wird Gottes großes Werk für die Welt beginnen, für das alle Seine Handlungen mit der Kirche nur die göttliche Vorbereitung sind. In der Kirche wird der Herr der Welt Könige geben, die in Gerechtigkeit regieren werden – in Liebe statt in Selbstsucht und Hochmut; aber die Kirche wird auch Priester sein, um alle, die zu Ihm zurückkehren wollen, mit der Erkenntnis der Wahrheit zu segnen und ihnen aus dem Sumpf der Sünde zurück zu voller Übereinstimmung mit Gott zu helfen. Dann wird es wahr sein: „Du hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen“ – Offb. 5:10. R2413-2416
JETZT IST SEIN WILLE MEIN – 1899.
„Einst suchte ich Segen, jetzt habe ich meinen Herrn gefunden.
Einst suchte ich Gefühle, jetzt habe ich sein Wort gefunden.
Einst wollte ich seine Gaben, jetzt gehört mir der Geber.
Einst suchte ich Heilung des Fleisches, jetzt nur noch ihn selbst.
Einst war es mein Werk, jetzt ist es sein Werk.
Einst versuchte ich, ihn zu gebrauchen, jetzt gebraucht er mich.
Einst wollte ich die Kraft, jetzt will ich den Mächtigen.
Einst arbeitete ich für mich selbst, jetzt arbeite ich allein für Christus.
Einst war es schmerzhaftes Streben, jetzt ist es ruhiges Vertrauen;
Einst war es halbe Erlösung, jetzt ist es das Allerwichtigste;
Einst war es unaufhörliches Festhalten, jetzt hält er mich fest;
Einst war es ständiges Treiben, jetzt ist mein Anker geworfen.
Einst war es eifriges Planen, jetzt ist es vertrauensvolles Beten;
Einst war es ängstliche Sorge: jetzt hat er die Sorge;
Einst war es, was ich wollte: jetzt ist es, was Jesus sagt;
Einst war es ständiges Bitten: jetzt ist es unaufhörlicher Lobpreis.
„Einst hoffte ich auf Jesus: jetzt weiß ich, dass er mein ist;
Einst gingen meine Lampen aus: jetzt leuchten sie hell;
Einst wartete ich auf den Tod: jetzt grüße ich seine Gegenwart,
Und meine Hoffnungen sind sicher hinter dem Schleier verankert.“