Wie oft haben müde Herzen inmitten der Verwirrungen und Prüfungen des Lebens das Bedürfnis nach weiser Führung und Rat verspürt. Der gesuchte Rat ist jedoch nicht immer weise: Manchmal ist es der Rat der Gottlosen und Sünder, manchmal der Rat der Unreifen und Unerfahrenen, und die Ergebnisse eines solchen Rates sind unbefriedigend und oft katastrophal, und der Weg, der infolgedessen eingeschlagen wird, ist ein Weg voller Schwierigkeiten und Dunkelheit. So ist der Weg der Welt; denn es liegt nicht in der Macht des Menschen, seine eigenen Schritte zu lenken (Jer. 10:23) [„Ich weiß, Herr, dass nicht beim Menschen sein Weg steht, nicht bei dem Mann, der wandelt, seinen Gang zu richten“]. Aber so ist nicht der Weg des Kindes Gottes. Es hat gelernt, wo es Rat suchen muss, und der Rat der Weisheit steht ihm immer zur Hilfe bereit.
Der Prophet beschreibt es als ein Wort, eine Stimme „hinter dir“. Es ist keine Stimme vor dir, die eine neue Theologie verkündet – sei es Evolution, Spiritismus, Christliche Wissenschaft oder eine andere menschliche Philosophie –, sondern es ist die alte Theologie mit all ihren gesegneten Doktrinen der Hoffnung durch Christus, unseren Erlöser und Herrn, unseren Lehrer, unser Vorbild und unseren Wegweiser. Es ist die Stimme des Herrn, die vor zwei- bis viertausend Jahren durch seine inspirierten Apostel und Propheten verkündet wurde. Auf dieses Wort göttlicher Inspiration möchte der Prophet also die Aufmerksamkeit all derer lenken, die weise Ratschläge suchen; und in diesem Wort hören wir die Stimme Gottes, die sagt: „Dies ist der Weg, wandelt darauf!“. Wenn wir an eine Wegkreuzung - zu einem krisenhaften Moment unserer Erfahrung - kommen und nicht wissen, ob wir nach rechts oder links gehen sollen, dann sollten wir sofort stehenbleiben und der Stimme lauschen. Mit anderen Worten, wir sollten uns sofort dem Wort des Herrn zuwenden und durch Erwägen seiner Vorschriften und Grundsätze sowie seiner Illustrationen, die sich auf die verwirrende Sache beziehen, den Willen des Herrn zu erkennen suchen. Wir sollten auch darum bitten, von Seinem Geist geleitet zu werden, und uns bemühen, den Sinn in eine liebevolle, unterwürfige und vertrauensvolle Haltung zu bringen [Manna vom 1. Februar, Hervorhebung von uns]. „Dies ist der Weg, wandelt darauf!“, wird die klare Antwort an jedes suchende Herz sein.
Diese Worte des Propheten richteten sich jedoch direkt an das fleischliche Israel, obwohl ihre Anwendung auf das geistliche Israel nicht weniger eindringlich ist. Auf sie bezogen, sagen sie die Rückkehr der göttlichen Gunst zu ihnen voraus, wenn die lange Zeit ihrer Züchtigung und Blindheit zu Ende sein wird. Dann, unter der Millenniumsherrschaft Christi, werden die blinden Augen geöffnet und die tauben Ohren geöffnet werden, und die Stimme des gesamten inspirierten Wortes, das ihnen dann deutlich verständlich sein wird, wird sie auf den rechten Wegen des Herrn leiten; denn die Bücher (das Gesetz und die Propheten und die Schriften des Neuen Testaments) werden geöffnet werden, und sie werden nach ihrer Lehre gerichtet werden (Offb. 20:12).
Der Weg, der dann dem fleischlichen Israel und der ganzen Welt gewiesen wird, wird ein großer Hochweg der Heiligung sein; und die Erlösten des Herrn werden darauf mit Liedern und ewiger Freude auf ihren Häuptern wandeln (Jes. 35:10); und das Ende dieses Weges wird Leben und Friede sein – vollständige Erlösung von Sünde und Tod und vollständige Restitution der menschlichen Vollkommenheit.
Während der Weg des Lebens Israel und der Welt im kommenden Zeitalter sehr deutlich gemacht werden wird, ist er bereits jetzt den Kindern Gottes klar, die im Glauben und nicht im Schauen wandeln. Es zeigt sich, dass es (1) ein Weg des Glaubens ist; und diejenigen, die jetzt im Glauben wandeln, sind der wahre Same Abrahams (Röm. 4:12-16), dem der Bund und die überaus großen und kostbaren Verheißungen in ihrer größten Erfüllung gehören. (2) Es ist ein Weg der völligen Weihung an Gott, sogar bis zum Tod, was bedeutet, dass man seinen eigenen Willen in den Willen Gottes begräbt – dass man sich selbst als lebendiges Opfer darbringt.
In Übereinstimmung mit diesen beiden Grundsätzen – Glauben und Weihung – werden wir gelehrt, in der Neuheit des Lebens nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist zu wandeln; nicht wie andere Heiden, die in der Eitelkeit ihres Sinnes wandeln, sondern umsichtig und nicht wie Unweise, sondern wie Weise, indem wir „die Zeit auskaufen“; und nicht nach dem Schauen, sondern nach dem Glauben – Röm. 6:4; 8:1; Eph. 4:17, 18; 5:15, 16; 2. Kor. 5:7.
Durch Glauben und Weihung sind wir in ein neues Leben als geistliche Söhne Gottes eingetreten, und doch haben wir diesen Schatz in irdenen Gefäßen, und das neue Leben befindet sich erst in seinem embryonalen Zustand. Daher ist es notwendig, den geistlichen Instinkten der neuen Natur zu folgen und die stärkeren Impulse der alten Natur niederzuhalten. Das bedeutet es, in der Neuheit des Lebens zu wandeln, nach dem Geist und nicht nach dem Fleisch. Nach dem Fleisch zu wandeln bedeutet, seinen Hoffnungen, Zielen und Ambitionen nachzugehen; und da das Fleisch und der Geist miteinander im Krieg liegen, ist es unmöglich, das Leben beider aufrechtzuerhalten. Darum steht geschrieben: „Wenn ihr (die aus dem Geist Gezeugten) nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet (sterben lasst), so werdet ihr leben“ – Röm. 8:13.
Während das Wort des Herrn so über allgemeine Grundsätze bezüglich des Weges spricht, den wir wandeln sollen, werden wir auch aufgefordert, mit allen kleinen Angelegenheiten des Lebens zu Ihm zu kommen und diese göttlichen Orakel zu befragen. Wenn wir nicht wissen, ob wir nach rechts oder nach links gehen sollen, kommen wir und finden die Verheißung: „Befiehl dem Herrn deinen Weg, und er wird handeln“ [Ps. 37:5]. Oder wenn wir schwer beladen sind, finden wir die Verheißung: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“ [Mt. 11:26]. So bringt die Stimme hinter uns Trost, Frieden und Ruhe inmitten aller Sorgen und Prüfungen des Lebens, wenn wir in Gehorsam gegenüber ihren Grundsätzen und Geboten wandeln. „Und so viele nach dieser Richtschnur wandeln werden – Friede über sie und Barmherzigkeit, und über den Israel Gottes!“ [Gal. 6:16].
BETET OHNE UNTERLASS.
Noch unbeantwortet, das Gebet, das eure Lippen
in all den Jahren aus tiefstem Herzen flehten?
Beginnt der Glaube zu schwinden, schwindet die Hoffnung,
und haltet ihr all die vergossenen Tränen für vergeblich?
Sagt nicht, der Vater habe euer Gebet nicht erhört,
ihr werdet euren Wunsch erfüllen, irgendwann, irgendwo!
Noch unbeantwortet? Obwohl ihr, als ihr zum ersten Mal
diese eine Bitte vor den Thron des Vaters gebracht hast,
schien es, als könntest du die Zeit des Wartens nicht ertragen,
so sehr sehnte sich dein Herz danach, dass es geschehen möge:
Wenn seitdem Jahre vergangen sind, verzweifle nicht;
denn Gott wird dir irgendwann, irgendwo antworten.
Noch unbeantwortet? Aber du wirst nicht übersehen;
die Verheißungen Gottes gelten für immer;
für ihn sind unsere Tage und Jahre gleich.
Hab Vertrauen in Gott! Das ist das Gebot deines Herrn.
Halte dich an Jakobs Engel, und dein Gebet
wird irgendwann, irgendwo Segen niederbringen.
Noch unbeantwortet? Nein, sage nicht unbeantwortet;
vielleicht ist dein Teil noch nicht ganz erfüllt.
Das Werk begann, als dein Gebet zum ersten Mal ausgesprochen wurde;
und Gott wird vollenden, was er begonnen hat.
Halte den Weihrauch am Schrein des Gebets brennen,
und irgendwann, irgendwo wird Herrlichkeit niederkommen.
Noch unbeantwortet? Der Glaube kann nicht unbeantwortet bleiben;
Seine Füße stehen fest auf dem Felsen.
Inmitten der wildesten Stürme steht er unerschrocken da
Und schreckt auch vor dem lautesten Donnerschlag nicht zurück.
Er weiß, dass die Allmacht sein Gebet erhört hat
Und ruft: „Es wird geschehen“, irgendwann, irgendwo.
Mrs. F. G. Burroughs.