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DIE PRÜFUNG DES AUSHARRENS
„Es rühme sich nicht der sich Gürtende wie der den Gürtel Lösende!“ - 1. Kön. 20:11.

Die Erprobung in Bezug auf das Erdulden [Ausharren] ist sicherlich eine der schwersten Prüfungen, der sich die auserwählte Kirche unterziehen muss. Es ist die Prüfung, die die Stärke jeder anderen Tugend und Gnade beurteilt und anzeigt, und kein Kreuzesstreiter wird mit den Lorbeeren des Sieges gekrönt werden, der diese Prüfung nicht bestanden hat [Manna vom 19. Dezember – 1. Teil, Hervorhebung von uns]. Das christliche Leben ist ein Kampf, und die oben genannten Worte eines Königs Israels an einen prahlerischen Feind des Volkes Gottes finden Anwendung nicht nur auf jeden neuen Rekruten in der Armee des Herrn, sondern ebenso auf alle, die den guten Kampf des Glaubens noch nicht beendet haben.

Die erste Begeisterung im Dienst des Herrn, so sehr wir sie auch zu schätzen wissen und würdigen, mag nur eine voreilige Reaktion eines oberflächlichen Herzens sein, das die Wahrheit zwar sofort mit Freude annimmt, aber keine Wurzeln schlägt und daher nur eine Zeit lang ausharrt; und wenn dann Bedrängnis und Verfolgung kommen, sind solche Menschen sofort gekränkt (Mk. 4:16, 17). Solche Menschen können den feurigen Prüfungen dieses bösen Tages nicht standhalten, von dem geschrieben steht: „Das Feuer (dieses Tages) wird bewähren, von welcher Art das Werk eines jeden ist“ – 1. Kor. 3:13.

Deshalb sagt der Apostel Petrus: „Geliebte, lasst euch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Versuchung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes“ [1. Petr. 4:12]. Die ganze auserwählte Kirche muss so geprüft werden; und selig ist, wer bis zum Ende ausharrt. Das sichere Wort der Prophezeiung weist auf schwere Konflikte und große Prüfungen in den letzten Tagen der Kirchengeschichte hin. Elia, ein Vorbild für den Leib Christi, beendete seine irdische Laufbahn und fuhr in einem Feuerwagen in einem Wirbelwind empor – starke Symbole für Stürme und große Bedrängnisse. Johannes, ein weiteres Vorbild für die Kirche, wurde ins Gefängnis geworfen und dann enthauptet. Und wir sind vorgewarnt, dass wir die ganze Waffenrüstung Gottes dringend benötigen, wenn wir an diesem „bösen Tag“ [Eph. 6:13] bestehen wollen – SCHRIFTSTUDIEN, Band II, Kap. 8.

Es ist daher die Pflicht eines jeden, der nach dem Preis unserer Hohen Berufung strebt, sich auf die härteren Konflikte und Prüfungen des Glaubens und der Geduld vorzubereiten, die plötzlich und ohne Vorwarnung über ihn hereinbrechen können. Im Kampf unserer Tage, wie auch in allen anderen Kämpfen, bemüht sich der Feind darum, das Volk des Herrn zu überraschen, plötzlich anzugreifen und zu überwältigen. Deshalb ist die einzige Vorbereitung, die für solche Notfälle getroffen werden kann, beständige Wachsamkeit, Gebet und das Anlegen der ganzen Waffenrüstung Gottes – der Wahrheit und des Geistes der Wahrheit [Manna vom 19. Dezember – 2. Teil, Hervorhebung von uns].

„Gewinnt eure Seelen durch euer Ausharren“ [Lk. 21:19]. Keine andere Gnade wird in den feurigen Prüfungen dieses bösen Tages mehr gebraucht werden als diese; denn ohne große Geduld kann kein Mensch bis zum Ende ausharren. Entlang dem gesamten christlichen Weg stößt er immer wieder auf neue Krisen. Vielleicht scheinen sie oft von geringer Bedeutung zu sein, doch er erkennt, dass sie Wendepunkte in seinem christlichen Lauf sein können. Wer hat sie nicht erkannt? Es kommt die Versuchung, des Guten müde zu werden, zusammen mit dem Vorschlag eines leichteren Weges; oder es sprießt eine kleine Wurzel des Stolzes oder Ehrgeizes, mit Vorschlägen, wie man sie nähren und befriedigen kann. Dann kommt nach und nach der entscheidende Moment, in dem man sich für diesen oder jenen Weg entscheiden muss; und siehe da, man ist in einer Krise!

Welchen Weg wirst du einschlagen? Höchstwahrscheinlich wirst du dich in die Richtung wenden, in die deine gewachsenen Gefühle dich führen, sei es nun der richtige oder der falsche Weg. Wenn es der falsche Weg ist, wirst du dies höchstwahrscheinlich nicht deutlich erkennen können, denn deine lang gehegten Gefühle werden dein Urteilsvermögen beeinflussen. „Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes“ (Spr. 14:12). Wie notwendig ist daher das Gebet, damit wir in jeder Krise die Prüfung erfolgreich bestehen können. Wir können es auch nicht aufschieben, zu wachen und zu beten, bis die Krise über uns hereinbricht, sondern dies sollte unser ständiges Verhalten sein.

Das Leben eines Soldaten, der immer in Alarmbereitschaft und im Dienst ist, ist keineswegs ein leichtes Leben; auch die Heilige Schrift lässt keine solche Erwartung zu. Im Gegenteil, sie sagt: „Nimm teil an den Trübsalen als ein guter Kriegsmann Jesus Christi“ [2. Tim. 2:3], „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“ [1. Tim. 6:12] usw. Und doch scheinen viele Christen genau das Gegenteil zu glauben. Ihr Ideal eines christlichen Lebens ist eines ohne Brise und Sturm. Es muss eine einzige ununterbrochene Ruhe sein. Ein solches Leben war in früheren Zeiten tatsächlich eher möglich als heute, obwohl die Welt, das Fleisch und der Teufel sich immer widersetzten und von jedem treuen Soldaten des Kreuzes immer bekämpft werden mussten. Aber jetzt wird der Widerstand von Tag zu Tag intensiver, denn Satan erkennt, dass seine Zeit kurz ist, und er ist entschlossen, mit allen Mitteln seine Macht gegen die Vollendung des Plans des Herrn zur Erhöhung der Kirche auszuüben.

Infolgedessen hatten wir während dieser Erntezeit viele schwere Stürme der Opposition zu ertragen, und zweifellos werden noch schwerere Prüfungen folgen. Aber diejenigen, die mit siegreichem Glauben alle Schwierigkeiten überwinden – die geduldig ausharren, die den Geist Christi mit seinen Früchten und Gnaden pflegen und die tapfer den guten Kampf des Glaubens kämpfen, anstatt sich vom Feld zurückzuziehen –, werden die Überwinder sein, denen die Lorbeeren des Sieges zuteilwerden, wenn der Tag der Krönung gekommen ist.
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