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DIE GEWISSEN GNADEN DAVIDS.
„Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen: die gewissen Gnaden Davids“ – Jes. 55:3.

WENN der Glaube von einem der Kinder Gottes durch das Wort Gottes gestärkt werden muss, dann soll er sich der gnädigen Einladung des Herrn durch den Propheten Jesaja zuwenden, um an den darin angebotenen Gaben teilzuhaben. Der Ruf richtet sich nicht an jeden Menschen, sondern an eine bestimmte Gruppe – „Auf, ihr Durstigen, alle!“ (Vers 1). Es gibt einen Segen für die durstige Seele. „Glückselig die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten (Beachte, nicht nur nach Wahrheit aus neugierigem Interesse, sondern nach der Gerechtigkeit, die durch die Erkenntnis der Wahrheit kommt), denn sie werden gesättigt werden“ [Mt. 5:6]. Die Einladung richtet sich nicht an diejenigen, die mit der Sünde zufrieden sind, sondern an diejenigen, die die übergroße Sündhaftigkeit der Sünde erkannt haben und deren Sehnsucht nach Gott ausgerichtet ist; die nach Gott und Seiner Wahrheit und Gerechtigkeit dürsten. Sie richtet sich an die Klasse, die der Psalmist mit den Worten beschreibt: „Wie der Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, Gott. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?“ – Ps. 42:2-3.

Gehörst du zu dieser Klasse? Dann höre auf die gnädige Einladung: „Auf, ihr Durstigen, alle (der Ruf gilt euch), kommt zum Wassern (zum erfrischenden Wasser der göttlichen Wahrheit)! Und die ihr kein Geld habt (keiner von uns hat etwas, was er als Gegenwert für diesen unschätzbaren Schatz anbieten könnte: Er ist Gottes Geschenk an alle Durstigen), kommt, kauft ein und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!“.

Und nicht nur ist die Einladung so großzügig, sondern der Herr lässt Sich auch herab, mit denen dieser Klasse zu reden, die noch Hoffnung haben, das sättigende Brot und Wasser des Lebens zu finden, wo sie schon lange vergeblich danach gesucht haben. Er fragt gnädig: „Warum wiegt ihr Geld ab für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich und esst das Gute (die ‚Speise zur rechten Zeit‘, die der Herr für die Hausgemeinschaft des Glaubens bereitstellt), und eure Seele labe sich an Fettem (der Anteil, den der Herr gibt, ist ein sättigender Anteil, und die Seele, die an Seinem Tisch gespeist wird, bleibt nicht mager). Neigt euer Ohr und kommt zu mir; hört, und eure Seele wird leben. Und ich will einen ewigen Bund mit euch schließen: die gewissen Gnaden Davids" [Verse 2, 3].

In Ps. 89:19-37 finden wir die gewissen Gnaden Davids aufgezählt. David wird hier als vorbildlicher Charakter dargestellt, der Christus repräsentiert – in erster Linie unseren Herrn Jesus, später aber den vollständigen Christus – Haupt und Leib. In der Sanftmut seiner Jugend, seiner Loyalität gegenüber Gott, seiner Treue, seinem Eifer, seinem Mut und seiner weisen Umsicht war Davids Charakter ein sehr schönes Vorbild für den Geliebten, auf den Gott Bezug nahm, als Er sagte: „Hilfe habe ich auf einen Mächtigen gelegt, ich habe einen Auserwählten erhöht aus dem Volk. Ich habe David gefunden, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt“ [Verse 20, 21].

Unser Herr Jesus ist der Mächtige, auf den die Hilfe der Welt gelegt ist. Er ist der große Erlöser, aber es hat Gott auch gefallen, Ihm bei diesem großen Werk die Kirche des Evangelium-Zeitalters, die auserwählte „Kleine Herde“, deren Namen im Himmel geschrieben stehen, zur Seite zu stellen. Diese, alle aus dem Volk auserwählt, bilden den einen Leib, der mit Christus Jesus als Seinem Haupt alle Geschlechter der Erde segnen wird. Sie alle besitzen die oben aufgeführten Eigenschaften, die ganz besonders die Eigenschaften ihres Hauptes sind. Alle, die nach Gerechtigkeit hungerten und dürsteten, deren Seelen nach Gott lechzten wie ein Hirsch nach einem Wasserbach und die, nachdem sie Ihn gefunden hatten, sich Ihm weihten und die Salbung des Heiligen Geistes empfingen, der ihrem Geist bezeugte, dass sie Söhne Gottes sind, und die als gesalbte Söhne bei sich selbst die würdigen Merkmale wahrer Söhne wahrnehmen konnten - Loyalität, Treue, Eifer, Energie, Mut, Besonnenheit usw. – diese bilden die Klasse, mit der der Herr einen ewigen Bund geschlossen hat und der die „zuversichtlichen Gnaden Davids“ gehören [Manna vom 15. Juni, Hervorhebung von uns].

Hört sie: „Mit dem meine Hand (meine Macht, Herrschaft, mein Königreich) festbleiben soll, und mein Arm (der mich stützt und stärkt) soll ihn stärken (um das große vorbereitende Werk des Opfers zu vollbringen). Nicht soll ihn drängen der Feind, und der Sohn der Ungerechtigkeit ihn nicht bedrücken“ (alle Dinge, selbst die tiefen und bösen Pläne des Widersachers, werden von Gott so überwunden werden, dass sie zum Guten für diese David-Klasse zusammenwirken) [Verse 22, 23].

„Und ich will seine Bedränger vor ihm zerschmettern, und seine Hasser will ich schlagen. Und meine Treue und meine Güte werden mit ihm sein, und durch meinen Namen wird sein Horn (Seine Autorität und Macht) erhöht werden. Und ich will seine Hand an das Meer legen, und seine Rechte an die Ströme (Seine Macht wird zu gegebener Zeit alle unruhigen und unregierbaren Massen der Welt beherrschen, die wie das aufgewühlte Meer in der Zeit der Not, mit der dieses Zeitalter endet, große Unruhe stiften werden).

„Er wird mir zurufen: Mein Vater bist du, mein Gott, und der Fels meiner Rettung! (Selbst inmitten ihres irdischen Weges voller Prüfungen und Opfer werden sie Gemeinschaft und Verbundenheit mit Gott haben: Sie werden Seine väterliche Liebe und Fürsorge erkennen und sich an Seiner Erlösung erfreuen).

„So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen („die Kirche der Erstgeborenen“), zum Höchsten der Könige der Erde. Ewig will ich ihm meine Güte bewahren, und mein Bund soll ihm fest bleiben. Und ich will seine Nachkommen (die erlöste und wiederhergestellte Menschheit, für die Christus „Vater der Ewigkeit“ sein wird – Jes. 9:6; Ps. 45:16) einsetzen für immer (sie werden ewiges Leben haben), und seinen Thron wie die Tage der Himmel. Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht wandeln in meinen Rechten, wenn sie meine Satzungen entweihen und meine Gebote nicht halten, so werde ich mit der Rute heimsuchen ihre Übertretung, und mit Schlägen ihre Ungerechtigkeit. Aber meine Güte werde ich nicht von ihm weichen lassen, und nicht verleugnen meine Treue (Dies bezieht sich hauptsächlich auf das fleischliche Volk Gottes und teilweise auf die Welt während des Millenniums).

„Nicht werde ich entweihen meinen Bund, und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen. Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit: Wenn ich dem David [Christus] lüge! Seine Nachkommenschaft wird ewig sein, und sein Thron wie die Sonne vor mir; ewiglich wird er feststehen wie der Mond; und der Zeuge in den Wolken ist treu“ [Verse 24-38].

Das sind die „gewissen Gnaden Davids“, die der Kirche des Evangelium-Zeitalters, dem Haupt und dem Leib, von Gott zugesichert sind.

„Wenn ich vor dem Thron stehe,
Gekleidet in Schönheit, die nicht meine eigene ist,
Wenn ich dich sehe, wie du bist,
Dich mit einem sündenfreien Herzen liebe,
Dann, Herr, werde ich erst dann vollständig erkennen,
Wie viel ich dir schulde.

Wenn ich den Lobgesang des Himmels höre,
Groß wie Hymnen in meinen Ohren,
Laut wie das Rauschen vieler Wasser,
Süß wie die melodiöse Stimme von Harfen,
Dann, Herr, werde ich erst dann vollständig erkennen,
Wie viel ich dir schulde“.

DER FRIEDE CHRISTI.

„Meinen Frieden gebe ich euch“ – Joh. 14:27.

Süßes Geschenk Christi! O gesegneter Gedanke!
Der Seelenfrieden, den Gott geschaffen hat!
Keine irdische Leidenschaft ist halb so süß,
keine Freude auf Erden ist so vollkommen
wie das, was der liebende Vater denen schenkt,
in denen der Geist lebt –
den Frieden Christi.

O du, der du müde bist auf dem Meer des Lebens
und keinen Christus hast, der dich tröstet,
denke daran, wenn die Wellen rollen
und sich Welle um Welle um deine Seele türmen,
dass es einen sicheren Hafen gibt,
in dem dein Herz Ruhe finden kann –
den Frieden Christi.

O liebendes Herz, das noch zittert,
halb aus Angst, dass es vergessen könnte,
aus Furcht, dass es den Weg verfehlen könnte,
zweifelnd, schwankend, den ganzen Tag –
denk daran, dass dir dieses Geschenk der Geschenke
frei angeboten wird–
der Friede Christi.

O Christ mit strenger Stirn,
mit Augen, die selten eine Träne vergießen,
mit Lippen, die das Lächeln vergessen haben,
denk daran, dass es dein Los ist,
eine göttliche Freude in dir zu haben;
öffne dein Herz und mache sie dir zu eigen
– den Frieden Christi.

Die Liebe Gottes! Wie unermesslich ist sie,
dass sie unser Verständnis übersteigt;
und wer von uns kann das Wirken
seiner mächtigen Hand verstehen?
Aber ruh dich aus, meine Seele, und sei still,
du weißt, dass er dir dies schenkt –
den Frieden Christi.

So wirf nun, meine Seele, deine Sorgen
auf seine Brust und sei still.
Auch wenn Trauer das Herz zerreißt
und Schmerz Leben und Kraft unaufhörlich zehrt,
über all diese Sorgen und Nöte
gießt Gott seinen heilenden Balsam –
den Frieden Christi.