R 1919
Sich des Herrn rühmen.
„So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich der HERR bin, der Güte, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen, spricht der HERR“ - Jer. 9:22, 23.
„Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?“. „Damit, wie geschrieben steht: ,Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn‘“ – 1. Kor. 1:20, 31.

Dinge, die bei den Menschen hoch angesehen sind, sind Weisheit, Macht und Reichtum. Aber es ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, noch die Kraft der Frömmigkeit, noch die wahren himmlischen Reichtümer, die Motten nicht zerstören können und die nicht durch Rost verderben, nach denen die Welt sucht. Die Menschen der Welt haben den Wert dieser Dinge nicht erkannt und deshalb „warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist und euren Verdienst für das, was nicht sättigt“ [Jes. 55:2]. „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang“ [Spr. 1:7]. Der Glaube, der die Macht des Herrn ergreift, ist der Anfang der Kraft; und die Armut, die alles freiwillig dem Willen und Dienst Gottes überlässt, ist der Anfang des wahren Reichtums. Weltliche Weisheit, die nicht auf der Ehrfurcht vor dem Herrn beruht, neigt zu Selbsterhöhung und Hochmut; Macht in den Händen der Gottlosen neigt zu Hochmut und herrischer Selbstsucht; und Reichtum unter denen, die von Gott nicht die Verantwortung der Haushalterschaft gelernt haben, dazu, die Seele zu schwächen und sie für die edlen Gefühle der Liebe und der brüderlichen Güte unempfänglich zu machen.

Der Mensch, dem es durch Arbeit und Anstrengung gelingt, einen oder alle dieser irdischen Preise zu erlangen, hält sich im Allgemeinen für einen weisen Mann; denn er erkennt nicht, wie vergänglich die Schätze sind, wie unbefriedigend sie sich am Ende erweisen werden, welche Fallstricke in ihnen liegen und wie groß der Wert des himmlischen Schatzes ist, den er verpasst hat, während er nach flüchtigen irdischen Dingen griff.

Für die weltlich gesinnten Menschen, die die Schätze der göttlichen Gnade nie kennengelernt haben, sind diese irdischen Dinge von größter Bedeutung; aber für das Kind Gottes, wenn es sie besitzt, erhöhen sie nur die Verantwortung seiner Verwaltung; denn sie gehören nicht ihm, sondern dem Herrn, und alles ist in seiner Weihung enthalten. Was auch immer er an menschlicher Bildung hat, muss der Weisheit Gottes untergeordnet werden. Keine menschlichen Theorien oder Philosophien, die im Widerspruch zum Wort Gottes stehen, dürfen in Betracht gezogen werden. Ein „so spricht der Herr“ muss das Ende aller Kontroversen sein, wenn menschliche Überlegungen mit göttlicher Weisheit in Konflikt geraten; denn die Weisheit dieser Welt, die sich der himmlischen Weisheit widersetzt, ist „Torheit bei Gott“ und wird nach und nach zu einer höchst schändlichen Demütigung gebracht werden. So wird auch die menschliche Macht, die ihren schwachen Arm trotzig gegen die Macht Jehovas erhebt, plötzlich und ohne Abhilfe vernichtet werden, und die angehäuften Reichtümer werden in alle Winde zerstreut werden.

Wie töricht ist es also – besonders für jemanden, der durch die Wahrheit erleuchtet und ein Kind und Erbe Gottes geworden ist – die Bedeutung und den Wert des unsichtbaren himmlischen Schatzes zu vergessen und sich um irdische Dinge zu kümmern. Wer sich eines solchen Weges rühmt, der rühmt sich seiner Schande und Torheit. Aber das soll nicht für uns gelten: „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn“. „Wer sich rühmt, rühme sich dessen“, spricht der Herr, „Einsicht zu haben und mich zu kennen“. „Dies ist aber das ewige Leben“, sagte Jesus, „dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“ – Joh. 17:3.

Das ist die Erkenntnis, die nicht aufbläht, sondern die Weisheit, die von oben kommt. Der Anfang dieser Weisheit ist in der Tat die Ehrfurcht vor dem Herrn. Wir können in dieser Weisheit nur wachsen, wenn wir die Ehrfurcht vor dem Herrn ständig vertiefen. Wenn wir in irgendeiner Weise aufhören, die Worte des Herrn in höchstem Maße zu verehren, oder wenn wir aufhören, Seine Gemeinschaft durch unser Vorrecht der Verbindung mit Ihm im Gebet, im Studium Seines Wortes, in der Meditation über Seinen herrlichen Charakter und Seine Lehren und im Gehorsam gegenüber Seinem Willen zu pflegen, dann versäumen wir es in dem Maße, in dem wir dies vernachlässigen, die Segnungen der Weisheit zu erkennen, die von oben herabkommt.

Aber wenn wir bei der Nutzung dieser Vorrechte unser Herz öffnen, um alles zu empfangen, was die göttliche Gnade für uns bereithält, dann können wir uns in der Tat des Herrn rühmen. Ein solcher Mensch „rühme sich dessen, Einsicht zu haben und mich zu kennen“ [Jer. 9:23]. Den Herrn auf diese Weise zu kennen bedeutet nicht nur, etwas über Ihn zu wissen, etwas über Seine Werke und Wege zu wissen, sondern Ihn durch diese innige Gemeinschaft und Verbundenheit zu kennen, die durch einen lebendigen Glauben die Zeugnisse Seines Wortes in unseren Herzen versiegelt und uns erkennen lässt, dass sie uns persönlich gehören, dass der Herr selbst unser persönlicher Freund, Helfer, Ratgeber und Leiter ist. So lernen wir Seinen Geist, Seine Grundsätze und Handlungsweisen kennen – wir verstehen Ihn – wir wissen, wie wir Seine Vorsehung deuten, Seine Führung erkennen, Seine Haltung uns gegenüber beobachten und so täglich mit Ihm gehen können. So werden wir auch zu einer umfassenderen Wertschätzung der Gerechtigkeit und der liebevollen Güte des Herrn geführt, die zur rechten Zeit auf der ganzen Erde Gerechtigkeit errichten wird. Ja, wir können uns des Herrn und der Tatsache Seiner großen Hinwendung zu uns persönlich rühmen, wenn wir Ihn auf diese Weise verstehen und kennen lernen.

In diesem gesegneten Sinn der göttlichen Liebe und Fürsorge können wir mit den Worten des Psalmisten sagen: „In dem Herrn soll sich rühmen meine Seele. Den Herrn will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Mund sein. Erhebt den Herrn mit mir, und lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen. Ich suchte den Herrn, und er antwortete mir; und aus all meinen Beängstigungen errettete er mich. Dieser Elende rief, und der Herr hörte, und aus all seinen Bedrängnissen rettete er ihn. Schmeckt und seht, dass der Herr gütig ist! Glückselig der Mann, der auf ihn traut. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben, die ihn fürchten“ – Ps. 34:1-9.

Wie kostbar ist diese Erfahrung für das Kind Gottes! Aber sie kann niemals die Erfahrung eines hochmütigen Herzens sein; „denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade (Seine Gunst). So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit“ (1. Petr. 5:5, 6). Es ist schwer für diejenigen, die reich an Weisheit, Macht oder Reichtum dieser Welt sind, dies zu tun (Mt. 19:24-26). Es war schwer für die Schriftgelehrten und Pharisäer, die reich an Titeln, Ehren und menschlichem Lob waren; es war schwer für die gesamte jüdische Nation, die hochmütig waren, der Same Abrahams zu sein, dem die Verheißungen Gottes gehörten; es war schwer für die Griechen, die hochmütig wegen ihrer weltlichen Weisheit und intellektuellen Errungenschaften waren; es war schwer für die Römer, die hochmütig wegen ihrer Macht und ihrem Ansehen unter den Nationen waren. Und es ist heute schwer für alle, die Hochmut in Folge irgendeiner Sache haben. Es ist schwer für alle Gläubigen, deren Stolz auf die sektiererischen religiösen Systeme des Christentums ihre Augen für die jetzt fällige Wahrheit blind macht; es ist auch schwer für diejenigen, die sich mit menschlichen Philosophien und Wissenschaften brüsten, die fälschlicherweise so genannt werden; die hochmütig darauf sind Erfinder von etwas Neuem und Besonderem zu sein, und die den Wunsch haben, für großartig gehalten zu werden und die Menschen hinter sich herzuführen; es ist schwer für all diejenigen, die die Meinungen der Menschen mehr verehren als die Worte des Herrn. Allen, die entweder reich sind oder reich sein wollen in den Dingen dieses gegenwärtigen Lebens, und besonders denen, die „reich“ sind an einer guten Meinung von sich selbst oder an Eigenwillen, fällt es schwer, sich unter die mächtige Hand Gottes zu demütigen. Tatsächlich deutet der Apostel an, dass der größte Kampf eines jeden, der zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt, in dieser Richtung liegt; denn nachdem er auf die schwere Demütigung unseres Herrn Jesus hingewiesen hat, sagt er: „Daher, meine Geliebten, bewirkt eure Seligkeit mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch wirkt [durch diese strenge Disziplin, diesen demütigenden Prozess], sowohl das Wollen als auch das Wirken, nach seinem Wohlgefallen“ – Phil. 2:12, 13.

Diejenigen, die sich aufrichtig darum bemüht haben, haben immer die Gnade Gottes als ausreichend empfunden; aber nur sehr wenige sind wirklich bereit, es zu versuchen. Für alle, die sich selbst für weise halten, ist die Verkündigung des Kreuzes Torheit, und sie sind nicht bereit, täglich ihr Kreuz auf sich zu nehmen und Christus nachzufolgen.

Aus diesem Grund werden „nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle“ dazu berufen, mit dem Herrn die Herrlichkeit Seines Königreichs zu teilen. Sie sind in der Regel so sehr in die Dinge des gegenwärtigen Lebens vertieft – seine Beschäftigungen, seine Sorgen, seine Freuden usw., dass sie kein Ohr für den Ruf des Herrn haben. Sie sind sogar nicht demütig genug, um den Ruf zu hören; geschweige denn, dass sie demütig genug sind, ihm zu gehorchen und den schmalen Weg der Selbstaufopferung zu beschreiten, auf den der Herr sie führt.

„Sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, dass er die Weisen zu Schanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, dass er das Starke zu Schanden mache; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, und das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichte mache“ (1. Kor. 1:26-29). Wie werden doch die Weisen von heute durch die Macht der Wahrheit in den Händen der demütigsten von Gottes geweihten Kindern verwirrt! Jahrhundertealte, auf Irrtümern beruhende Systeme werden durcheinandergebracht und geraten ins Wanken, und die Weisen aller Sekten sind darüber beunruhigt; denn es wird für alle Menschen immer offensichtlicher, dass „die Weisheit seiner Weisen zunichte werden wird, und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen wird“ (Jes. 29:14).

Warum hat Gott diese schwachen, minderwertigen Werkzeuge für Sein großes Werk auserwählt? Warum bedient Er sich nicht der beredten Zungen, der Federn der gewandten Schreiber und des Ansehens großer Namen? Paulus sagt uns warum. Es geschieht, damit „sich vor Gott kein Fleisch rühme“. Das große Werk, die Sünde zu besiegen und Gerechtigkeit auf Erden zu errichten, ist das Werk des Herrn: Keine menschliche Macht ist den Anforderungen des Vorhabens gewachsen. Dennoch ist Gott damit einverstanden, dass Seine Macht durch jedes menschliche Werkzeug wirkt, das für Seinen Gebrauch geeignet ist, d.h. das ohne Schaden für sich selbst benutzt werden kann. Wenn Gott Seine Wunder durch diejenigen wirken würde, deren Herzen zum Hochmut neigen, würde dieser Hochmut wachsen und sich selbst die Ehre anmaßen, die Gott gebührt, anstatt die Ehre zu schätzen, ein Diener Gottes zu sein, ein Werkzeug in Seiner mächtigen Hand – „nützlich dem Hausherrn“.

Der Herr bedient sich selbst der schwächsten Werkzeuge, derer, die nur ein sehr geringes Maß an Talenten für Seinen Dienst haben, und manchmal erweist sich dies als eine zu große Erhöhung, und was ein Segen war, wird durch Hochmut und eitlem Ruhm zu einem Fluch. So verdreht ist die menschliche Natur und so raffiniert ist der Widersacher, um sich einen Vorteil zu verschaffen, dass die oben zitierten Schriftstellen manchmal zu einem Stolperstein für viele werden, die nicht nur finanziell arm sind, sondern auch einen Mangel an Intellekt und Bildung aufweisen und denen sogar die Unterweisung im göttlichen Wort fehlt. Sie vergessen, dass der Herr sagte: „Glückselig ihr Armen“, d.h. diejenigen, die arm waren (oder es wurden) wie Seine Jünger (Lk. 6:20); oder, wie Matthäus (5:3) es ausdrückt: „Glückselig die Armen im Geist“. Und sie vergessen, dass sowohl Unwissende als auch Gelehrte, sowohl Arme als auch Reiche „sich ihres Fleisches rühmen“ können. Es ist traurig zu sehen, dass „jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist“ (Gal. 6:3), und sich selbst betrügt – aber besonders, wenn selbst die Grundlagen der Bildung und der Christusähnlichkeit fehlen. Wir glauben, dass Bescheidenheit und Einfachheit Eigenschaften sind, die von Reichen und Armen gleichermaßen gepflegt werden sollten, die mit der Erkenntnis der Wahrheit gesegnet sind, und dass jedes „zuschanden machen der Mächtigen“ freundlich und in Sanftmut geschehen sollte (Eph. 4:2; 2. Tim. 2:25) und nicht in einem kämpferischen Geist oder mit einer Zurschaustellung der Genugtuung über ihre Niederlage.

Geliebte, lasst uns ganz besonders die Demut gut bewahren. Nur wenn wir in unseren Augen klein sind, kann Gott uns ohne Schaden für uns gebrauchen. Und doch schirmt er uns nicht vor jeder Prüfung hinsichtlich der Treue ab. Wenn der Herr dich deshalb heute etwas erhöht, wenn Er dir ein wenig Ermutigung durch Erfolg in Seinem Dienst schenkt, so nimm es demütig und sanftmütig an und denke an deine eigene Unwürdigkeit und Unzulänglichkeit, denn nur dann gefällt es Gott, durch dich zu wirken. Sei auch bereit, die Demütigungen des morgigen Tages als notwendig für deine Erziehung und für die richtige Ausgewogenheit des Charakters zu empfangen. Wenn der Erfolg von gestern bei dir unter der Demütigung von heute Ärger hervorruft, dann gib acht! Deine geistliche Entwicklung ist noch nicht so gründlich, wie sie sein sollte [Manna vom 14. Juni, Hervorhebung von uns]. Was auch immer die Erfolge der Wahrheit durch uns sein mögen, lasst uns immer daran denken, dass wir zu den Dingen, „die nichts sind“ gehören. Lasst uns daher danach streben, die Erfahrung des Apostels Paulus zu unserer eigenen zu machen, der sagte: „Ich habe gelernt, worin ich bin, mich zu begnügen. Ich weiß sowohl erniedrigt zu sein, als ich weiß Überfluss zu haben; in jedem und in allem bin ich unterwiesen, sowohl satt zu sein als zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als Mangel zu leiden. Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt“ (Phil 4:11-13).

In Gottes Umgang mit Seinem Volk zu allen Zeiten können wir Seine Fürsorge erkennen, indem Er es vor Hochmut und Selbstgenügsamkeit bewahrt. Wenn Er Israel zu Seinem besonderen Volk erwählt, lässt Er es zunächst vierhundert Jahre lang versklaven, um es dann mit mächtiger Hand und ausgestrecktem Arm in das verheißene Land zu führen. Auch Mose, der auserwählte Befreier, stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Er war schwerfällig im Reden und brauchte Aaron, um diese Schwäche auszugleichen. Und Paulus hatte seinen „Stachel im Fleisch“, von dem der Herr ihn nicht erlösen wollte, obwohl er den Herrn dreimal bat, ihn zu entfernen; und der Herr sprach zu ihm: „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht (d.h. meine Kraft, die durch dieses unvollkommene irdische Gefäß wirkt, wird für die Menschen offensichtlicher sein, als wenn das Gefäß vollkommen und makellos wäre. In diesem Fall könnten die Menschen die Größe des Werkes dem Talent des Paulus zuschreiben und nach und nach zu dem Schluss kommen, dass es für Paulus, der nur ein Mensch ist, eine Anmaßung ist, zu behaupten, er könne andere Menschen lehren usw. Wenn aber die Kraft als von Gott kommend erkannt wird und lediglich durch Paulus als ein bereites Werkzeug wirkt – demütig, fügsam und energisch, dann wird das Zeugnis von der Gnade Gottes bei ihnen Gewicht haben: und so war es auch)“.

Auf diese Erklärung und Zusicherung des Herrn antwortete Paulus demütig: „Daher will ich am allerliebsten mich vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus über mir wohne“ (2. Kor. 12:8, 9).

Der Herr hat mit unfehlbarer Weisheit für jedes große Werk immer die Demütigen auserwählt. Mose war der demütigste Mensch auf der ganzen Erde (4. Mo. 12:3). Demut war ein besonderes Merkmal aller Propheten und Würdenträger des Altertums. Der Herr Jesus war sanftmütig und von Herzen demütig (Mt. 11:29), der, obwohl Er reich war, um unseretwillen arm wurde. Er war von bescheidener Herkunft, wurde in einer Krippe geboren und wuchs in der verachteten Stadt Nazareth auf, sodass er als Nazarener bezeichnet werden konnte. Die zwölf Apostel waren alle einfache Männer, meist Fischer; und so waren auch die der gesamten Kirche des Evangelium-Zeitalters – nicht der nominellen Kirche, sondern die wahren, im Himmel angeschriebenen – im Allgemeinen die Armen dieser Welt, die bereit waren, sich immer mehr zu demütigen, damit die Kraft Christi durch sie offenbar werden konnte.

Darum soll sich ein jeder demütigen unter die mächtige Hand Gottes. Dies ist nicht die Zeit für Erhöhung, sondern für Demütigung und Prüfung. Die Erhöhung wird zu gegebener Zeit für die Gläubigen kommen. Unsere gegenwärtige Herrlichkeit soll darin bestehen, dass wir den Herrn kennenlernen und verstehen und dass Er sich dazu herablässt, diese schwachen irdischen Gefäße in Seinem Dienst zu gebrauchen, damit allen Menschen deutlich wird, dass die „Überschwänglichkeit der Kraft“ von Gott und nicht von Menschen kommt – 2. Kor. 4:7. R1919-1921